Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wettertanne, f.

-tanne, f.,
vorwiegend in den Alpenländern 'einzeln stehende tanne oder fichte mit ausgebreiteten ästen, unter denen das weidevieh gegen unfreundliches wetter schutz findet' Martiny wb. d. milchwirtsch. ²138. als flurname: zu der wettertannen (1371) Buck obd. flurnamenb. 300. literarisch: ich eilte nach einer felshöhle — diese oder eine grosse wettertann waren in solchen fällen immer mein zufluchtsort Bräker s. schr. (1789) 1, 33;
im düstern bergesbanne
stand reifbezuckert auf dem grat
die alte wettertanne
G. Keller ges. w. (1889) 10, 97;
genügsame wettertannen hatten auf dem kargen felsgrund wurzel geschlagen E. Zahn Albin Indergand (1901) 207; eine ausgezeichnete erscheinung bilden in den meisten wäldern die gewaltigen wettertannen ..., deren wie zum schutze abwärts geneigte äste schon 6—8 fusz über dem boden beginnen und bis zum gipfel eine schöne, üppige, schwarzgrüne pyramide bilden ... gar häufig sind ihre gipfel vom blitz zerschmettert und der stamm zerrissen Tschudy thierl. d. Alpenwelt (1858) 242. doch auch bei norddeutschen autoren begegnend: wagerecht trieb der schnee und so dicht, dasz er wie ein weiszes bettlaken anzusehen war, und doch sah ich alle augenblicke die wettertanne vor dem bruche, den wald dahinter und die hohe geest, so schnell folgten sich die blitze H. Löns haidbilder (1913) 173. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 770, Z. 36.

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wettermännlein widerprellen
Zitationshilfe
„wettertanne“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wettertanne>.

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