Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wetterleichen, wetterlechen, wetterleichen, wetterlechen, vb.(meist subst., n.)

wetterleichen, -lechen, vb.(meist subst. n.),
'blitzen', im 17. jh. vereinzelt 'wetterleuchten' (s. u.); fulgur pliczen vel weterleychen (1421) Diefenbach nov. gl. 184ᵇ; s. v. coruscare Diefenbach gl. 153ᶜ; fulgurare, ebda 250ᶜ; fulgurat, coruscat es blitzt, wetterleycht Alberus (1540) aa 3ᵃ; ähnl. Frisius dict. (1556) 9ᵃ; Schönsleder prompt. (1647) Ooo 1ᵃ: ez spricht unser puoch, daz der donr oder der plitzen (var. d. 15. jhs.: das wederlechen) niemant schad, der in vor hoer oder sehe Konrad v. Megenberg buch d. natur 93 Pf.; vil wetterleichen und thondern H. Braunschweig liber pestentialis (1500) 3ᵃ; kam ein schwer waͤtter ... mit waͤtterleichen, donneren vnd rägnen Stumpf Schweizerchron. (1606) 498ᵃ; soll auch ... ettlichen mahlen eingeschlagen haben, hat auch manche nacht hindurch geblüzzet und wetterlaichet Bürster schwed. krieg 14 v. Weech; wenn es donnert undt wetter leycht (1666) Baldner fischb. 109 Lauterborn; auch sein die trauben von wetterleichen verbraͤnt worden Schwelin würtemb. kl. chron. (1660) 174; weitere belege a. d. 17. jh. in: Alemannia 9, 224; vom blitzen ohne donner, 'wetterleuchten':
gleich wie bey heisser sommers nacht
das stille wetterlaichen
abkühlet und zu nichten macht
den wuth der donnerstraichen
Laurentius v. Schnüffis mirantische mayenpfeiff (1692) 168.
übertragen:
wann er anfangt zu donnern hart,
und häfftig zu erblaichen,
fangt sie entgegen an auch zart
mit lieb zu wetterlaichen
ebda 170.
mundartlich im allgemeinen in der gleichen verbreitung wie wetterleich (s. d.), darüber hinaus im tirolischen: wetterloachen u. ä. (neben -loachtn) Schatz wb. d. tirol. maa. 702; im lothringischen: wedarlaiΧeⁿ, -leΧan Follmann Lothr. 539; im westfälischen: wīᵃleichᵉn, -laikᵉn (a. d. gegend von Iserlohn) Woeste-Nörrenberg westf. 318 (neben -lüchtᵉn, -löchtᵉn, lockᵉn aus anderen geb. d. westfäl.); wierloiken Schmoeckel-Blesken Soester Börde 328; wädərliukən Böger Schwalenberg 167. s. a. dt. wortatlas IV s. v. 'es blitzt' es wetterlaikt; hierher wohl auch: coruscare wedderleugen (15. jh., md., nd.) Diefenbach gl. 153ᶜ. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 743, Z. 21.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
werksatz wettermäszig
Zitationshilfe
„wetterleichen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wetterleichen>.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)