Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wettertag, m.

wettertag, m.
1) in älterer sprache meist von einem tage mit gutem wetter, das für ein bestimmtes vorhaben günstig ist: dies clara, tepida, placidi spiritus Stieler stammb. (1691) 2248; wettertage gute, insbesondere frühlingswitterung. es geht zu wettertagen wird sommer Rüdiger zuwachs (1782) 2, 130; s. auch Diefenbach-Wülcker hoch- u. nd. wb. 901; und tageferte doch ins landt czu Prewssen ins voerjar czu wetertagen uff gelegene und beqweme czeith (1463) acten d. ständetage Preuszens 5, 76; darumb wir befolhen, diser zeit damit stillzustehn, und den vorrat in guter bewarung zu halten, so es zu wettertagen kompt, alsdenn was zu pauen nottorftig sein wirdet, sal wol gefurdert werden (1521) akten u. br. z. kirchenpolitik Georgs v. Sachsen 1, 189 Gess; von Turcken schreibt man fur vnnd fur von grossmechtiger rustung zu wasser vnd landt ..., das man sich auf die wetter tag vberzugs besorgt Scheurl briefb. 2, 173 S.-Kn.; macht Scipio eynen anschlag, so bald es eyn wenig eyn wettertag würde, die feindt inn jrem heer zu überfallen Carbach Livius (1551) 178ᵇ; so soll auch denn winter zuͦ dem grundt geraumbt werden, domit so es kompt auf den frülingk vnd zu den wetter tagen, dasz man mag so baldt zu dem grundten thun Solms auszug u. überschl. e. bau anzustellen (1556) L 3ᵇ; das er sobald es zu wettertagen keme, mit einem statlichen kriegsvolck in Italien zuziehen ... bedacht were C. Spangenberg mansfeld. chron. (1572) 241ᵃ; auff einem guten calendrischen wander- vnd wettertag Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 1002; nemblich so sollen järlich zwo bschau gehalten werden ..., wie es die gelegenheit der wettertag und zeit iedes jahrs ungeverlichen gibt (17. jh.) österr. weist. 1, 260; wenn sich nun gute wettertage hervorthun, wird solcher mist fuderweise auf die felder geführet allg. haush.-lex. (1749) 2, 341ᵇ. 2) in neuerer sprache dagegen im sinne von 'gewittertag'; vgl. Fischer schwäb. 6, 744:
am wettertage,
dessen strömende flamme
diese blätter versengen wird
Lavater poesieen (1781) 1, 4;
just am Magdalenatag ists gewesen, im vorigen jahr, ist eh' ein schlimmer wettertag das Rosegger schr. (1895) II 7, 365; aber im bergwald folgt auf heiszen morgen ein wettertag G. Freytag ges. w. 8 (1887) 57. übertragen: sie kamen an den Rhein ... wo deutsche kaiser und ritter in deutschen sonnentagen so oft turniert und getafelt, in schweren wettertagen so oft gestritten und gelitten Otto Ernst Hermannsland (1921) 284. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 769, Z. 64.

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wettermännlein widerprellen
Zitationshilfe
„wettertag“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wettertag>.

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