Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widervereinigen, wiedervereinigen, vb.

wi(e)dervereinigen, vb.,
wiederherstellen einer verlorenen einheit. lexikal. auch im sinne aussöhnen: reconciliare widerverainigen (ende 15. jh.) Diefenbach gl. 487ᶜ; wiedervereinigen reconciliare; hüte dich vor einen wiedervereinigten freund ab amico reconciliato cave Stieler stammb. (1691) 368. von menschen nach (langer) trennung oder im tode: wie bald er sich mit ihr (der liebsten) wieder vereinigen werde Chr. Weise polit. redner (1677) 279; bis an den wiedervereinigenden tod Novalis schr. 2, 23 Minor; die wiedervereinigte halbe gesellschaft für vaterländische geschichte G. Keller ges. w. (1889) 6, 171. von abstraktem: die wahrhaft liebende seele bedarf nur der anregung ... eines ... gereiften geistes; so ist jenes wiedervereinigte ... volle bewusztsein ... von selbst ... mit gegeben Fr. Schlegel s. w. (1846) 15, 49; geht es aber ... ans wiedervereinigen dessen, was man getrennt hat, so ist es mit ihrem talent zu ende Schelling w. (1856) I 1, 360. in neuerer zeit bes. von getrennten ländern: obgleich Stephanus Fibulatus ganz Bayern wieder vereinigt, so theilten sich doch dessen söhne auf das neue in Ingolstadt, Landshut und München M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 4, 3; (es) gelang, die nachbarn in ihre alten grenzen zurückzuweisen, die marken zu beruhigen und wiederzuvereinigen Ranke s. w. (1867) 1, 41. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1355, Z. 8.

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Zitationshilfe
„widervereinigen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/widervereinigen>.

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