Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wetterseite, f.

wetterseite, f.,
'diejenige seite ..., welche dem wetter, d. h. dem sturme und regen am meisten ausgesetzt ist' Campe 5 (1811) 695: sind zwar lufftlöcher nöthig, ausser nach der wetterseite Fleming vollk. teutscher jäger (1719) 238; in eine gegend, die von ... ungewittern öffters betroffen wird, oder an der wind- und wetterseite liegt, gehören die rebstöcke, die ein hartes ... laub haben Zincke allg. öcon. lex. (1744) 2, 3144; die säulen, aus sandstein zusammengesetzt, würden an der wetterseite gar bald leiden Göthe I 42, 2, 44 W.; die verzierungen und der anwurf der mauern waren an der wetterseite heruntergeschlagen Stifter s. w. 5, 1 (1908) 294; die häuser sind zum theil von stein, an der wetterseite und auf dem dache mit brettern bekleidet Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 332. im dt. sprachgebiet wird unter wetterseite allgemein die west- oder südwestseite verstanden: da wegen der drehung der erde die winde ... immer westlicher werden, ... so wird die südwestseite unsere wetterseite sein Ratzeburg standortgewächse (1859) 183; Staub-Tobler schweiz. id. 7, 1458. übertragen: alle zustände der menschheit, alle bewegungen der liebe und freundschaft durchging er früher im gedichte als im leben, früher in der sommerseite der poesie, als in der wetterseite der wirklichkeit Gervinus gesch. d. dt. dichtung (1853) 5, 229.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 766, Z. 18.

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wettermännlein widerprellen
Zitationshilfe
„wetterseite“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wetterseite>.

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