Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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widerliebe, wiederliebe, f.

wi(e)derliebe, f.,
'gegenliebe, wechselliebe, wiederliebe amor reciproco' Kramer t.-it. 1 (1700) 953ᶜ. literar. belegt seit dem mhd., seit dem 17. jh. nur noch vereinzelt. an seine stelle tritt gegenliebe. meist in der gegenüberstellung liebe (gegen, mit, ohne, um) wiederliebe:
gên muoter liebe ist al ze nider
des kindes widerliebe sider
minnesinger 3, 468ᵇ v. d. Hagen;
alsdann sie dich belontt
dinr lieb mit wider lieb
und spricht: 'gesel, ich gieb
min gunst dir fur al ander'
mhd. minnereden 1, 111 Matthaei;
wer lieb tregt vmb widerlieb
die selben zway tun als ain dieb
vnd stelen plick manigualt
liederb. d. Hätzlerin 284ᵇ Haltaus;
o himmel! welch' ergrimmte schmertzen
beschweren die geklämmten hertzen,
die in erhitzter libe brennen,
doch keine wider-lib' erkennen
Gryphius lustsp. 271 Palm.
sprichwörtlich: lieb ohne wieder lieb ist eben als wann einer fragt, der ander nicht antwort Lehmann floril. polit. (1662) 1, 498. die gott erwiderte liebe: grösser wirt auch in vns der guͦt wil vnd wyderlieb gegen got Eberlin v. Günzburg s. schr. 2, 185 ndr.;
o, hilff es uns erkennen
und lasz uns gegen dir
in wieder-liebe brennen
Simon Dach 625 Öst.;
wen diese liebe (des gekreuzigten) nicht zu wieder-liebe zwingt,
wem dieses jammer-bild nicht seel und geist durchdringt,
verdient, dass er empfindt, was für und für betrübet
Gryphius lyr. ged. 100 Palm.
unüblich 'wiedererwachte liebe': ich will eine Lydia auskundschaften, und von ihrer grausamkeit, liebe und treulosigkeit, wiederliebe und wiederuntreue, ... lyrische, elegische ... gesänge anstimmen Heinse an Gleim in: briefw. 1, 221 Körte.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1115, Z. 58.

widerlieben, wiederlieben, vb.

wi(e)derlieben, vb.,
lexikal. vereinzelt seit Hulsius amare chi ama widerlieben, lieben den, der vns liebet, it.-t. (1618) 23ᵃ. zuvor: redamare wiederliebhaben, aberliebhaben voc. theut. (Nürnberg 1482) OO 3ᵇ; redamo widerumb lieben Calepinus XI ling. (1598) 1233ᵃ. literar. belege seit dem 17. jh.
1)
'die liebe erwidern' Campe 5 (1811) 710ᵇ; allgemein, dem nächsten: wer ein andern hertzlich lieb hat, der pflegt desz geliebten willen, ob auch schon der ander theil nicht widerliebt Guarinonius grewel (1610) 155; kinder lieben nicht blos jeden wiederliebenden, ja den gleichgiltigen Jean Paul w. 48, 222 Hempel. gott: was heiszt selig seyn? wiederlieben, was uns liebt: gott! Loeben lotosbl. (1817) 1, 18; gott uns also liebt, dasz er uns gönnt ihn wiederzulieben Besser bibelstunden 3 (1877) 1023. den liebespartner (mit bes. betonung der gegenseitigkeit der liebe):
maedgen must du mich betruͤben,
kanst du meinen treuen sinn
nicht ein biszgen wieder lieben,
weil ich doch dein diener bin?
Chr. Weise überfl. ged. 63 ndr.;
liebst du ihn, er liebt dich wieder,
beyde zärtlich, beyde treu
Gottsched ged. (1751) 1, 99;
er liebt Irma, weil sie ihn wiederliebt Rosegger schr. (1895) II 4, 56.
2)
'aufs neue lieben', nur substantiviert, sonst wohl nicht als kompositum: als ich von der leiche meiner vertrautesten jugendfreundin abschied nahm ..., sprach (ich) 'auf wiedersehen und wiederlieben jenseits' Raupach dram. w. ernst. gattg. (1835) 16, 174;
(eine indian. sklavin) singt in ihrer süssen sprache
nach der freiheit tiefes sehnen,
nach der heimath tief verlangen,
wiederlieben, wiedersehen!
Brentano ges. schr. (1852) 2, 412.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1116, Z. 24.

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widerprallen wiedertun
Zitationshilfe
„wiederlieben“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wiederlieben>.

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