Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widerschenken, wiederschenken, vb.

wi(e)derschenken, vb.,
zurückschenken, wiedergeben. erst seit dem 16. jh., häufiger seit dem 18. jh. (oft als part. prät. in attribut. stellung) bezeugt. lexikalisch: redonare wider geben, wider schencken Frisius dict. (1556) 1128ᵃ; Calepinus XI ling. (1598) 1235ᵇ; wiederschenken munus munere expungere, remunerare, donis certare inter se Stieler stammb. (1691) 1759 (nicht bei Kramer, Adelung); Campe 5 (1811) 711ᵇ. die gesundheit oder das leben (nach schwerer krankheit) wiedergeben: solche (heilmittel sind) ... auffgezeichnet, sich selbst dardurch zu mehrer danckbarkeit gegen gott, von wegen bewiesener gutthat vnd wider geschenckter gesundtheit auffzumuntern Gäbelkover artzneyb. (Eisl. 1595) )( 3ᵃ; das erhebende vergnügen der wiedergeschenkten gesundheit Mörike ges. schr. (1905) 3, 51 Göschen; wirklich nahm sich Hermann in den ersten tagen des wiedergeschenkten lebens ernstlich vor, künftig vorsichtiger zu sein Immermann w. 5, 114 Hempel. jemanden wiederschenken: (Zara:) der himmel ... nimmt die strafe von mir, und schenkt mir einen vater wieder Lessing 2, 335 L.-M.; Ehrenholds fröhlichkeit über den verloren geglaubten ihnen wiedergeschenkten freund Fouqué altsächs. bildersaal (1818) 2, 545; mit heiszen thränen flehte sie, dasz gott ... den kranken erretten, den geliebten mann und vater ihr und seinen kindern wiederschenken möge M. Meyr erz. a. d. Ries (1868) 3, 190. von verschiedenen (meist abstrakten) gegenständen: meinete sie, mir einen groszen gefallen damit zu erweisen, wenn sie mir dieses bild wiederschenckte A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 3, 244; da der könig ihm ein zeichen seiner wiedergeschenkten gnade geben (1717) Berliner geschrieb. zeitungen 2 Friedl.; dasz ich vorher deiner fortdauernden liebe gewisz seyn wollte, ehe ich dir die meinige wiederschenkte Lessing 2, 347 L.-M.; ein stück (Egmont), auf das ich in mehr als einer hinsicht längst verzicht gethan habe, (wird) mir durch Schillern und sie so unerwartet wiedergeschenkt (1796) Göthe IV 30, 59 W.; jetzt aber freuten sie sich (d. früheren Rheinbundstaaten) der ihnen wiedergeschenkten souveränität Meinecke Boyen (1896) 2, 57. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1186, Z. 11.

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Zitationshilfe
„wiederschenken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wiederschenken>.

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