Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widerbisz, m.

widerbisz, m.,
'gegenbisz'; mehrfach bezeugt in übertragenem sinne: ez hât zwei werc. einez ist ein widerbiz wider dem, daz niht lûter ist. daz ander werc ist, daz ez iemer mê loket den guoten meister Eckhart in: dt. mystiker 2, 114 Pf. als lehnübersetzung von remorsus 'gewissensbisz': so behaltet der dennocht den widerbitz im hertzen, daszs er jn allso geleydiget hatt Keisersberg seelenparadies (1510) 68ᵇ. vgl. auch ob. widerbeiszen sp. 912. ähnlich vom schlag, stosz, der zur selbstbesinnung führt: das war ein grosz trefflich streit und schlachtung, wider die ketzer von gott gnädiglich gegeben. daraus die unbeständigen Slesier, Lusezer und Sechsstäter einen widerbisz empfingen, nicht zu tun oder ia noch zu harren, das sie algereit wider alle billikeit und fürwar wider alle getane eide beschlossen hatten zu tun Eschenloer gesch. d. st. Breslau 2, 212 Kunisch; den widerbisz halten 'den widerpart halten', s. auch widerstich, widerstosz:
der pfalzgraf hielt den widerbiesz
mit gwalt zu allen streiten
hist. volkslieder 1, 538 Liliencron.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 922, Z. 63.

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wettermännlein widerprellen
Zitationshilfe
„widerbisz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/widerbisz>.

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