Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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wiesenabhang · wiesenanhöhe · wiesenblösze · wiesenbord · wiesenböschung · wiesenbreite · wiesenbucht · wiesenbusen · wiesenebene · wieseneiland · wiesenflur · wiesengelände · wiesengrün · wiesengrund · wiesenhang · wiesenhügel · wiesenkessel · wiesenlandschaft · wiesenlehne · wiesenlichtung · wiesenmulde · wiesenniederung · wiesenplan · wiesenplateau · wiesenplatz · wiesenrain · wiesenrand · wiesenranft · wiesenraum · wiesenregion · wiesensaum · wiesenseite · wiesensenke · wiesensohle · wiesenstelle · wiesenstrecke · wiesenstreif wiesenstreifen · wiesenstreiflein · wiesenstrich · wiesental · wiesenufer · wiesenacker · wiesenanger · wiesenaue · wiesenbruch · wiesenfeld · wiesengarten · wiesenheuet · wiesenland · wiesenmahd · wiesenmad · wiesenmatte · wiesenmoor · wiesenmoos · wiesentrift · wiesenwachs · wiesenweide · wiesengenossenschaft · wiesenamt · wiesengericht · wiesenkultur · wiesenmeisteramt · wiesenordnung · wiesenpflege · wiesenrecht · wiesenschutz · wiesenwirtschaft · wiesenbauanlage · wiesenbaugenossenschaft · wiesenbaukunst · wiesenbaumethode · wiesenbauschule · wiesenbausystem · wiesengeld · wiesenzehnt · wiesenzins · wiesenbauarbeiter · wiesenbauer · wiesenbaumeister · wiesenbesitzer · wiesendirne · wiesenheie · wiesenheuer · wiesenhüter · wiesenknecht · wiesenmacher · wiesenmeister · wiesenschöffe · wiesenvogt · wiesenwärter · wiesenwässerer · wiesenwirt · wiesenanlage · wiesenarbeit · wiesenatzung · wiesenbehutung · wiesenberieselung · wiesenbesserung · wiesenbestellung · wiesenbewässerung · wiesenbrand · wiesendüngung · wiesenheuet · wiesenhut · wiesenhutung · wiesenmahd · wiesennutzung · wiesenrode · wiesenwässerung · wiesbengel · wiesebaumseil · wieselbaum · wieserbaum · wiesenbeil · wiesenebner · wiesenegge · wiesenhobel · wiesenmesser · wiesenpflug · wiesenschleppe · wiesenspaten · wiesenstriegel · wiesenwagen · wiesenwalze · wiesenblume · wiesenblut · wiesenblüte · wiesenertrag · wiesenflor · wiesenflora · wiesenfrucht · wiesenfutter · wiesengewächs · wiesengras · wiesenhalm · wiesenheu · wiesenklee · wiesenkraut · wiesenpflanze · wiesensamen · wiesenunkraut · wiesenwachs · wiesenwuchs · wiesenbach · wiesenbächlein · wiesenbad · wiesenborn · wiesenbrunnen · wiesenbrünnlein · wiesendampf · wiesendunst · wiesenflusz · wiesennebel · wiesenquell · wiesenquelle · wiesenrinnsal · wiesentau · wiesenwasser · wiesenfuszsteg · wiesenfuszweg · wiesengang · wiesenpfad · wiesensteg · wiesensteig · wiesenstrasze · wiesenweg · wiesenerz · wiesenkalk · wiesenmergel · wiesenfest · wiesenpredigt · wiesenmarkt · wiesenafterkäfer · wiesenammer · wieseneule · wiesenhopf · wiesenhummel · wiesenhund · wiesenlerche · wiesenmaus · wiesenpieper · wiesenschrecke · wiesenschwalbe · wiesenstier · wiesenvogel · wiesenvögelchen · wiesenwanze · wiesenweih · wiesenweihe · wiesenhähnchen · wiesenknarre · wiesenknarrer · wiesenläufer · wiesenralle · wiesenschnarcher · wiesenschnärper · wiesenschnarre · wiesenschnarrer · wiesenalant · wiesenampfer · wiesenandorn · wiesenanemone · wiesenbaldrian · wiesenbatengel · wiesenbertram · wiesenbetonie · wiesenblume · wiesenblümlein · wiesendingel · wiesendistel · wiesendragun · wiesenehrenpreis · wiesenengelwurz · wiesenflachs · wiesenfleischblume · wiesenflitter · wiesenflittergras · wiesenflockenblume · wiesenfuchsschwanz · wiesenfünffingerkraut · wiesengaffel · wiesengamanderlein · wiesengeiszbart · wiesengeld · wiesengerste · wiesenglocke · wiesenglockenblume · wiesenglöcklein · wiesengoldblume · wiesengras · wiesengünsel · wiesenhabichtskraut · wiesenhafer · wiesenhahn · wiesenhahnenfusz · wiesenhohlwurzel · wiesenhopfen · wiesenkerbel · wiesenkicher · wiesenklapper · wiesenklee · wiesenkohl · wiesenknopf · wiesenkönigin · wiesenkraut · wiesenkräutlein · wiesenkresse · wiesenkuckuck · wiesenkümmel · wiesenlauch · wiesenlein · wiesenlieschgras · wiesenmangold · wiesenmohn · wiesennelke · wiesenölsnich · wiesenpimpinelle · wiesenpimpernelle · wiesenplatterbse · wiesenraute · wiesenrispe · wiesenrispengras · wiesensafran · wiesensalbei · wiesensauerampfer · wiesenscharte · wiesenschaumkraut · wiesenschelle · wiesenschilf · wiesenschwamm · wiesenschwertel · wiesenschwingel · wiesensegge · wiesenseicher · wiesensteinbrech · wiesenviehgras · wiesenwatte · wiesenwedel · wiesenwolf · wiesenwolle · wiesenzeitlose · wiesenzittergras · wiesenzwiebel · wiesenanmut · wiesenaussicht · wiesenduft · wieseneinsamkeit · wiesenfrisch · wiesengeruch · wiesengrün · wiesenhauch · wiesenkühl · wiesenluft · wiesenmeer · wiesenpracht · wiesenschmelz · wiesensommer · wiesenteppich · wiesenverloren · wiesenwelt
kompositionstypen. die sehr zahlreichen (nur etwa die hälfte der selten belegten wörter wurde in die alphab. reihe bzw. in die typen aufgenommen), fast durchweg substantivischen zss. (s. auszer wiesenartig, -haft unter 6) schlieszen in ihrem ersten wortgliede eng an die formen von wiese an. in älterer zeitwiesenkomposita treten seit dem 12./13. jh. aufund in mundartlich (obd.) beeinfluszter sprache überwiegen fugenlose bildungen. in wenigen wörtern (s. wiesebaum, wiese(n)wachs) hat sich das durch den nom. sing. gestützte e halten können, doch setzt sich seit nhd. zeit der ausgleich -en fast allgemein durch, während wies- und wiese- zu nebenformen geworden sind. die grosze masse der zss., die erst mit der ausbildung der botan. nomenklatur seit dem 16. jh. (s. 5 b) und der stärkeren verbreitung und förderung des wiesenbaus im 18. und 19. jh. (s. 2) einsetzt, läszt sich in wenige anwendungsbereiche zusammenfassen. soweit in der nachfolgenden übersicht belege fehlen, folgen sie unten bei den zusammensetzungen in der alphabetischen reihe.
1)
zusammensetzungen, die mit wiese bewachsene flächen landes bezeichnen.
