Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widererwecken, wiedererwecken, vb.

wi(e)dererwecken, vb.;
resuscito wider erwecken Calepinus XI ling. (1598) 1263ᵃ; wiedererwecken Stieler stammb. (1691) 2398; wider erwecken Dentzler clavis ling. lat. (1716) 350ᵇ. eigentlich von toten: zu neuem leben erwecken:
der lachende platz war
reizender noch, als die gärten der fabel, des wiedererweckten
lieblings der Venus, Adonis
Zachariä poet. schr. (1763) 8, 192;
aber Patroklos liegt todt ... kein jammern der Troerbräute wird ihn wiedererwecken Droysen Äschylus (1841) 496; so erklärt ... Herodes Jesum für den wiedererweckten täufer D. Fr. Strausz ges. schr. (1876) 3, 166; (der mensch kann) wohl leben vernichten, aber nicht willkürlich wiedererwecken N. Hartmann ethik (²1935) 311. bildlich: kurz mir wäre es nicht unwohl, wenn ich diesen dichter von einer guten hand bald völlig wieder erweckt sähe Herder 15, 12 S. häufig übertragen von institutionen, einrichtungen, denkweisen usw., die neu belebt werden: der aus langer schlafsucht wiedererweckte trieb zur poesie Triller poet. betracht. (1750) 2, 507; jenes zeitalter der wiedererweckten literatur Creuzer symbolik u. mythol. (1810) 1, 251; dieses wiedererweckte königliche oberrichterthum Mommsen röm. gesch. 3 (1866) 478; galanterie war das junge schooszkind jener zeit! es fand seine halbe rechtfertigung im wiedererweckten style der als würdig gepriesenen ritterlichkeit H. Laube ges. schr. (1875) 2, 86; die medaillen sind ein ergebnis der durch den humanismus wiedererweckten beschäftigung mit den kunstresten des altertums Luschin v. Ebengreuth münzkde u. geldgesch. (²1926) 32. von stimmungen, gefühlen u. dgl.: (es würde) ihm ein leichtes seyn, nach verbannung der üppigkeit und trägheit, den alten kriegsgeist bey den Römern wieder zu erwecken M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 3, 585;
in seiner grambelad'nen brust
erweckten jene freudenlieder
nur traurige erinn'rung wieder
an unersetzlichen verlust
Kind ged. (1817) 4, 99;
ein blick in das zauberische antlitz der mutter natur ... stimmt uns zurück auf den tiefen grundton unsers wesens und erweckt oder wiedererweckt in uns den glauben, dasz ... der quell der befriedigung für jeden flieszt Spielhagen s. w. (1877) 2, 3; eines war nicht wiederzuerwecken: die stimmung, die ihn damals verzaubert gehalten hatte Polenz Grabenhäger (1898) 1, 278. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 959, Z. 26.

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Zitationshilfe
„widererwecken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/widererwecken>.

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