Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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widersässig, adj.

widersässig, adj.,
aufsässig (s. teil 1, sp. 717). mhd. widersæʒec neben widersæʒe (s. Lexer 3, 853), frühnhd. (bes. 16. jh.) häufig, seit dem 17. jh. nur selten, neben widersetzig (s. d.) bezeugt; an seine stelle tritt widersetzlich (s. d.). zur dehnstufe von widersitzen (s. d.) gebildet, erscheint das wort bereits mhd. mit -e-; frühnhd. sind formen mit -ä- (auch für -sätzig, -setzig zu widersatz) nur noch selten. widersetzlich dagegen hat fast ausnahmslos (wohl unter einflusz von widersetzen, das im 16. jh. starke verbreitung findet, während widersatz ungeläufig geworden war) ein e als stammsilbenvokal. vereinzelt lexikalisch: vngehorsam, widersessig, widerstössig, widerspenstig Schwartzenbach synon. (1564) 63ᵇ; wiederseszig und saͤumig Schottel haubtspr. (1663) 354. fast durchweg von der widerspenstigen haltung oder gesinnung gegenüber einer obrigkeit oder (so bes. rechtssprachlich) einem gebot, einer verordnung (häufig in paariger verbindung widersässig und ungehorsam):
wer dir widersêzzig sey,
dem soltu lazzen chainn gewalt
Suchenwirt 28, 37 Primisser;
wer dem andern schaden tuet mit seinem guet, der soll dem andern pfant geben; ob er aber mit dem pfant widersässig wolt sein, so solt jener den probst daz guet einantwurten (14. jh.) österr. weist. 2, 93; geraysigs volks mit ettlichen Behaim, die der hailigen kirchen und seinen genaden (könig Albrecht) wydersessig und ungehorsam sind (1438) Frankfurts reichscorresp. 1, 451 Janssen; sag das (das gebot des kaisers zum waffendienst) ain man dem andern, vnd welher darinn widersessig vnd vngehorsam erfunden wurde, den wirdet man darumb straffen an leib vnd an gut an alle gnad (1461) copeybuch d. gem. st. Wienn 289 Zeibig; aber so ir die ersten seyt, die meinem gepott nicht gehorsam seind vnd daz verschmaͤchent alz die widersaͤssigen Hartlieb hist. v. d. gr. Alexander (1473) 45ᵇ; wer in (den regenten) ungehorsam, sey auch gott und dem herrn widersässig Tengler layenspiegel (1512) 17ᵃ; die ungehorsamen und widersessigen miszhandler, ... anzeigen (1531) Lori baier. bergrecht (1764) 203;
er (der gaul) scheuet offt und war gar widersessig
Hans Sachs fabeln u. schwänke 5, 65 ndr.
in neuer zeit vereinzelt: das sagte sie lind, diese widersessige E. v. Handei-Mazzetti d. arme Margaret (1911) 72. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1170, Z. 27.

widersässig, adj.

widersässig, adj.,
aufsässig (s. teil 1, sp. 717). mhd. widersæʒec neben widersæʒe (s. Lexer 3, 853), frühnhd. (bes. 16. jh.) häufig, seit dem 17. jh. nur selten, neben widersetzig (s. d.) bezeugt; an seine stelle tritt widersetzlich (s. d.). zur dehnstufe von widersitzen (s. d.) gebildet, erscheint das wort bereits mhd. mit -e-; frühnhd. sind formen mit -ä- (auch für -sätzig, -setzig zu widersatz) nur noch selten. widersetzlich dagegen hat fast ausnahmslos (wohl unter einflusz von widersetzen, das im 16. jh. starke verbreitung findet, während widersatz ungeläufig geworden war) ein e als stammsilbenvokal. vereinzelt lexikalisch: vngehorsam, widersessig, widerstössig, widerspenstig Schwartzenbach synon. (1564) 63ᵇ; wiederseszig und saͤumig Schottel haubtspr. (1663) 354. fast durchweg von der widerspenstigen haltung oder gesinnung gegenüber einer obrigkeit oder (so bes. rechtssprachlich) einem gebot, einer verordnung (häufig in paariger verbindung widersässig und ungehorsam):
wer dir widersêzzig sey,
dem soltu lazzen chainn gewalt
Suchenwirt 28, 37 Primisser;
wer dem andern schaden tuet mit seinem guet, der soll dem andern pfant geben; ob er aber mit dem pfant widersässig wolt sein, so solt jener den probst daz guet einantwurten (14. jh.) österr. weist. 2, 93; geraysigs volks mit ettlichen Behaim, die der hailigen kirchen und seinen genaden (könig Albrecht) wydersessig und ungehorsam sind (1438) Frankfurts reichscorresp. 1, 451 Janssen; sag das (das gebot des kaisers zum waffendienst) ain man dem andern, vnd welher darinn widersessig vnd vngehorsam erfunden wurde, den wirdet man darumb straffen an leib vnd an gut an alle gnad (1461) copeybuch d. gem. st. Wienn 289 Zeibig; aber so ir die ersten seyt, die meinem gepott nicht gehorsam seind vnd daz verschmaͤchent alz die widersaͤssigen Hartlieb hist. v. d. gr. Alexander (1473) 45ᵇ; wer in (den regenten) ungehorsam, sey auch gott und dem herrn widersässig Tengler layenspiegel (1512) 17ᵃ; die ungehorsamen und widersessigen miszhandler, ... anzeigen (1531) Lori baier. bergrecht (1764) 203;
er (der gaul) scheuet offt und war gar widersessig
Hans Sachs fabeln u. schwänke 5, 65 ndr.
in neuer zeit vereinzelt: das sagte sie lind, diese widersessige E. v. Handei-Mazzetti d. arme Margaret (1911) 72. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1170, Z. 27.

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Zitationshilfe
„widersässig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/widers%C3%A4ssig>.

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