Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gewifelt1, participiales adjectiv

gewifelt I, participiales adjectiv
zu wifeln s. d.; das verbum ist mundartlich noch heute lebendig, doch in verengter bedeutung, deren breitere grundlage aus älteren buchungen noch ersichtlich ist (vgl. wifflen, acu pingere. vocab. v. 1618 s. Schmeller a. a. o. und mhd. wb. 3, 626) und aus zugehörigen substantivbildungen erschlossen werden kann (vgl. weval, subtemen, stamen. Graff 1, 649): wifeln, verwifeln (schwäb.) mit nadel und faden verweben, zustechen, etwas zerrissenes. Schmeller 2², 864; mit der nadel einen risz an der leinwand so flicken, dasz das geflickte mit dem gewebe eine ähnlichkeit hat. Stalder 1, 450. in beiden richtungen (weitere, engere bedeutung) bewegt sich auch der gebrauch des particips.
a)
da man d' pfeller nimet war
des helfenbeines, der edeln steine,
schoneʒ gesmeide groʒ und cleine
von golde unn seiden wehe porten
gewifelt mit mangen weisen worten.
H. v. Trimberg renner 16707;
die heide bedeutet dise werlde,
die got gewifelt und geberlde
hat mit manch'lai wunne.
213;
leinwatene fürheng mit gestrückten und gewifelten porten. Fuggers inventar, s. Birlinger schwäb. Augsb. wb. 195; in der kammer auf einem tisch ist gestanden eine hohe vergulte credenz mit candierten und eingemachten früchten, und auf einem hübsch gewifleten tuch stehent, und mit dergleichen einem bedeckt; auch eine bettstatt mit dergleichen umbhängen behanget, und mit damastiner deckin bedecket. und delectiret sich meins herrn herzliebste fr. gemalin und ihr frauenzimmer sehr der gewifleten arbeit, haben mir auch ein dergleichen gewifletes tuch gnädigst verehrt, das i. f. g. gemacht haben. Philipp Hainhofer reisetageb. (1617), s. Baltische stud. 2, 2, 20.
b)
im schwäbisch - alemannischen sprachgebrauch ist gewifelt auf die bedeutung gestopft, ausgebessert, eingeengt: gewifelte taschentücher.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1908), Bd. IV,I,III (1911), Sp. 5798, Z. 62.

gewifelt2, gewiffelt

gewifelt II, gewiffelt,
nebenform zu geweifelt, wie gewift (s. d.) neben geweift, vgl. auch (sp. 5433) geweifel. vgl. englisch whiffle (move lightly): gewifelt, gewiegt. Bauer (Waldecker mda.) 40ᵃ; gewiffelt, gewiegt. Woeste wb. d. westphäl mda. 79ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1908), Bd. IV,I,III (1911), Sp. 5799, Z. 19.

gewifelt2, gewiffelt

gewifelt II, gewiffelt,
nebenform zu geweifelt, wie gewift (s. d.) neben geweift, vgl. auch (sp. 5433) geweifel. vgl. englisch whiffle (move lightly): gewifelt, gewiegt. Bauer (Waldecker mda.) 40ᵃ; gewiffelt, gewiegt. Woeste wb. d. westphäl mda. 79ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1908), Bd. IV,I,III (1911), Sp. 5799, Z. 19.

weifeln, v.

weifeln, v.
demin. zu weifen im intrans. und trans. gebrauch.
1)
intrans. zu mhd. wîfen stv. 'schwingen' gehört ein vorwiegend schwäb. weifeln 'taumeln' Birlinger schwäb.-augsb. wb. 428; war es ihm (dem betrunkenen) endlich gelungen, loszukommen, weifelte er hin und her und setzte dann in bogen ... seinen heimweg fort Viebig weiberd. 153; das Bärbele war eine grosze ... frau ... die nicht gleich umweifelte, wenn man sie anstiesz Finckh Rapunzel 37. hierzu geweifel 2) th. 4 ii 5433.
2)
trans. zu mhd. weifen swv. 'schwingen machen' gehört waifeln, das thür. in seiner ausgangsbed. 'im kreise drehen' erhalten ist: Liesenberg Stieger ma. 102; Hertel thür. 255. alem. mit der von weife 'haspel' her geläufigen besonderung: von 5 pfund wysser wollen, die sich selber wiefeln (lies: weifeln) soll zs. f. gesch. d. Oberrheins (Baden 1486) 9, 159. niederrhein. mit bed.-entw. ähnlich der von werben 'sich (drehend) um jem. bemühen': lunschen, weyvelen, streylen, smeyken, oghendyenen, flatteren, adulari, applaudere Schueren teut. (1477) 218ᵇ Verdam. auch geweifel 1) zeigt bed.-entw. zu 'schmeichelei'.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1915), Bd. XIV,I,I (1955), Sp. 631, Z. 62.

wiefeln1, vb.

¹wiefeln, vb.,
schles. 'schnell vonstatten gehen': es wievelt nicht es nimmt nicht zu, wenn man mit etwas nicht bald fertig wird Berndt vers. z. e. sles. id. (1787) 161; zu hause mag ich sehr gerne fleiszig sein, ... da fliegt die feder nur so und die arbeit wievelt recht Holtei erz. schr. (1861) 15, 84. von Jungandreas schles. zeitwortbildung 76 zu mhd. wif 'schwung, schnelle bewegung' eestellt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1515, Z. 11.

wiefeln2, vb.