a)
bezeichnungen für eine landschaft, ein gelände oder geländeteile, die (vorwiegend) von wiesen bedeckt sind:
wiesenabhang m.;
wiesenanhöhe f.:
Stifter s. w. 2 (1908) 182;
wiesenblösze f.:
das gütchen lag freundlich auf einer wiesenblösze H. Schmid ges. schr. ²17, 189;
wiesenbord m.;
wiesenböschung f.:
Barth Kalkalpen (1874) 243;
wiesenbreite f.;
wiesenbucht f.;
wiesenbusen m.:
J. G. Kohl reisen in Engl. (1844) 1, 65;
wiesenebene f.;
wieseneiland n.:
Matthisson schr. 2 (1835) 176;
wiesenflur f.;
wiesengelände n.;
wiesengrün
(2), n.;
wiesengrund m.;
wiesenhang m.;
wiesenhügel m.;
wiesenkessel m.:
A. Ruge s. w. (1847) 10, 116;
wiesenlandschaft f.;
wiesenlehne f.:
Rosegger schr. (1895) I 8, 181;
wiesenlichtung f.:
Barth Kalkalpen (1874) 159;
wiesenmulde f:
Barth Kalkalpen (1874) 149, Winnig frührot (1926) 244;
wiesenniederung f.:
durch korn und wiesenniederung Immermann w. 13, 190 Hempel;
wiesenplan m.;
wiesenplateau n.:
(ein pasz,) auf dessen gipfel sich ein kleines grünes wiesenplateau ... befindet Ritter erdkde (1822) 17, 135;
wiesenplatz m.;
wiesenrain m.;
wiesenrand m.;
wiesenranft m.,
was wiesenrand: Geibel u. Leuthold fünf bücher frz. lyrik (1862) 178;
wiesenraum m.;
wiesenregion f.:
Ratzel völkerkde (1885) 2, 490;
wiesensaum m.:
an dem breiten wiesensaume, der neben dem korne lief Stifter s. w. (1908) 302, Rosegger schr. (1895) II 5, 77;
wiesenseite f.;
wiesensenke f.:
Bleibtreu Königgrätz ²78;
wiesensohle f.:
J. Kurz wandertage in Hellas (1913) 153;
wiesenstelle f.:
Fouque zauberring (1812) 3, 148, Stifter s. w. 14 (1901) 180;
wiesenstrecke
f.;
wiesenstreif wiesenstreifen m.;
wiesenstreiflein n.:
Stehr gesch. a. d. Mandelhause (1913) 76;
wiesenstrich m.;
wiesental n.;
wiesenufer n.:
H. Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 29, 133.
b)
das grundwort kennzeichnet die besondere art der bodenbeschaffenheit, anlage oder nutzung einer wiese oder einer mit wiese bedeckten fläche:
wiesenacker m.:
(1731) württemb. ländl. rechtsqu. 1, 93 Wintterlin;
wiesenanger m.;
wiesenaue f.;
wiesenbruch n.:
Droysen Äschylus (1841) 304, Goltz ein jugendleben (1852) 3, 32;
wiesenfeld n.;
wiesengarten m.;
wiesenheuet m.:
wisheuet einmähdige wiesen Fischer schwäb. 6, 3431;
wiesenland n.;
wiesenmahd, wiesenmad, wiesenmatte
(1), n., f.;
wiesenmoor n.;
wiesenmoos n.:
B. Goltz buch d. kindh. (1847) 241;
wiesentrift f.,
zu trift B 3 b teil 11, 1, 2, sp. 498: wiesentriften voll heerdenreichthum Ritter erdkde (1822) teil 9, 789;
wiesenwachs
(4) m.;
wiesenweide f.
2)
zusammensetzungen, die sich aus der nutzung, wartung und verwaltung der wiesen ergeben.
a)
bezeichnungen für institutionen zur pflege des wiesenbaues, ihre tätigkeit, ihre ziele und wege:
wiesengenossenschaft f.;
wiesenamt n.,
als veraltet (bel. v. 1782) bei Fischer schwäb. 6, 3430;
wiesengericht n.:
47 männer, die zum wiesengericht erscheinen Dahlmann gesch. v. Dännemark (1840) 2, 203;
wiesenkultur f.;
wiesenmeisteramt n.:
(um 1520) d. Mainzer hof zu Erfurt 45 Michelsen;
wiesenordnung f.;
wiesenpflege f.;
wiesenrecht n.;
wiesenschutz m.:
für den wiesenschutz wird ein eigener aufseher bestellt M. Heyne dt. hausaltert. 2 (1901) 133;
wiesenwirtschaft f.
dazu die doppelkompositionen mit wiesenbau:
wiesenbauanlage f.:
Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 10, 401;
wiesenbaugenossenschaft f.:
hdwb. d. staatswiss. (1898) 5, 484;
wiesenbaukunst f.:
zur landverschönerungskunst gehören ... feldbaukunst und wiesenbaukunst H. v. Salisch forstästhet. (²1902) 1;
wiesenbaumethode f.:
Karmarsch-Heeren techn. wb. (³1876) 10, 709;
wiesenbauschule f.;
wiesenbausystem n.:
Karmarsch-Heeren a. a. o. 708. —
hierher vereinzelte bezeichnungen für abgaben und zinsleistungen von wiesen:
wiesengeld n.;
wiesenzehnt m.;
wiesenzins m.
