Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wideraufleben, wiederaufleben, vb.

wi(e)deraufleben, vb.
1)
eigentlich: oben ein wiederauflebender phönix (in einem wappen) Heräus ged. u. lat. inschr. (1721) 208; auch unter den heiden sah man wiederaufgelebte als heilige personen an Herder 19, 89 S.; ausserdem erstreckt sich die schrift auch auf ... das wiederaufleben vertrockneter räderthiere allg. dt. bibl. (1765) 88, 193; (die) kunde von dem (angeblich erfrorenen, nun aber) wiederaufgelebten handwerksburschen O. Müller Münchhausen im Vogelsberge (1925) 79. hierher auch: der dichter erzählet uns einige sinnlose scherze, welche die wiederauflebende bösewichter über die verzögerung des nur allzunahen gerichtes ausgeisteten Wieland I 3, 457 akad.; (er verlor den jugendl.) glauben an die güte und würde der menschlichen natur, ... den der greis nur durch ein wiederaufleben mit einer blühenden nachkommenschaft in sich erneuern kann K. Fr. Becker weltgesch. (1801) 9, 633; ich fühlte mich weich, und bei wieder auflebenden kräften wie neugeboren Göthe I 23, 73 W. gern von natur und pflanzenwelt: jetzt kommt uns die natur und ihr wiederauflebender frühling zu statten J. G. Forster s. schr. (1843) 7, 341; das absterben und wiederaufleben der natur im wechsel des jahres Welcker alte denkm. (1849) 5, 106; nicht immer wird sich das wurzelunkraut ohne gefahr des wiederauflebens unterpflügen lassen, also auch nicht verfaulen Schwerz prakt. ackerbau (1882) 29.
2)
übertragen; von kunst und wissenschaft: die in unsern tagen wiederauflebende bardendichtkunst Kretschmann s. w. (1784) 1, 5; die epoche des wiederauflebens der wissenschaften Wackenroder herzenserg. (1797) 27; überblick der in Italien im dreyzehnten jahrhundert wieder auflebenden kunst Göthe I 47, 289 W.; das wiederaufleben der antiken cultur Herman Grimm Michelangelo (1890) 1, 40. auch sonst mannigfach: wir sehen ..., dass ... die ... maxime, dass sie (die vasallen) ihre lehnsherrn nach belieben ändern könnten, nun auch in diesem zeitraum in Deutschland wieder aufgelebet M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 4, 527; das grässlichste wiederaufleben der tyrannei (1848) Ruge briefw. u. tagebuchbl. 2, 54 Nerrlich; die lehren des wiederauflebenden katholicismus Ranke s. w. (1867) 3, 26. von inneren erlebnissen: das wiederaufleben zärtlicheren verständnisses zwischen beiden Holtei erz. schr. (1861) 14, 137; die achtung, die er empfand, (muszte) ... in natürlicher steigerung zum wiederaufleben seiner liebe führen M. Meyr erz. a. d. Ries (1868) 2, 219. von öffentlichen institutionen: tempel und paläste, welche in dem mittelalterlichen, wiederauflebenden Rom emporwuchsen Gaudy s. w. (1844) 21, 38; die hoffnungen auf ein wiederaufleben Polens Häusser dt. gesch. (1854) 3, 652. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 904, Z. 36.

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Zitationshilfe
„wideraufleben“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wideraufleben>.

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