Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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widerlager, n.

widerlager, n.,
(verstärkung einer) stützmauer, unterlage, fundament, vgl. widerlage 2. fast nur technischer terminus, häufiger belegt seit dem 18. jh., entlehnt ins dän. als viderlager; mundartl. (öfter schwäb.-alem.), bes. in der form widerleger, -läger (s. dazu lager teil 6, sp. 63): widerläger Hunziker Aargau 296; widerlager Seiler Basel 315ᵃ; belege aus dem 17. jh. bei Fischer schwäb. 6, 782; schweiz. id. 3, 1171; widerläer Gangler Luxemburg 482.
1)
von verstärkten mauerteilen und pfeilern, die den schub eines bogens oder gewölbes tragen; 'widerlager nennt man die schräge fläche an einer mauer, in deren verbreitung der mittelpunkt eines bogens liegt' Helfft wb. d. landbauk. (1836) 408; vor allem erstaunte ich wieder vor der construction der spitze, deren schräg anstrebende steinmassen fast gar kein widerlager zu haben scheinen Schinkel reisetageb., br. u. aphorismen 1, 206 Wolzogen; die wände hatten nicht nur als stützen, sondern zugleich auch als widerlager zu dienen, muszten also sehr schwer gebildet werden Dehio gesch. d. dt. kunst. 1 (1919) 120. pfeiler und bes. die beiden uferbefestigungen einer brücke: eine ... bruͤcke bestehet ... aus ... boͤgen und ... widerlaͤgern allg. dt. bibl. (1765) 24, 424; Beil technol. wb. (1853) 656; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1877) 2, 75; nur bei ... untergeordneten zwecken dienenden brücken werden diese widerlager durch uferbalken ersetzt Alten hdb. f. heer u. fl. (1909) 2, 562. im bergbau (vgl. widerläger) 'die in das liegende eingehauenen vertiefungen, in welche der fusz der stempel gesetzt wird' Krünitz öcon. encycl. 238 (1856) 568. gegenstände und vorrichtungen, die ein widerlager darstellen oder als solches dienen: kann man das bassin ganz in den gewachsenen boden hineinbauen, so giebt letzterer eine gutes widerlager für das mauerwerk ab Muspratt chemie 5 (1896) 521; der sporn (am geschütz) ... diente als widerlager für die spannung einer schrauben- oder bellevillefeder Alten hdb. f. heer u. fl. (1909) 3, 523ᵇ.
2)
nur vereinzelt in bildlichem und übertragenem gebrauch: (ein) begriff, der als begriff des stützpunkts und widerlagers bezeichnet werden kann Vischer ästhetik (1846) 3, 2, 180; zunft und innung, welche die stärksten widerlager gewesen sind des deutschen bauern- und bürgerthums Rochholz in: Frommann d. dt. maa. 6, 307; (über ein kreuzigungsbild:) er ist unter dem kreuze zusammengebrochen. die linke hand sucht ein widerlager am wegrain Dehio gesch. d. dt. kunst 2 (1921) 228. zss. wie unten unter widerlag(s). —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1097, Z. 71.

widerläger, m.

widerläger, m.:
'im bergbaue ein arbeiter, der den raum zu den widerlagen (s. widerlager 1) in dem gesteine aushauet' Adelung 4 (1801) 1522; ebenso Campe 5 (1811) 700; ouvrier qui creuse les fondements d'une boutée Beil technol. wb. (1853) 656. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1098, Z. 43.

widerlagern, vb.

widerlagern, vb.,
gegen etwas lagern. intrans.: zwischen scharfkantigem geröll und widerlagernden felsenwehren Kürnberger nov. 2 (1861) 142; (im bergbau Westfalens waren) bisher ... gegen einander widerlagernde mauern die regel Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 1, 400. transitiv: die hochwand des mittelschiffs zu versteifen und die gewölbe zu widerlagern Dehio gesch. d. dt. kunst 1 (1919) 234. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1098, Z. 48.

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Zitationshilfe
„widerlagern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/widerlagern>.

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