Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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wetterleich, wetterlech, wetterleche, wetterlich, wetterliche, wetterleuch, m., (n. f.)

wetterleich, -lech(e), -lich(e), -leuch, m. (n., f.),
blitz. alte, im nordgermanischen und alemannischen noch gebräuchliche zusammensetzung, vgl. Carr nominal compounds 56; schriftsprachlich im deutschen durch wetterleuchten (s. d.) ersetzt. norw. vederleik 'blitzstrahl, gegensonne, nordlicht' Torp nynorsk. 852. das zweite glied zu an. leikr 'spiel', got. laiks χορός, dt. leich teil 6, 611; anders A. Kock idg. forsch. 10, 95; dagegen enthalten an. veđrleikr, nisl. veđurlag, n., schw. väderlek, m., dän. vejrlig, m., n., 'beschaffenheit des wetters, witterung' das abstraktsuffix -laika, das auf dem appellativum beruht, s. Hellquist ³1, 567; mnl. wederlik 'blitz' (um 1300, später durch wederlicht verdrängt) Verwijs-Verdam 9, 1938. im ahd. vereinzelt als sinngemäsze glossierung von sap. 5, 15: (spes impii tanquam) lanugo (est), quae a vento tollitur floccho vel vuetarlech (2 hss. 10./11. jh.) ahd. gl. 1, 556, 23 (e statt ei im nebenton, s. Braune-Mitzka ahd. gramm. § 44 a. 4; Schatz ahd. gr. § 28); vgl. auch: (lanago) qui cito diffunditur weterlaich (13. jh.) bei Schmeller-Fr. bayer. 1, 1419. eine westmd. hs. des 15. jhs. von Konads v. Megenberg buch d. natur ersetzt blitz(en), himelplatzen der bayr.-österr. vorlage meist durch wed(d)erleche, -liche, m.: iedoch sehen wir den wedderleche ê wir den donner horen ebda 806 Pf.; weiterhin anm. zu s. 92—95; 270; 387. lexikalische nachweise: fulgur der blitz, wetterleych Dasypodius (1536) 80; Serranus (1540) K 4ᵃ; fulgetrum Cholinus-Frisius (1541) 385; fulgur blitz, stral, wetterleich Schöpper synonyma (um 1550) f 2ᵇ; wetterleich Henisch t. spr. (1616) 421; wetterleich, m., oder wetterleych, f. Stoer all.-fr.-lat. (1663) 603. die in älteren wbb. begegnende form wetterleuch Emmel nomencl. (1592) 30, Dentzler clavis ling. lat. (1716) 350 ist in der lautfärbung bereits durch wetterleuchten beeinfluszt (s. auch u. Paracelsus). schriftsprachlich bis ins 18. jh. in alem. quellen gebräuchlich: Adonibesech ist alls vil gesagt alls ain herr des blitz oder wetterlaychs Keisersberg granatapfel (1510) aa 7ᵈ; da hats geplitzget, ... da waren erschrockliche wetterleichen, und die donder stralen ... zeigten an menglichen die gegenwertigkeit gottes Hedio Josephus (1531) 47ᵃ; wetterleich bei hellem himmel bringt regen Fickler v. Weyl Olai magni hist. (1567) 42; ein dicke zehe haut vom staub und gewitter, sonderlich aber von dem wetterleich oder plitzig regen Thurneysser magna alchymia (1583) 135; die flamm so ein wetterleich gleichsam gibt Paracelsus chirurg. bücher u. schr. 474 Huser; vnnd so bald derselbige wetterleuch, so vom Mercurio aussgangen ist, plitzt hat, so kompt ein donner hernach ders., opera 2, 90c Huser (zur form s. wetterleuchten); und dieweilen dieser glantz der uns verblendet, nichts anders ist als ein liecht von dem wetterleich, so ist es gefährlich in der menge der zufällen, sich darnach zu richten Tonjolam Aristippus (1662) 103;
bald wetterlaich und strahl durch unerhörte hiz
und glut das land bezwingen
Weckherlin ged. 2, 41 lit. ver.;
daher geschossen als ein wetterlich (sic) (1706) bei Fischer schwäb. 6, 742. übertragen:
so das deines schwerts wetterlaich
einen blutregen mit sich brachten,
und deine dundergleiche straich
ein zuschmätterts ellend machten
Weckherlin ged. 1, 123; 2, 224 lit. ver.
mundartlich noch im alemannischen sprachgebiet: (z. t. im gleichen sinne wie hochsprachliches wetterleuchten), s. Martin-Lienhart elsäss. 1, 548; Fischer schwäb. a. a. o.; Staub-Tobler schweiz. id. 3, 1011 (auch als n., f.); Tobler Appenzell 441; Friedli Bärndütsch 5, 372; Seiler Basel 312; aus dem Bregenzer wald bezeugt bei Schmeller-Fr. bayer. 1, 1419; vgl. auch das folgende.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 742, Z. 25.

