Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widerkäuflich, wiederkäuflich, adj.

wi(e)derkäuflich, adj.,
mhd. widerköuflich und widerköufic; ablösbar durch rückzahlung der kaufsumme, vor allem von zinsen (im gegensatz zu ewiger zins s. ³zins II A 1 und 2 teil 15, sp. 1484/85). literar. vom 14. bis 19. jh. gut belegte lich-bildung zu wi(e)derkauf (s. d.); fehlt den wbb. vor Faber: wiederkäufflich fiduciarius, wiederkäufflich kauffen thes. (1710) index. germ.-lat.; wiederkäuflich verkauffen Ludwig t.-engl. (1716) 2476.
1)
attributiv (bes. wiederkäuflicher zins): min vetter ... mit mir schvldener vnd gvlt worden ist vmb ahthalb marck silber geltz ..., die widerkoͤiffig sint mit nv́ntzig marcken silbers (1379) zs. f. gesch. d. Oberrheins 17, 79; wande wir do mitte abgeloͤset habent ander widerkeufig gelt, das wir uff unsere stette verkouft hettent (1397) ebda 8, 302; hypothecam ponere et sortem reddere debet esse in manu venditoris, der das gelt nimbt auf widerkeuffliche zins (1542) Luther tischr. 5, 147 W.; hundert gulden reinisch widerkeufflichs zinses Machholth formular (1560) 81ᵃ; widerkeuffliche verschreibunge ebda 82ᵇ; (von der versteuerung) eximiret und befreiet sein sollen alle unausgeliehene und zum nothpfennige gehaltene lagergelder, ... hospitalgelder ... und wiederkäufliche zinse (1621) acta publica 4, 146 Palm; mein verkäufer (des rittersitzes) hatte mich nicht nur beim verkauf selbst ziemlich geschnellt, sondern mir auch einen bedeutenden wiederkäuflichen zins verschwiegen aus Paul Winckler d. edelmann (1697) bei G. Freytag ges. w. 20 (1888) 323. wiederkäuflich recht recht auf wiederkauf: allermassen sich herr verkaͤuffer krafft dieses begiebet, sein wiederkaufflich recht an niemanden anders zu cediren Menantes neue briefe (1723) 690.
2)
adverbial, bes. wiederkäuflich übergeben, überlassen: wir woltten gerne drein willigen, das sechs vom hundert gegeben wurde, oder noch zufrieden sein, das sieben oder acht gegeben wurde. den die guter sind itzt sehr gestiegen, wen nur ein unterpfand da were, und es auff widderkeufflich gerichtet wurde (1537/40) Luther 47, 493 W.; es hat des vaters bruder gegen ein stuͤck geld sein an dem guthe Frentz gehabten antheil desselben vater wiederkaͤufflich übergeben Thomasius ged. u. erinn. (1720) 3, 327; Karl IV. aber hat das schultheissenamt 1372 der stadt wiederkaͤuflich uͤberlassen allg. dt. bibl., anh. zu bd. 53/86 (1771) 833; das amt Capellendorf ... an das haus Sachsen wiederkäuflich überlassen Ranke s. w. (1867) 1, 141.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1066, Z. 30.

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Zitationshilfe
„wiederkäuflich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wiederk%C3%A4uflich>.

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