Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wiegenkind, n.

wiegenkind, n.
(nl. wiegekind, vgl. norw. vuggebarn, schwed. vaggbarn), 'ein kind im säuglingsalter, während welcher zeit es in der wiege ... zu liegen pflegt' Sanders wb. dt. synon. (1871) 734; vgl. wickelkind. das wort ist seit dem frühnhd. belegt, doch anfangs nur spärlich (im mhd. findet sich als gelegenheitsbildung: Jhesus, du junger wigen man Heinrich v. Neustadt gottes zukunft 2115 Singer). lexikalisch zuerst bei Kramer t.-ital. 2 (1702) 1347ᵇ; nicht bei Adelung und Campe: am ersten ist er (der mensch) ein wiegenkind, ... darnach wird es ein kind zu lauffen oder gehen, ... weiter so wirt dasz kind je lenger je mehr verstendiger Paracelsus opera 1, 278c Huser; ein wiegen-kind schwamm mit seiner wiegen davon (bei hochwasser) Chr. Lehmann hist. schaupl. (1699) 263; wo die mutter dem nach ihr schreyenden wiegenkinde oft und unregelmäszig mangelt, ... da ist der keim der bösen unruhe ... entfaltet Pestalozzi s. schr. (1819) 13, 11; ich habe, als ich in den krieg zog, dich nur als wiegenkind das erste und das letzte mal gesehen Ch. v. Schmidt ges. schr. (1856) 4, 150; die sterblichkeit ist äuszerst gering, im besonderen auch die sterblichkeit des wiegenkindes forsch. u. fortschr. 9 (1933) 114. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1551, Z. 8.

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Zitationshilfe
„wiegenkind“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wiegenkind>.

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