Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wettervogel, m.

wettervogel, m.
1) name verschiedener vögel, die durch ihr verhalten nahendes unwetter ankündigen (oft dafür auch regenvogel, s. teil 8, sp. 526 und vgl. B. Hoffmann urspr. u. sinn dt. vogelnamen [1937] 45): aves tempestates annunciantes, augurales Stieler stammb. (1691) 530. a) für den brachvogel; im allgemeinen für numenius arquata L., groszer brachvogel: etliche nennend den (gr. brachvogel) raͤgenuogel, winduogel oder waͤtteruogel, darum dasz man sich eines winds vnd vngewitters ausz seiner zukunfft versieht Heusslin Gesners vogelb. (1557) 23ᵃ; νουμίνιος, numenius, arquata wettervogel Frischlin nomencl. (1586) 59ᵇ; arquata brachvogel, regenvogel, wettervogel, windvogel Megiser pol. (1603) 1, 124ᶜ; Adelung 5 (1786) 195; Brehm tierl. 6, 15 P.-L.; Fischer schwäb. 6, 745. auch für numenius phaeopus L., kleiner brachvogel Krünitz öcon. encycl. 238 (1856) 527; Martin-Lienhart elsäss. 1, 101. b) für den wendehals, jynx torquilla L.: Heppe wohlred. jäger (1763) 328ᵃ; Floericke vogelb. 3 (1924) 324. c) für die schnepfe: (die schnepfe) wird aber auch wettervogel, gewittervogel, regenvogel genannt, man behauptet, dasz ihr flug nahendes gewitter verkünde J. Grimm dt. mythol. ⁴1 (1875) 153. 2) zur bezeichnung eines körperlichen leidens (frühere verletzung u. dgl., auch rheumatismus), welches vom wechsel der witterung beeinfluszt wird: ein jede wunden, ... so sie obgedachter weise geheilet vnnd ersticket wird, behelt einen wettervogel im nest: also das derselbige mensch an selbigem ort schmertzen fühlet, so offt das wetter sich verendert Würtz wundartzney (1624) 75; ich habe vor neun jahren auch ein bein gebrochen, und weisz, was ich sechs lange wochen ... ausgestanden; und noch jetzt sitzt der wettervogel drinn Bräker s. schr. (1789) 2, 168; ich habe einen rechten wettervogel ahn meinen knien undt füszen Elisabeth Charlotte v. Orleans br. 1707 —15, 570 Holland. noch mundartl.: Martin-Lienhart elsäss. 1, 101; Staub-Tobler schweiz. id. 1, 697. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 771, Z. 71.

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wettermännlein widerprellen
Zitationshilfe
„wettervogel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wettervogel>.

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