wetterlich, adj.

wetterlich, adj.,
in unterschiedlichen bedeutungen (entsprechend den verschiedenen bedeutungen von ³wetter, s. d.).
1)
zu ³wetter I: 'der witterung ausgesetzt':
vone diu ne bedurfen si dere badeguante alanch niht,
sie ne vorderent ou(ch) vælen niht unde mantele
sumeres noh winteres ze weterlichem wantele,
si ne legent ze nahiste dere lih hemide noh bruoche
himilrîche 260 Schmeller.
in hinsicht auf schlechtes wetter, unwetter; hybernus wetterlich zijt (15. jh., md.) Diefenbach 277ᵃ; nimbosus wetterlich oder vngewitterlich, das voll regen vnd wind ist Stephanus-Frisius (1590) Zzz 4ᵃ: diss 1420. jars ... kam ein senfft meyenregenli vor mittag ... und hat weinwetterliche gestalt, so kumpt ein blitzg uss dem lufft (vor 1575) Tschudi chron. Helvet. (1734) 2, 133;
und so der wind geht weterlich
Rebmann naturae magnalia (1620) 442;
wetterliches jahr u. dgl. auch von zeiten mit günstiger witterung, vgl. Diefenbach-Wülcker hoch- u. nd. wb. 901: und was das selb jar fruchtbar und wetterlich Steinhöwel Äsop 207 lit. ver.; so sollen wuͤr ... unser ... amtleuth und diener ... in dieselben hoch- und schwarzwälde ... zu gelegner und wetterlicher zeit schicken (1529) Lori slg. d. baier. bergrechts (1764) 193; das ... der Turk ... in rüstung und furnemen sein sol, auf die nechst wetterlich zeit widerumb in Hungern zu ziehen (1522) dt. reichstagsakten, jüng. reihe 3, 39; dasz er nehmlich zu guter wetterlicher zeit, ungefehr zwischen ostern und pfingsten, einen oder mehr tag (zur begehung des holzes) fürnehme in: corpus juris venat. forest. (1702) 3, 84ᵇ Fritsch; (grenzbegehungen) zu wetterlicher zeit ungefärlich zwischen ostern und pfingsten (1693) bei Bauer-Collitz Waldeck 181.
2)
zu ³wetter IV; von schimpfendem, polterndem verhalten: contentiosus wort-, var. wetterlicher (15. jh.) Diefenbach gl. 146ᵇ. noch mundartlich und umgangssprachlich, doch in verschiedener weise abgeschwächt bis zur bloszen verstärkung; wätterli(g) tüchtig, gewaltig Seiler Basel 312:
ei, edler herr, ihr dauert mich:
sonst zankt ich mit euch wetterlich
W. Hertz ges. dicht. (1904) 252;
gab ihm eine solche wetterliche ohrfeige, dasz ihm das feuer aus den augen schosz Aurbacher volksbüchl. (1835) 215; ich hab einen wetterlichen hunger B. Auerbach schr. (1892) 9, 232; 's ischt e wetterliche sach mit dem baume am rain A. Supper holunderduft (1910) 18.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 749, Z. 25.

wetterleich, wetterlech, wetterleche, wetterlich, wetterliche, wetterleuch, m., (n. f.)

