Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widerstrebung, f.

widerstrebung, f.
(mhd. widerstrëbunge Lexer 3, 860; mnd. wedderstrevinge, s. u. städtechron. 7, 50 und Diefenbach; ndl. we(d)erstreving van Dale nieuw groot wb. ⁷2086ᵇ.) 'widerstand, widerstreben'. von den wbb. bis ins 18. jh. oft gebucht, von Campe wb. 5 (1811) nicht mehr angeführt: rebellio hd. widerstrebung, nd. weder streuinghe Diefenbach gl. 486ᵃ; rebellatio widersträbung, widerbäfftzung, widerspennigkeit Frisius dict. (1556) 1119ᵃ. weitere lat. entsprechungen: oppugnatio, instantia Orsäus nomencl. method. (1623) 108; repugnantia, inobedientia, contumacia Stieler stammb. (1691) 2192; reluctatio Steinbach dt. wb. (1734) 2, 738. neusprachliche gegenwerte aus histor. wbb.: ital. contradittione, contrarietà, contrastamento, contrasto, oppositione, resistenza, ripugnanza Hulsius-Ravellus t.-frz.-ital. (1616) 412ᵃ; Kramer t.-ital. 2 (1702) 999ᶜ; frz. contradiction, opposition, répugnance, résistance Hulsius-Ravellus a. a. o.; Widerhold dict. alleman-franç. (1669) 418ᵇ; Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1045ᵃ; engl. repugnancy, reluctancy, struggling against, averseness or opposition Ludwig t.-engl. (1716) 2482: (zwei Wendenfürsten) weren sake ('ursache') der wedderstrevinge, wente se hadden alle cristen over der Elve vordelget (nicht vor 1360) städtechron. 7, 50; der mensch chumt in trubsal von der widerstreitung und widerstrebunge der anweigung ('anfechtung') der leipleichait (1371) Heinrich v. Mügeln bei Khull beitr. z. mhd. wb. 23; der mensch in seynem vornemen eyne widderstrebung fueleth (1518) Luther 9, 140 W.; die schwachheit und widerstrebung des fleisches Widmann Fausts leben 192 Keller; die fürsten viel schätz bedürffen zu widerstrebung jhrer feind Albertinus fürstl. lustgarten (1619) 1, 33; (wir) setzen uns wider gott und seinen willen, und leben also in der widerstrebung zum verderben des leibes und der seele (1619) J. Böhme s. w. 3, 3 Schiebler; ihre gedräute widerstrebung vermag mich (bei der liebeswerbung) auch weder verzagt noch kälter zu machen Lohenstein Arminius (1689) 2, 130ᵇ; widerstrebung einer praktisch gesetzgebenden vernunft wider alle sich einmengende neigung Kant 5, 92 akad.; die wiederstrebung des verderbens gegen das gewissen sieht hr. H(elvetius) blos als den streit entgegengesetzter leidenschaften an A. v. Haller tageb. (1787) 1, 181. in neuerer sprache begegnet wiederholt pluralgebrauch: widerstrebungen der bürgerschaft (gegen gemeinnützige einrichtungen) (1797) Göthe I 34, 1, 249 W.; Karls des fünften ... oberherrschaft, die er ungeachtet aller widerstrebungen dennoch über den grössten theil von Europa behauptete Fr. Schlegel s. w. (1846) 11, 231; dasz diese wohlgemeinten unternehmungen der ausländer ... grosze widerstrebungen wecken muszten G. H. v. Schubert reise i. d. morgenland 3 (1839) 462.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1314, Z. 33.

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Zitationshilfe
„widerstrebung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/widerstrebung>.

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