Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widerartig, adj.

widerartig, adj.,
widerspruchsvoll, (der art) widersprechend: wie aber das gseyn magk, das eyn wyll zweyerley vnd wyderartige werck hat, das wil ich got anheim gestelt haben Karlstadt v. manigfeltigkeit d. willen gottes (1523) E 3ᵇ; nur bey scherzhaftem vortrag ist es ... vortheilhaft, diese regel zu überschreiten, indem das widersprechende oder widerartige zwischen dem bild und gegenbild, eine hauptquelle des scherzhaften ist Sulzer theorie d. schönen künste (1792) 1, 406; sobald es auf nichts geringeres, als auf die darstellung ankomt, (darf die sprache) jener durch nichts widerartiges und oft zugleich unedles nachtheilig werden Klopstock oden 2, 173 M.-P.; widerartige worte werens, welche die italiänische oder französische sprache ... oder die lateinische aus der deutschen neme ders., üb. sprache u. dichtkunst (1779) 2, 11; (ein) mann jener widerartigen gattung, in deren köpfen noch leere oder raum zur ritterüberspannung von ehre, zum ideale von ergebenheit liegt v. Meyern d. regentschaft (1795) 47; das ding oder wesen, ... was viele unserer schriftsteller schreiben, ... das kann ich wenigstens für deutsch gar nicht anerkennen. ein unnatürliches zwitterwesen ist es, ein widerartiger mischling, aus dem abfall aller andern sprachen ... durch einander gerührt dt. museum 2, 267 Fr. Schlegel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 900, Z. 17.

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Zitationshilfe
„widerartig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/widerartig>.

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