Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

widerwachs, wiederwachs, m.

wi(e)derwachs, m.
1)
widerwachs: wierwahsz 'ein büschel haare auf dem scheitel des kopfes, welche den übrigen haaren entgegenlaufen und gewöhnlich struppig emporstehen' Müller-Weitz Aachen 261.
2)
wiederwachs: in der botanik gleichbedeutend mit wiederwuchs (s. dieses). von reallexika und wbb. vom 18. bis ins 19. jh. wiederholt gebucht. zuerst für die zeit um 1500 nachzuweisen: recidiuum widerwachsz, quia repullulat a tronco desecte arboris Brack voc. rer. (1489) i 3ᵇ; recidiuum, vulgo widerwachsz Trochus voc. rer. prompt. (1517) J 4ᵇ; die verwüsteten wälder zu ... wiederwachs zu befördern Fleming vollk. teutscher jäger (1719) 4; den boden (des gerodeten waldes) musz man reinigen; die stockräume aber nicht eher, als bis sie schon in genugsamer höhe überwachsen sind und der wiederwachs stark und grosz ist, der viehweide überlassen Petrasch sämtl. lustsp. (1765) 2, 586. auch: werwaasz, m., 'auswuchs, schmarotzerpflanze', ndl. nur uitwas Tonnar u. Evers Eupener wb. (1899) 229. in der zoologie: ihre jungen kolben (widerwachs des gehörnes) probiren sie (die hirsche) mit reiben und stossen an den bäumen Chr. Lehmann hist. schaupl. (1699) 530; cervinorum cornuum interitus, reditusque desz hirschgeweihs abfall und wiederwachs Pomey indiculus (1720) 44.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1361, Z. 51.

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Zitationshilfe
„wiederwachs“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wiederwachs>.

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