Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widerstrich, wiederstrich, m.

wi(e)derstrich, m.
1)
'dagegenstreichen, streichen in entgegengesetzter richtung': contra-filo, contra-tiro Kramer t.-ital. 2 (1702) 1003ᶜ. vom wind (vgl. strich, m. B 2 b teil 10, 3, sp. 1533): und regieren daselbst (in Österreich) meistestheils der ostwind, der kälte und schönes wetter, und der westenwind, der regen und ungewitter zu bringen pflegt, indem sie der Donau nach geraden strich und widerstrich nehmen mögen Hohberg georg. cur. (1682) 1, 25. öfter mit der hand (vgl. strich, m. C 1 teil 10, 3, sp. 1541): ist aber das das schinbain krum ist ... vnd doch glat am wider strich ist H. Braunschweig chirurgia (1539) 94ᵇ; dasz die katzen ... so gar hitziger natur sind, dasz das feuer immer in ihnen tobet ... und die funken oder hitzigen ausztufftungen an dem wiederstrich des ruckens bey der nacht deutlich zu sehen qu. v. j. 1706 in: schweiz. id. 11, 2039; solche (fische) mit groszen, hinten freyen schuppen, dasz sie beym widerstrich rauh erscheinen, finden sich nicht Oken allg. naturgesch. (1839) 6, 118.
2)
'wiederstrich machen vögel, wenn sie im frühlinge an ihre brutorte zurückkehren, nachdem sie im winter der nahrung wegen an andere gezogen waren' Behlen forst- u. jagdkde (1840) 6, 230 (vgl. strich, m. B 1 c α teil 10, 3, sp. 1530): alles vogel- und lerchenfangs im wiederstrich ... sol man sich enthalten qu. v. j. 1609 bei Birlinger schwäb.-augsb. wb. 432ᵃ; in diesem monat (märz) kommt der schnepfen wiederstrich Hohberg georg. cur. (1682) 1, 114; da die lerchen bei ihrem wiederstriche fett befunden werden, so wollen deswegen einige naturforscher gar ihren strich bezweifeln Jean Paul w. 4, 272 Hempel. von Jean Paul scherzhaft auf die rückkehr reicher jünglinge von ihrer reise nach Frankreich oder Italien, auch auf die wiederkehr einer krankheit angewandt; ebda 42/43, 131 und 15/18, 133.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1328, Z. 44.

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Zitationshilfe
„wiederstrich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wiederstrich>.

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