wetterleich, -lech(e), -lich(e), -leuch, m. (n., f.),
blitz. alte, im nordgermanischen und alemannischen noch gebräuchliche zusammensetzung, vgl. Carr nominal compounds 56; schriftsprachlich im deutschen durch wetterleuchten (s. d.) ersetzt. norw. vederleik 'blitzstrahl, gegensonne, nordlicht' Torp nynorsk. 852. das zweite glied zu an. leikr 'spiel', got. laiks χορός, dt. leich teil 6, 611; anders A. Kock idg. forsch. 10, 95; dagegen enthalten an. veđrleikr, nisl. veđurlag, n., schw. väderlek, m., dän. vejrlig, m., n., 'beschaffenheit des wetters, witterung' das abstraktsuffix -laika, das auf dem appellativum beruht, s. Hellquist ³1, 567; mnl. wederlik 'blitz' (um 1300, später durch wederlicht verdrängt) Verwijs-Verdam 9, 1938. im ahd. vereinzelt als sinngemäsze glossierung von sap. 5, 15: (spes impii tanquam) lanugo (est), quae a vento tollitur floccho vel vuetarlech (2 hss. 10./11. jh.) ahd. gl. 1, 556, 23 (e statt ei im nebenton, s. Braune-Mitzka ahd. gramm. § 44 a. 4; Schatz ahd. gr. § 28); vgl. auch: (lanago) qui cito diffunditur weterlaich (13. jh.) bei Schmeller-Fr. bayer. 1, 1419. eine westmd. hs. des 15. jhs. von Konads v. Megenberg buch d. natur ersetzt blitz(en), himelplatzen der bayr.-österr. vorlage meist durch wed(d)erleche, -liche, m.: iedoch sehen wir den wedderleche ê wir den donner horen ebda 806 Pf.; weiterhin anm. zu s. 92—95; 270; 387. lexikalische nachweise: fulgur der blitz, wetterleych Dasypodius (1536) 80; Serranus (1540) K 4ᵃ; fulgetrum Cholinus-Frisius (1541) 385; fulgur blitz, stral, wetterleich Schöpper synonyma (um 1550) f 2ᵇ; wetterleich Henisch t. spr. (1616) 421; wetterleich, m., oder wetterleych, f. Stoer all.-fr.-lat. (1663) 603. die in älteren wbb. begegnende form wetterleuch Emmel nomencl. (1592) 30, Dentzler clavis ling. lat. (1716) 350 ist in der lautfärbung bereits durch wetterleuchten beeinfluszt (s. auch u. Paracelsus). schriftsprachlich bis ins 18. jh. in alem. quellen gebräuchlich: Adonibesech ist alls vil gesagt alls ain herr des blitz oder wetterlaychs Keisersberg granatapfel (1510) aa 7ᵈ; da hats geplitzget, ... da waren erschrockliche wetterleichen, und die donder stralen ... zeigten an menglichen die gegenwertigkeit gottes Hedio Josephus (1531) 47ᵃ; wetterleich bei hellem himmel bringt regen Fickler v. Weyl Olai magni hist. (1567) 42; ein dicke zehe haut vom staub und gewitter, sonderlich aber von dem wetterleich oder plitzig regen Thurneysser magna alchymia (1583) 135; die flamm so ein wetterleich gleichsam gibt Paracelsus chirurg. bücher u. schr. 474 Huser; vnnd so bald derselbige wetterleuch, so vom Mercurio aussgangen ist, plitzt hat, so kompt ein donner hernach ders., opera 2, 90c Huser (zur form s. wetterleuchten); und dieweilen dieser glantz der uns verblendet, nichts anders ist als ein liecht von dem wetterleich, so ist es gefährlich in der menge der zufällen, sich darnach zu richten Tonjolam Aristippus (1662) 103;
bald wetterlaich und strahl durch unerhörte hiz
und glut das land bezwingen
Weckherlin ged. 2, 41 lit. ver.;
daher geschossen als ein wetterlich (sic) (1706) bei Fischer schwäb. 6, 742. übertragen:
so das deines schwerts wetterlaich
einen blutregen mit sich brachten,
und deine dundergleiche straich
ein zuschmätterts ellend machten
Weckherlin ged. 1, 123; 2, 224 lit. ver.
mundartlich noch im alemannischen sprachgebiet: (z. t. im gleichen sinne wie hochsprachliches wetterleuchten), s. Martin-Lienhart elsäss. 1, 548; Fischer schwäb. a. a. o.; Staub-Tobler schweiz. id. 3, 1011 (auch als n., f.); Tobler Appenzell 441; Friedli Bärndütsch 5, 372; Seiler Basel 312; aus dem Bregenzer wald bezeugt bei Schmeller-Fr. bayer. 1, 1419; vgl. auch das folgende.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 742, Z. 25.

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Zitationshilfe
„wetterliche“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wetterliche>.

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