²wiefeln, vb.,
den einschlag machen; stopfen, nähen. mhd. wifelen. ein von wefel 'einschlag, gewebe' (teil 13, sp. 2849), webel (teil 13, sp. 2618) urspr. abgeleitetes jan-verb, das seit dem 13. jh. bezeugt ist (Hugo v. Trimberg renner 16 707; 213). die -f-form ist obd., die -b-form vorwiegend md.
1)
den einschlag machen (vgl. wefeln 1 teil 13, sp. 2851): liciare wiflen (1466 obd.) Diefenbach nov. gl. 234ᵃ; wiefeln, wifeln tramare tessendo, fare la trama ò il vivo della tela etc. Kramer t.-ital. 2 (1702) 1347ᵃ.
2)
mit der nadel arbeiten: wifflen acu pingere, voc. von 1618 Schmeller-Fr. bayer. 2, 864; nach art der weibergestricke, darinnen sie wiebeln oder nehen Fleming vollk. teut. jäger (1719) 346. s. auch die belege unter gewifelt I teil 4, 1, 3, sp. 5798. insbesondere:
a)
(löcher in strümpfen, tüchern usw.) fein stopfen: wübeln oder stopffen heisset dem weibes-volck die in leinwand, caton, nestel- oder ander zartes tuch gerissenen löcher durch die darzu verfertigte stopffe-nadel dichte und sauber mit klaren zwirn wieder zufüllen und überstechen Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 2135. mundartl. im md. und obd. weit verbreitet: wiebeln Jungandreas schles. zeitwortbildung 76; Müller-Fraureuth sächs. volkswörter 51; wibeln Hertel Thür. 257; wiebeln Vilmar-Pfister Hessen, nachtr. 334; wifleⁿ, auch wibleⁿ Fischer schwäb. 6, 810; wifeln, verwifeln mit der nadel einen risz an der leinwand so flicken, dasz das geflickte mit dem gewebe eine ähnlichkeit hat (Zürich, Schaffhausen, Glarus) Stalder schweiz. 2, 450. s. auch zuwiebeln teil 16, sp. 915.
b)
eine ziernaht nähen: strich- oder stricknahd, ist eine kunst und wissenschaft mit weissen zwirn in ein gestrick entweder nach alter art nach dem so genannten dupff mit lauter vollen und wiefel oder nach der neuen mode nach dem riss, so gemeiniglich aus gestreuten blumen ... bestehen ... mit faden umzulegen, zu vollen, zu wiefeln, mit vielerley mödelein auszufüllen Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1913. dazu auch wohl:
und als, was sie (Penelope) beim tag thut wiffeln
thut sie bey nacht wider auff triffeln
Hans Sachs 12, 345 lit. ver.;
schlaffhauben, mit goldt genäht, darunder die zwuͦ gestrickht oder gewübelt inventar von 1583 bei Fischer schwäb. 6, 3418.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1515, Z. 19.

wiefeln2, vb.

²wiefeln, vb.,
den einschlag machen; stopfen, nähen. mhd. wifelen. ein von wefel 'einschlag, gewebe' (teil 13, sp. 2849), webel (teil 13, sp. 2618) urspr. abgeleitetes jan-verb, das seit dem 13. jh. bezeugt ist (Hugo v. Trimberg renner 16 707; 213). die -f-form ist obd., die -b-form vorwiegend md.
1)
den einschlag machen (vgl. wefeln 1 teil 13, sp. 2851): liciare wiflen (1466 obd.) Diefenbach nov. gl. 234ᵃ; wiefeln, wifeln tramare tessendo, fare la trama ò il vivo della tela etc. Kramer t.-ital. 2 (1702) 1347ᵃ.
2)
mit der nadel arbeiten: wifflen acu pingere, voc. von 1618 Schmeller-Fr. bayer. 2, 864; nach art der weibergestricke, darinnen sie wiebeln oder nehen Fleming vollk. teut. jäger (1719) 346. s. auch die belege unter gewifelt I teil 4, 1, 3, sp. 5798. insbesondere:
a)
(löcher in strümpfen, tüchern usw.) fein stopfen: wübeln oder stopffen heisset dem weibes-volck die in leinwand, caton, nestel- oder ander zartes tuch gerissenen löcher durch die darzu verfertigte stopffe-nadel dichte und sauber mit klaren zwirn wieder zufüllen und überstechen Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 2135. mundartl. im md. und obd. weit verbreitet: wiebeln Jungandreas schles. zeitwortbildung 76; Müller-Fraureuth sächs. volkswörter 51; wibeln Hertel Thür. 257; wiebeln Vilmar-Pfister Hessen, nachtr. 334; wifleⁿ, auch wibleⁿ Fischer schwäb. 6, 810; wifeln, verwifeln mit der nadel einen risz an der leinwand so flicken, dasz das geflickte mit dem gewebe eine ähnlichkeit hat (Zürich, Schaffhausen, Glarus) Stalder schweiz. 2, 450. s. auch zuwiebeln teil 16, sp. 915.
b)
eine ziernaht nähen: strich- oder stricknahd, ist eine kunst und wissenschaft mit weissen zwirn in ein gestrick entweder nach alter art nach dem so genannten dupff mit lauter vollen und wiefel oder nach der neuen mode nach dem riss, so gemeiniglich aus gestreuten blumen ... bestehen ... mit faden umzulegen, zu vollen, zu wiefeln, mit vielerley mödelein auszufüllen Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1913. dazu auch wohl:
und als, was sie (Penelope) beim tag thut wiffeln
thut sie bey nacht wider auff triffeln
Hans Sachs 12, 345 lit. ver.;
schlaffhauben, mit goldt genäht, darunder die zwuͦ gestrickht oder gewübelt inventar von 1583 bei Fischer schwäb. 6, 3418.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1515, Z. 19.

wifeln, vb.

wifeln, vb.,
den einschlag machen; nähen, stopfen. s. ²wiefeln.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1638, Z. 58.

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Zitationshilfe
„wiefeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wiefeln>, abgerufen am 25.07.2021.

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