Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widerstandskraft, f.

widerstandskraft, f.
(daneben nur vereinzelt widerstehenskraft, s. dieses). 'das vermögen, widerstand zu leisten'.
1)
von lebewesen (gemeinschaften), im kriege: unterfing sich don Franzisko eines ausfalls auf die seine widerstandskraft allzu leichtsinnig verachtenden Niederländer W. Raabe s. w. I 6, 312; die widerstandskraft der Sowjetarmee quelle v. j. 1941. im politischen bereich: man (d. i. Napoleon u. d. Franzosen) ... scheut keine andere opposition, als die materielle und hat gar keinen begriff davon, dasz in Deutschland noch eine andere widerstandskraft lebt (1811) Görres ges. br. (1858) 2, 179. auch die moralisch-physische kraft zum durchhalten bei allerlei widerwärtigkeiten, nöten, strapazen: leiden, irrtum und widerstandskraft erhalten das leben lebendig G. Keller ges. w. (1889) 3, 69; deine (lebensmittel-) pakete sind das einzige mittel, mutters widerstandskraft aufrechtzuerhalten, und doch wirst du dich wundern, wie wir aussehen. wie mögen es nur die leute machen, die gar nichts hintenherum erhalten ...? A. Zweig einsetzung e. königs (1950) 115. insbesondere das physische vermögen, krankheiten abzuwehren und überhaupt körperlichen schädigungen nicht zu erliegen: ich hätte ernstlich für seine lunge gefürchtet, wenn nicht seine gesichtsfarbe, gewölbte brust, energie der bewegungen, wie ich sie während des tags beobachtet hatte, eine ausdauernde widerstandskraft verbürgt hätten Vischer auch einer ²⁵14; seine (des jaks) widerstandskraft und lebenszähigkeit (etwa bei verwundung) sind ... gross Brehm tierl. 3, 256 P.-L. die fähigkeit, geistig-seelisch und moralisch zu widerstehen: ein widerwille stieg in ihr auf und wuchs zur entschiedensten widerstandskraft M. Meyr erz. a. d. Ries (1868) 1, 328; er fühlte sich diesem verführerischen auge (eines weibes) gegenüber in gefahr und stärkte seine moralische widerstandskraft im anschauen Richelieu's H. Laube ges. schr. (1875) 15, 230; sowie das gespräch auch nur annähernd den charakter einer kleinen prüfung annahm, sank seine stimmung unter null, brach seine widerstandskraft vollständig zusammen Th. Mann Buddenbrooks (1922) 2, 158; wuchs ihre widerstandskraft und fiel die lähmende leidenschaft von ihr ab E. Zahn die da kommen u. gehen (1909) 88. mehr ein wesenszug: sie (ein mädchen, das sich zum diebstahl hatte verführen lassen) wurde der fürsorge überwiesen, als ein kind ohne widerstandskraft, ohne festigkeit A. Seghers die toten bl. jung (1950) 327.
2)
von sachlich-dinglichem: gewebe von gröszerer widerstandskraft, wie die gefäsze, das elastische gewebe, die knochen Sömmerring bau d. menschl. körpers (1839) 8, 1, 374; welche auszerordentliche widerstandskraft die menschliche natur gegen grausame winterheimsuchungen besitzt J. Rank erinn. (1896) 82; dass die ursprünglichen grundeigentumszustände keine grössere widerstandskraft ... bewiesen haben hdw. d. staatswiss. (1898) 5, 537. auch wird das wort in der elektrotechnik gebraucht; s. Blaschke wb. 141 und Krebs techn. wb. 7, 3 (1932) 179 b, slg. Göschen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1274, Z. 32.

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Zitationshilfe
„widerstandskraft“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/widerstandskraft>.

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