Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wettung, f.

wettung, f.,
zu ¹wetten; vor allem in älterer sprache neben ¹wette begegnend. mnl. wedding 'pfandsetzung, wette, besoldung', nl. wedding (veralt.) 'wette, bezahlung'. in anderer bedeutung ags. weddung, engl. wedding 'verlobung, trauung'.
1)
zu ¹wetten A: vadiatio wettunge (15. jh., md.) Diefenbach gl. 604ᶜ; wettung um gelt promissio solutionis certae pecuniae, si quis causa cadat Stieler stammb. (1691) 2407. aufforderung zum erscheinen vor gericht (vgl. sp. 670): mag der cleger wetten zu dreie malen an gericht zu stellen den personen, den er an gerichte geborget hette, und sulde die wettunge geschehen zu drien malen, je uber virzehen dag (15. jh.) Mainzer gerichtsformeln 90 Hallein.
2)
in den frühesten zeugnissen an ¹wetten B anknüpfend; 'geldstrafe': suum vadium, scilicet wettunge, sunt octo solidi (1235) bei Tzschoppe-Stenzel urk.-slg. (1832) 295; buze, werunge, wettunge, ista persolvuntur cum Hallensibus denariis (1235) darst. u. qu. z. schles. gesch. 2, 210.
3)
meist jedoch zu ¹wetten D, 'wetteinsatz, wettvertrag'; s. auch Lexer 3, 810; mit einem wetten, eine wettung thun Hulsius it.-t. (1618) 147ᵃ: umme allerley wettelouffen und sust wettunge, wovon dy zeyn do darff nymant dem anderen zcu gerichte umbe antwerten (15. jh.) Danziger schöffenbuch 71 Toeppen; er wolt mit im wetten vmb XXX gulden ..., die wetung ward angeschlagen, vnd der bischoff gieng mit Vlenspiegel vf den marckt (1515) Eulenspiegel 134 ndr.;
wie mancher bot kan dirs erklären,
das er auf wettung hat inn eil
warm speis gebracht vber vil meil?
Fischart glückhafft schiff v. Zürich 43 ndr.;
diser begab sich einsmals in ein wettung mit dem glück (sponsione facta cum fortuna) Heyden Plinius (1565) 52; und was solchs (odeum) ein sonderlich gebew wie ein klein theatrum erbawen, darinn mancherley spiel und wettung die music betreffendt ... geübt ward Rivius Vitruv (1575) 389; spricht, er habe die wettung verlohren beutelschneider (1641) 1, 335; dem glückspiel kompt gar nah die wettung oder der wettungscontract Dannhawer catech.-milch (1657) 2, 307; seyder den 19. hatt es alle tag hir geregnet, seindt wettungen zu Paris, dasz es seyder den tag ahn zu rechnen 40 tag regnen solle Elisabeth Charlotte v. Orleans br. 1721 —22, 166 Holland; man eine wettung machte, ich könne keine nadel führen Bettine Goethes briefw. m. einem kinde (1835) 1, 213; ja! diesz ist eine wettung, ruft man aller orten aus; er hat geschworen, alles auszurotten Jung-Stilling s. schr. (1835) 6, 473; es giebt nichts tolleres, als die weissagungen und wettungen über die zukunft Weitzel verm. schr. (1820) 2, 101. noch in westdt. mundarten gebräuchlich: wettung Askenasy Frankf. 192; wetteng, wettonk luxemb. ma. 485; wetuŋ Mankel Münstertal 171; wetiŋ Meisinger Rappenau 230; wetting Autenrieth Pfalz 151.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 792, Z. 46.

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Zitationshilfe
„wettung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wettung>.

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