Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widertritt, wiedertritt, m.

wi(e)dertritt, m.,
das zurücktreten. mhd. in adverbialer verbindung âne oder sunder widertrit:
want ich hab genumin
genzlîch in mîn herze dit,
daz ich âne widirtrit
mit ûch wil ouch mîn lebin
dem gûtin gote irgebin
Nicolaus v. Jeroschin kronike v. Pruzinlant 9560 Strehlke;
wiedertritt regressus, recursus Stieler stammb. (1691) 2338; 'ein zurückkehrender tritt, doch sehr ungewöhnlich' Adelung 5 (1786) 217. rechtssprachl. das abstehn von einer rechtskräftigen entscheidung: ein rechtspruch sol kein widertrit lîden (15. jh.) Zeitzer copialbuch 199ᵇ; das kein orteyl wedirtrit liden sal bei Graf u. Dietherr rechtssprichw. (1864) 479. in der strophik, vgl. wi(e)derkehr B 2 b (sp. 1071): widerkehr, wiedertritt, gegentritt Harsdörffer poet. trichter (1647) 2, 5; der wiedertritt (carmen retrogradiens) ist ein kurtzes wiederkehr, wan nemlich nur zwey reimwoͤrter gegentritt halten und alsbald wiederkehren Schottel haubtspr. (1663) 938; Morhof unterr. v. d. dt. sprache (1682) 1, 801; wiedertritte sind eine art von scherzgedichten, die man besser krebsreime nennen moͤchte, weil sie erst vor, dann hinter sich gehen Gottsched wb. d. sch. wissensch. (1760) 1656; als veraltet bei Adelung und Campe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1346, Z. 17.

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widerprallen wiedertun
Zitationshilfe
„widertritt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/widertritt>.

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