b)
berufsbezeichnungen für die in wiesenbau und -pflege tätigen:
wiesenbauarbeiter m.:
Löns haidbilder (1913) 79;
wiesenbauer m.;
wiesenbaumeister m.;
wiesenbesitzer m.:
Sintenis Flemmings gesch. (1789) 1, 134;
wiesendirne f.,
was grasmagd teil 4, 1, 5, sp. 1986: sie war wiesendirn beim Teutbauer Rosegger schr. (1895) I 15, 438;
wiesenheie m.;
wiesenheuer m.:
vom lohne der weszenhewer und dinstknechte (1414) acten d. ständetage Preuszens 2, 636;
wiesenhüter m.:
zwene wisenhüter (um 1513) dt. hofordn. 2, 87 Kern;
wiesenknecht m.;
wiesenmacher m.:
Hennecke ... ist wiesenmacher und imker Löns haidbilder (1913) 74;
wiesenmeister m.;
wiesenschöffe m.;
wiesenvogt m.;
wiesenwärter m.:
mit den zollnern, dem heymknecht vnd wiesenwerter (um 1520) d. Mainzer hof zu Erfurt 32 Michelsen, Schwappach hdb. d. forst- u. jagdgesch. (1886) 1, 191 anm. 27;
wiesenwässerer m.;
wiesenwirt m.:
Schwerz prakt. ackerb. (1882) 249.
c)
bezeichnungen für tätigkeiten, die die anlage, wartung und nutzung der wiesen zum ziele haben:
wiesenanlage
(1) f.;
wiesenarbeit f.:
Schwerz prakt. ackerbau (1882) 144, Rosegger schr. (1895) III 2, 129;
wiesenatzung f.:
die gemeinde ... dem gaisvüh die wiesenazung ... gestattet (1801) österr. weist. 3, 230;
wiesenbehutung f.:
allg. dt. bibl. (1765) 3, 490;
wiesenberieselung f.:
Mothes ill. baulex. (1882) 4, 479, Auerbach schr. (1892) 11, 78;
wiesenbesserung f.:
allg. dt. bibl. (1765) 68, 548;
wiesenbestellung f.:
Hübner zeitungslex. 4 (1824) 935ᵇ, Anzengruber ges. w. (1890) 2, 3;
wiesenbewässerung f.;
wiesenbrand m.:
Oken allg. naturgesch. (1839) 7, 1416;
wiesendüngung f.:
Noel Chomel, öcon.-physic. lex. (1750) 3, 568, Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 199;
wiesenheuet m.:
'wisheuet heuernte auf den bergen' Fischer schwäb. 6, 893;
wiesenhut f.:
allg. dt. bibl. (1765) 97, 212;
wiesenhutung f.:
Schilling hdb. d. landwirtschaftsrechts (1828) 215, Unger-Khull steir. 633ᵃ;
wiesenmahd
(2 b) f.;
wiesennutzung f.:
Auerbach schr. (1892) 15, 127;
wiesenrode f.:
Jacobsson technol. wb. (1781) 4, 646ᵇ;
wiesenwässerung f.
d)
bezeichnungen für geräte zur pflege und nutzung der wiesen. nur bedingt hierherzustellen sind bezeichnungen des heubaumes und trikomp. dazu (s. wiesebaum):
wiesbengel m.:
Fischer schwäb. 6, 3430;
wiesebaumseil n.:
Stifter s. w. 2 (1908) 234;
wieselbaum, wieserbaum m.;m.
wiesenbeil n.;
wiesenebner m.:
Meyers lex. 12 (1930) 1387;
wiesenegge f.:
'gliederegge für wiesenbau' d. gr. Brockhaus 20 (1935) 317ᵃ, Fischer schwäb. 6, 890;
wiesenhobel m.;
wiesenmesser n.:
Schwerz prakt. ackerbau (1882) 210, 'handgerät zur wiesenkultur' d. gr. Brockhaus 20 (1935) 317ᵇ;
wiesenpflug m.;
wiesenschleppe f.;
wiesenspaten m.:
Schwerz prakt. ackerbau (1882) 208;
wiesenstriegel f.:
mit dem ... wiesenstriegel eingeebnet d. gr. Brockhaus 20 (1935) 315ᵇ;
wiesenwagen m.:
'zweirädriger karren zum heimführen von heu' Fischer schwäb. 6, 3431;
wiesenwalze f.:
d. gr. Brockhaus 20 (1935) 315ᵇ.
