Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widerspruchslos, adj.

widerspruchslos, adj.,
ohne einen einwand, widerspruch zu äuszern: wir nehmen ... ihre entscheidung widerspruchslos an (1853) Gervinus in: briefw. zw. J. u. W. Grimm, Dahlmann u. Gervinus (1885) 2, 358; einen stummen, widerspruchslosen zuhörer fand er wohl, ob aber einen aufmerksamen, das war eine andere frage (1861) W. Raabe s. w. I 4, 123; ich überlege mir gerade, dasz es doch merkwürdig ist, dasz wir diesen ungeschriebenen gesetzen so widerspruchslos gehorchen Renn adel im untergang (1947) 101; irgendwie musste ihn das widerspruchslose schweigen des paters stören O. M. Graf unruhe (1948) 384. im sinne von 'unbestreitbar' (vgl. widerspruch 2): da Stamitz selbst auch die orchesterbesetzung mit obligaten oboen, flöten ... trompeten und pauken in der gleichen form durchführte, und da er bereits im frühjahr 1757 starb, so ist ihm widerspruchslos die vaterschaft der klassischen symphonie zuzusprechen H. Riemann musiklex. (⁹1919) 1167ᵇ. frei von widersprüchen: und das denken strebt nothwendiger weise, diese die religiöse erfahrung versinnbildlichenden vorstellungen aufzuklären, zu zergliedern und widerspruchslos zu verbinden Dilthey einl. i. d. geisteswissensch. (1883) 1, 346; vielmehr läszt sich jeder kausale ablauf eines geschehens widerspruchslos als finaler prozesz deuten Nic. Hartmann ethik (1935) 182. — so auch widerspruchslosigkeit f.: vergebens durchirrst du das gehege deiner erzilten widerspruchslosigkeiten Goué d. hoeere ruf (1769) 77; die thätigkeit der vernunft (besteht) ... darin, den durch die wahrnehmung gelieferten stoff ... zu systematisiren ... und ihr princip ist dabei blos das der widerspruchslosigkeit Hegel w. (1832) 6, 114; philosophie also ist ein begriffliches denken des gegebenen, um es mit voller klarheit und widerspruchslosigkeit vorstellen zu können Windelband gesch. d. neueren philosophie (1907) 2, 389; ontologische möglichkeit ist ja nicht blosze widerspruchslosigkeit (wie die logische), sie besteht in der reihe der bedingungen Nic. Hartmann ethik (1935) 193. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1260, Z. 1.

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Zitationshilfe
„widerspruchslos“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/widerspruchslos>.

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