Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wiegengesang, m.

wiegengesang, m.,
gesang beim wiegen eines kindes (gegenüber wiegenlied mehr als nomen actionis oder als kollektivum gebraucht). vereinzelt spätmhd.: ffescenne wigin gesong lat.-dt. voc. v. 1420, nr. 944 Schröer. umschreibungen des begriffes in frühnhd. vokabularien s. unter wiegenlied. sonst erst seit dem 18. jh. zu belegen. selten in eigentlichem sinne; kinder-gesang, wiegen-gesang canzonetta da indormire un bambino Kramer t.-ital. 2 (1702) 814ᵇ; Campe 5 (1811) 713ᵇ:
sanft nun huben sie beide den wechselnden wiegengesang
an
J. H. Voss sämtl. ged. (1802) 2, 17;
jodelten eine clarinette und zwei flügelhörner langsam und leise den wiegengesang (weihnachtsgottesdienst) Rosegger schr. (1895) I 8, 141. besonders um 1800 öfters in bildlichen auffassungen, ähnlich wiegenlied: ich will nicht mehr ... angefeuert sein, braust dieses herz doch genug aus sich selbst; ich brauche wiegengesang und den habe ich in seiner fülle gefunden in meinem Homer Göthe I 19, 10 W.; den wiegengesang des rauschenden meeres Eschenburg beispielslg. (1788) 4, 232; uns ist die weisheit wiegengesang Hölderlin ges. dichtgn 1, 206 Litzmann; was Wiltfeber hier vernahm, das war wiegengesang, heimatweise! als kind hatte er sie gar oft gehört, aber nicht gewuszt noch bedacht Burte Wiltfeber (1912) 165. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1550, Z. 35.

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Zitationshilfe
„wiegengesang“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wiegengesang>.

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