Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widerstellig, adj.

widerstellig, adj.,
'widersetzlich, -spenstig': oppositissimus gantz widerstrebick, widerstellig Melber voc. predic. (1482) S 3ᵇ. von lebewesen:
wenn Longobardi, als wir lesen,
gar widerstellig sind gewesen
(steir., vor 1428) A. Kurzmann amicus 1089 Schönbach;
schultheis, schopffen, rath und gantz gemeind einhelliglich widerstellig vnd hinderstendig wurden und solichen eidt nit thun wolten (Amorbach 1468) oberrhein. stadtrechte 1, 226; (der sohn) der sich im widerstellig gemacht J. Schenck ein schone cronica (1522) 86; dann si (die raben) damit dem regen und ungewitter widerstellig sind Zoleckhofer vilvaltige beschr. (1564) 191. von dingen: nuhn hab der magen sein wircken vnd treibts auss: wo (er) aber zu widerstellig vnd eygensinnig wer Paracelsus opera (1616) 1, 523ᴬ Huser; nichts ist da, dasz dir die artzney zu heylen widerstellig machte ders., chir. bücher u. schr. (1618) 118ᴬ Huser.mhd. in demselben sinne widerstelle, adj.:
(Christus) dem elliu rîch sunder wân
müessen wesen undertân.
im himel, ûf erde, in helle
ist im nit widerstelle
(um 1300) Walther v. Rheinau Marienleben 10, 13 Keller.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1290, Z. 22.

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widerprallen wiedertun
Zitationshilfe
„widerstellig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/widerstellig>.

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