Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widernatürlichkeit, f.

widernatürlichkeit, f.,
abstraktum zum vorigen. erst seit der 2. hälfte des 18. jhs. bezeugt, von Campe 5 (1811) 701ᵃ gebucht.
1)
widernatürliche beschaffenheit einer sache: wer sich den zweck vorgezeichnet hat, das laster zu stürzen, ... musz sich in empfindungen hineinzuzwingen wissen, unter deren widernatürlichkeit sich seine seele sträubt Schiller 2, 9 G.; die widernatürlichkeit des wuchers, also seine unvereinbarkeit mit dem sittengesetz ... stehen ihm (Luther) fest hdwb. d. staatswiss. (²1898) 6, 393. die scheidung des begriffes von übernatürlichkeit wird geleugnet: die übernatürlichkeit ist nur ein euphemismus für widernatürlichkeit Feuerbach wesen des christenthums (³1849) 368.
2)
'eine widernatürliche sache' Campe 5 (1811) 701ᵃ: zu erklaͤren in wiefern die gesundheit bei jenen widernatürlichkeiten leiden, und oft sehr früh zu grundgehn muͤsse Hermes f. töchter edler herkunft (1789) 1, 142; der staub verwandelt sich in läuse, der stab in eine schlange ... und alle diese wiedernatürlichkeiten geschehen zum nutzen Israels Feuerbach wesen d. christenthums (³1849) 163; (in Tibet) sind es sparsamkeitsrücksichten, welche diese widernatürlichkeit (die frauengemeinschaft) uns erklären Peschel völkerkde (1874) 232.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1130, Z. 31.

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Zitationshilfe
„widernatürlichkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/widernat%C3%BCrlichkeit>.

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