Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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wichtel, n.auch m.);, diminutivform

wichtel nauch m.); diminutivfor
von ³wicht, fast ausschlieszlich in der bedeutung 'kobold, zwerg' u. dgl. (zu ³wicht 3); s. mhd. wb. 3, 657; Lexer 3, 883; lemur wichtelen vel helbe (14. jh.) Diefenbach gl. 323ᵇ; penates wichtelein, wichtel (15. jh.) ebda 422ᵃ; pigmeus ein wichtel (15. jh.) nov. gl. 291ᵇ; wichtel nur im gemeinen leben einiger gegenden ... berggeist, kobold oder alp Adelung 5 (1786) 197:
dô sprach der ungefüege 'du kleines wihtelîn,
zwiu hâstu mich erwecket? ez muoz dîn ende sîn'
Wolfdietrich B 488 Jänicke;
und weil der geist, wie gesagt, oder das wichtlin (wie es unsere leute nennen) in einem winkel in der küche wohnete, war der küchenbub ein schalk und gosz hinein spülich bei Luther tischr. 5, 484 W.; hielten das ... der heilig geist ein kleins berg maͤnlin, wichtlin oder schraͤtlin sey S. Franck chron. zeytb. (1531) 353ᵇ; wo eyn solch wichtlein sey, da sey eittel gluck vnd gedeyen Agricola sprichw. (1534) b 2ᵇ; man weisz für gewisz, dasz die teuffel, welche man wichtelin oder bergmännlin nennet, denen innwohnern des landes zur hand gehen Prätorius anthrop. Pluton. (1666) 1, 144;
wenn die wichtlein jubel rufen,
auf den stufen ihre krucken
brechen, durch die ritzen gucken
und zum schlüsselloch einschlupfen
Brentano ges. schr. (1852) 3, 395;
wie das volk in der Eifel behauptet, haben die zwerge, die wichtlein eine vorliebe für quellen und bäche Laistner nebelsagen (1879) 181; im haus indessen trippelt es auf und ab, hin und her, wie wichtel im wald E. v. Handel-Mazzetti die arme Margaret (1911) 148; da kommt aus einem der löcher in der nähe des teiches auf einmal ein kleiner wichtel herausgehüpft Thüringer sagen (1926) 196 Quensel. mundartlich: wichtel, m., zwerg, Luxemb. 486; Hertel Thür. 257; wichtlein, wichtelein, n. bergmännlein, kobold Schmeller bayer. 2, 843; nur vereinzelt auch von kindern: wolten das jhrer sect pfaffen ohn unterschid mit diesen sich vermischeten, und das die erste von jhnen erborne creatur ... unverzüglichen, von jhnen allen in der lufft rings umb, von aines händen zu des andern, und also lang hin und wider gepältzt würde, bisz dem wichtle der letzte athem auszginge Dreyfelder hist. d. hauses Est (1580) 114ᵇ; weil sie (die wichtelzöpfe) von den ungetaufften kindern, welche die alten wichteln nenneten, geflochten würden H. Sude d. gelehrte criticus (1707) 1, 885; das wichtel, die Elisabeth Richter (1886) G. Freytag br. an s. gattin (1912) 90. vgl. noch: wichtle, n., kleine kreatur Reinwald Henneberg 1, 194.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 821, Z. 65.

