Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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wiel1, n.

¹wiel, n.,
kontrahiertes wiedel, s. wiede 6 (sp. 1505).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1564, Z. 61.

wiel2, f.

²wiel, f.,
schleier, kopftuch, s. weil teil 14, 1, 1, sp. 760.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1564, Z. 62.

wiel3, f.

³wiel, f.,
rad. im nhd. kaum zu belegen, nur vereinzelt übertragen (s. 1 u. 2) und in den zss. wielesche, -stein, -trosz. eins mit ags. hweogol, hweowol, hweohhol, hwēol (engl. wheel), fries. wiele (afries. fial weicht ab), nordfr. weel, mnl. nl. wiel, mnd. wêl, an. hjól, hvēl, dän., schwed. hjul. mundartl. im ostfries. s. Doornkaat Koolman ostfries. 3, 531 und an der mittel-Elbe s. u. Teuchert. das wort ist identisch mit ai. cakrá- (mit demselben akzent wie in ags. hweogol, hweowol), redupliz. bildung wie toch. kukäl, gr. κύκλος, lit. kãklas 'hals', neben denen eine unreduplizierte in an. hvel, apreusz. kelan, aksl. kolo 'rad' steht; idg. wurzel qᵘ̯el- '(sich) drehen', vgl. Walde-Pokorny 1, 515, Pokorny 640, Trautmann bsl. wb. 125, wehl, n., teil 14, 1, 1, sp. 113.
1)
St. Katharinen-wiel, nl. St. Katrienewiel, 'ringförmig sich ausdehnende hautkrankheit, die von der hl. Katharina mit dem rade, die alle ringe und banden löst, ihren namen erhielt' Höfler dt. krankheitsnamenb. 894ᵇ.
2)
'wasserstrudel, abgrund', fast nur nl. (s. Verwijs-Verdam 9, 2446). ins hd. eingedrungen und bei nd. beeinfluszten dichtern häufig bezeugt ist wehl, m., n., wehle, f., s. teil 14, 1, 1, sp. 112f. lexikalisch: wiel (14./15. jh., nl.) Diefenbach gl. 271ᵇ s. v. gurges. auffallend sind zwei obd. buchungen: werb oder wiel im wasser vortex voc. theut. (Nürnberg 1482) oo 1ᵃ; gurges, locus in flumine profundus in quo aqua vertitur tiffe des wassers oder gump, fiele des wassers Altenstaig voc. (Hagenau 1516) 13ᵃ, wozu sich jedoch, falls das wort nicht aus Albrechts v. Halberstadt Ovid-übersetzung (1210) übernommen worden ist, der Elsässer Wickram stellen liesze:
und eileten fast zu der hell
durch manig tieff und sorglich gfell.
durch die siedenden wasser wielen
die pferd, fast gschwind hindurchin fielen
(1544) Wickram w. 7, 233 Bolte;
gurges een colck, oft wiel Junius nomencl. (1583) 282ᵇ; wiel, kolck, wielinghe vortex, vertex Kilian dict. (1605) 667ᵇ. in der bed. 'tiefes, durch einen deichbruch ausgewühltes wasserloch' (mnd. belege bei Schiller-Lübben 5, 662): 'das mittelelbische gebiet weist neben weel die formen wiel und waal auf' Teuchert sprachreste 391, s. ebda 53 u. 180.
3)
'rundes bündel alten tauwerks zum schutz der auszenseiten des schiffes', s. auch wehling teil 14, 1, 1, sp. 116 und wieling; wohl nach der runden (radartigen) gestalt benannt: 'wielen oder wehlings sind stücke von alten tauen ... sie werden an einem tau, an die äussere seite des schiffs gehängt und dienen so ..., dasz die seiten des schiffs nicht ... beschädigt werden' Röding allg. wb. d. marine (1793) 2, 903; die wiele Campe 5 (1811) 714ᵃ; es wurde eine grosze wiel von einem schweren ankertau gemacht ... diese wiel muszte nun immer vor dem boog neben der beschädigten stelle hängen, und wenn das eis kam, niedergelassen werden, damit die wiel den druck des eises abhalte Eschel lebensbeschr. (1835) 29; wielen, f. pl. fenders of old cable Beil technol. wb. (1853) 656; wiele Mothes ill. baulex. (1881) 4, 479.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1564, Z. 64.

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Zitationshilfe
„wiel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wiel>.

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