Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wetternacht, f.

wetternacht, f.,
'gewitternacht, dunkel des unwetters', vor allem in dichterischer sprache; lexikalisch seit Campe 5 (1811) 694:
ich wil die donnerstrahl, und was so blitzt und kracht,
auffnehmen, könt es seyn, dass diese wetter nacht
nur schlüg auf mich
Gryphius trauersp. 683 lit. ver.;
schoͤnheit zeugst du hier, dort schrecken,
wetternacht und morgenroth,
dieses thal voll rosenhecken,
jenen fels, der einsturz droht
Bürde verm. ged. (1789) 69;
dort im himmel strahlen tage,
ohne wolk und wetternacht
Schubart s. ged. (1825) 1, 28;
wie seinen blitz aus hohen wetternächten
der donnerer auf bange thale streut,
so zeigtest du entarteten geschlechtern
der riesen sturz, der völker sterblichkeit
Hölderlin s. w. 1, 1, 177 B.;
verschwunden die grausige wetternacht,
am blauen himmel die sonne lacht
Schneckenburger dt. lieder (1870) 53;
in der schweren wetternacht
löschen sich des himmels kerzen
A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. 2, 203 Sch.;
grauend sahen sie bei des morgens erstem scheine ihren freiherrn kommen vom hügel her ... was er dort oben gepflogen in der wilden wetternacht, ... das erriethen in jenen tagen die thalbewohner nicht J. Gotthelf ges. schr. (1855) 15, 255. übertragen:
das frohe, was mit hellem morgenroth
des unglücks dickste wetternacht mag röthen
E. M. Arndt w. 4, 220 R.-M.;
und ist es elend, wenn unser haupt einmal in wetternacht gehüllt ist? Rosegger schr. (1895) I 7, 270. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 757, Z. 64.

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wettermännlein widerprellen
Zitationshilfe
„wetternacht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wetternacht>.

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