Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widerschellen, wiederschellen, vb.

wi(e)derschellen, vb.,
dass. wie widerschallen (s. d.); zu mhd. schellen stv. (s. teil 8, sp. 2496). frühnhd. auch als widerschällen. vereinzelt lexikalisch: widerschellen concrepare, concrepitare, resonare, voc. inc. teut. (Speyer um 1485) oo 3ᵃ; belege aus dem 13. bis 17. jh. (kaum im 16. jh.);
sie schuzzen vnd rieffen
daz beide berge vnd tal
mit glichme lute wider schal
Herbort v. Fritzlar liet von Troye 4508 Frommann;
da wart so grosz geruff das berg und tal alles wiedder schal Lancelot 1, 76 Kluge;
mein helffen hilfft dich nicht, wie dann der loͤwe bruͤllet,
dasz das revier umher mit zittern widerschüllet,
so leufft der kleine stier zu seiner mutter hin,
doch fehrt der löwe zu (und nimpt ihr den gewinn)
Opitz opera 1 (1628) 236;
ihr könnt singen bey den quellen
dasz man höret weit und breit
von der schoͤnen freundligkeit
das gestade wiederschellen
ebda 2 (1637) 186; ebda 189;
eile (Elbe), laufe nacht und tag,
meld es mit beredten wellen,
dasz die ufer widerschällen,
wie der feind vor dir erschrak
Fleming dt. ged. 231 lit. ver.
vgl.: also ist in der Galathee des Opitius das wort wiederschaͤllen zweymahl zu finden, weil es nicht so starck als wiederschallen klingt, welches in einem bauer- oder hirtenliede zu praͤchtig klingen wolte Buchner anleitung z. dt. poeterei (1665) 102.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1185, Z. 29.

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widerprallen wiedertun
Zitationshilfe
„widerschellen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/widerschellen>.

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