wichtel1, n.auch m.);, diminutivform

wichtel nauch m.); diminutivfor
von ³wicht, fast ausschlieszlich in der bedeutung 'kobold, zwerg' u. dgl. (zu ³wicht 3); s. mhd. wb. 3, 657; Lexer 3, 883; lemur wichtelen vel helbe (14. jh.) Diefenbach gl. 323ᵇ; penates wichtelein, wichtel (15. jh.) ebda 422ᵃ; pigmeus ein wichtel (15. jh.) nov. gl. 291ᵇ; wichtel nur im gemeinen leben einiger gegenden ... berggeist, kobold oder alp Adelung 5 (1786) 197:
dô sprach der ungefüege 'du kleines wihtelîn,
zwiu hâstu mich erwecket? ez muoz dîn ende sîn'
Wolfdietrich B 488 Jänicke;
und weil der geist, wie gesagt, oder das wichtlin (wie es unsere leute nennen) in einem winkel in der küche wohnete, war der küchenbub ein schalk und gosz hinein spülich bei Luther tischr. 5, 484 W.; hielten das ... der heilig geist ein kleins berg maͤnlin, wichtlin oder schraͤtlin sey S. Franck chron. zeytb. (1531) 353ᵇ; wo eyn solch wichtlein sey, da sey eittel gluck vnd gedeyen Agricola sprichw. (1534) b 2ᵇ; man weisz für gewisz, dasz die teuffel, welche man wichtelin oder bergmännlin nennet, denen innwohnern des landes zur hand gehen Prätorius anthrop. Pluton. (1666) 1, 144;
wenn die wichtlein jubel rufen,
auf den stufen ihre krucken
brechen, durch die ritzen gucken
und zum schlüsselloch einschlupfen
Brentano ges. schr. (1852) 3, 395;
wie das volk in der Eifel behauptet, haben die zwerge, die wichtlein eine vorliebe für quellen und bäche Laistner nebelsagen (1879) 181; im haus indessen trippelt es auf und ab, hin und her, wie wichtel im wald E. v. Handel-Mazzetti die arme Margaret (1911) 148; da kommt aus einem der löcher in der nähe des teiches auf einmal ein kleiner wichtel herausgehüpft Thüringer sagen (1926) 196 Quensel. mundartlich: wichtel, m., zwerg, Luxemb. 486; Hertel Thür. 257; wichtlein, wichtelein, n. bergmännlein, kobold Schmeller bayer. 2, 843; nur vereinzelt auch von kindern: wolten das jhrer sect pfaffen ohn unterschid mit diesen sich vermischeten, und das die erste von jhnen erborne creatur ... unverzüglichen, von jhnen allen in der lufft rings umb, von aines händen zu des andern, und also lang hin und wider gepältzt würde, bisz dem wichtle der letzte athem auszginge Dreyfelder hist. d. hauses Est (1580) 114ᵇ; weil sie (die wichtelzöpfe) von den ungetaufften kindern, welche die alten wichteln nenneten, geflochten würden H. Sude d. gelehrte criticus (1707) 1, 885; das wichtel, die Elisabeth Richter (1886) G. Freytag br. an s. gattin (1912) 90. vgl. noch: wichtle, n., kleine kreatur Reinwald Henneberg 1, 194.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 821, Z. 65.

wichtel2, m., f.

wichtel m., f.
(lock)vogel, lockpfeife; wohl von ³wicht 1 b 'lebewesen, kreatur' abgeleitet und später in der waidmannssprache spezialisiert.
1)
für eulenvögel: der wichtl das kleine käuzchen oder der todtenvogel Castelli Österreich 266; art eule, der man sich bedient, vögel zu locken und zu fangen Schmeller bayer. 2, 843; nachteule Unger-Khull steir. 631ᵃ; will man beim kleinvogelfang mit der reuse nicht auf besonders günstige geländepunkte und die anwendung von köderfutter beschränkt sein, so kann man es mit einem 'wichtel' oder steinkauz versuchen. den setzt man, gut von auszen sichtbar, in die mitte des trichtereingangs. seine die singvögel zu dreisten neckereien reizende erscheinung wird die kleinen vögel in die reuse hineinlocken W. Sunkel vogelfang (1927) 78.
2)
für den turmfalken: wichtel, f., turmfalke Kramer Bistritz 138; Haltrich siebenb.-sächs. 68ᵃ.
3)
'lockpfeife': wann der weidmann auf der wichtel pfeiffet, die mit einer birckenen subtilen rinden zwischen zwey zusamm gepfaltzten langen viereckichten höltzlein eingedruckt wird Hohberg georg. cur. 2 (1682) 691ᵇ; wichtel, wichtelpfeife ein werkzeug zu künstlicher nachahmung der rufe verschiedener eulenarten Behlen forst- u. jagdkde (1840) 6, 386.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 822, Z. 40.
Zitationshilfe
„wichtel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wichtel>, abgerufen am 21.02.2020.

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