Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widerstechen, wiederstechen, vb.

wi(e)derstechen, vb.,
trans. bildlich, mit spitzen reden gleichsam nach etwas stechen, es anfechten, befehden:
swaz er (der verliebte) guetlîch wider sie sprach,
ubellîch sie ie wider stach;
sprach er jâ, sie sprach nein
(wohl ende d. 13. jhs.) Johann v. Freiberg in: gesammtabenteuer 3, 113 v. d. Hagen.
etwas widersticht jemanden, d. h. reut ihn, verursacht ihm gewissensbisse:
den lantgrêvin sîne wort
begondin widirstechin,
dî er ê pflac sprechen,
dô er dî strafunge scharf
an dî sunderinne warf
(14. jh.) Nicolaus v. Jeroschin kronike v. Pruzinlant 9419 Strehlke.
ferner findet sich mhd. und nhd. eine verwendung im sinne von 'auch, ebenfalls stechen (um den stich eines andern zu erwidern)': der ritter, der des furtes huͦt, stach syn glene, das sie gar zurstuͦb, und der wisz ritter stach yn wiedder Lancelot 1, 152 Kluge; widergestochen den der mich vor gestochen hat Meichszner hausbüchlin (1567) 4ᵃ. vgl. Stielers glossierung von wiederstechen mit 'repungere', stammb. (1691) 2155; desgl. Campe: wiederstechen 'das stechen erwidern', das wiederstechen wb. 5 (1811) 712ᵃ. doch wird man in diesen fällen eher von stechen + adv. wieder als von einem kompositum wiederstechen reden müssen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8,9 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1280, Z. 57.

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widerprallen wiedertun
Zitationshilfe
„wiederstechen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wiederstechen>.

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