Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widerspän, widerspen, adj.

widerspän (-spen), adj.;
mhd. widerspæne, -spêne, -spân, belege bei Lexer 3, 856; rebellis widerspan (1440, md.) Diefenbach gl. 486ᵃ. in neuerer zeit noch mundartlich: wêerspan 'widerspenstig' Schambach Göttingen 290ᵇ. literarisch dem mhd. und frühnhd. angehörend. meist 'widersetzlich, hartnäckig':
(ein ertrunkenes weib) was so wider spen,
dasz ich (d. ehemann) gedenck vnd wen,
sie sey zu disen stunden
hie zu berg ('stromaufwärts') gervnnen
erz. a. adt. hss. 208 lit. ver.;
so zimpt doch nit einem geliebten lieb in kein sach widerspen sein dem willen vnd begern Joh. Hartlieb buch Ovidij v. d. liebe (1482) 86. neben synonymen: was sagst dw dann von den widerspen und träczigen münchen (de monachis pertinacibus, gegenüber den prälaten)? (um mitte d. 15. jhs.) ders., Caesarius v. Heisterbach 383 Drescher; vgl. Fischer schwäb. 6, 793. 'böse, verrucht':
der smack so selzene
den der wider spene
Liminius vil grozir vant
danne er vor were erkant
(1293) Hugo v. Langenstein Martina 358 lit. ver.
'(einer sache) feindlich gesinnt':
(wer) dem unglauben wer wider span
den wolstu, her, nit lan
(um 1500) Hans Folz meisterlieder 22 Mayer.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1218, Z. 73.

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widerprallen wiedertun
Zitationshilfe
„widerspen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/widerspen>.

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