3)
zusammensetzungen, die die vegetation auf wiesen bezeichnen, besonders im hinblick auf das zu erntende und geerntete:
wiesenblume
(2), f.;
wiesenblut f.:
Weigand die ewige scholle (1927) 436;
wiesenblüte f.,
das blühen der wiese: Ina Seidel erbe (1954) 219;
wiesenertrag m.:
grummt ist der zweite wiesenertrag Leopold hdb. d. ökon. (1805) 255ᵃ, Thaer rat. landwirthsch. (1809) 1, 264;
wiesenflor m. (f.),
was -blüte: E. v. Vaerst hundert sonette (1825) 86, Ratzeburg standortgewächse (1859) 340;
wiesenflora f.:
Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 228;
wiesenfrucht f.:
(ungeziefer hat) die äcker und wisfrüchten sehr hart hergenomben (1766) österr. weist. 5, 245, (gewitter, das) feld- und wiesenfrucht schädigt Rosegger laszt uns von liebe reden (1909) 88;
wiesenfutter n.;
wiesengewächs
(1), n.;
wiesengras
(1), n.;
wiesenhalm m.:
Tiedge w. (1823) 1, 155;
wiesenheu n.;
wiesenklee
(2), m.;
wiesenkraut
(1), n.;
wiesenpflanze f.;
wiesensamen m.,
samen der wiesenpflanzen: (methode,) zu guten wiesensaamen zu gelangen Thaer rat. landwirthsch. 3, 235;
wiesenunkraut n.:
ebda 2, 167, (wiesenhaarstrang ist) nur als wiesenunkraut beachtenswert Schlechtendal flora v. Deutschl. (1880) 27, 235;
wiesenwachs
(2) m.;
wiesenwuchs m.
4)
zusammensetzungen, in denen wiese lediglich der lokalen bestimmung dient. hierhin rechnen z. t. schon die bereits in der voraufgehenden gruppe genannten kompositionen und vor allem die unter 5 zusammengestellten tier- und pflanzennamen.
a)
gewässernamen und bezeichnungen für meteorol. erscheinungen:
wiesenbach m.;
wiesenbächlein n.:
Holtei erz. schr. (1861) 2, 159, daheim (31. 8. 1933) 10ᵃ;
wiesenbad n.;
wiesenborn m.:
Salis ged. (1793) 40, Hölty ged. 95 Halm;
wiesenbrunnen m.:
(1642) bei K. Bräuer studien 2, 144;
wiesenbrünnlein n.:
Prätorius anthrop. Pluton. (1666) 2, 152;
wiesendampf m.:
maler Müller w. (1811) 3, 26;
wiesendunst m.:
W. v. Scholz erz. (1924) 363;
wiesenflusz m.:
Campe 5 (1811) 715ᵇ, Rückert w. (1867) 2, 14;
wiesennebel m.;
wiesenquell m.;
wiesenquelle f.;
wiesenrinnsal n.:
Gutzkow ges. w. (1872) 2, 201;
wiesentau m.:
Shakespeare 1 (1797) 291;
wiesenwasser n.
b)
über oder durch wiesen führende wege:
wiesenfuszsteg m.:
Goltz ein jugendleben (1852) 3, 242;
wiesenfuszweg m.:
O. M. Graf unruhe (1948) 55;
wiesengang m.:
Auerbach schr. (1892) 7, 224;
wiesenpfad m.;
wiesensteg m.:
Lenau s. w. 66 Barthel;
wiesensteig m.;
wiesenstrasze f.:
(Karlsbad) mit seinem weiszen, reinlichen viereck der beiden wiesenstraszen Laube ges. schr. (1875) 8, 87;
wiesenweg m.:
sie wallt auf wiesenwegen Kind ged. (1817) 1, 171, O. M. Graf unruhe (1948) 104.
c)
in wiesen vorkommende erden und bodenschätze:
wiesenerz n.;
wiesenkalk m.;
wiesenmergel m.:
Krünitz öcon. encycl. 239 (1857) 185, Karmarsch-Heeren technol. wb. (1876) 9, 514.
d)
eine wiese ist veranstaltungsort (vgl. wiese 2 c β):
wiesenfest n.:
Campe 5 (1811) 715ᵇ, V. v. Rosenzweig-Schwannau der diwan (1858) 1, 723;
wiesenpredigt f.:
es waren nach altchristlicher weise berg- und wiesenpredigten unter gottes freiem himmel J. Grimm kl. schr. (1864) 4, 306;
wiesenmarkt m.:
nächste woche war Eisleber wiesenmarkt Karl Fischer denkw. u. erinn. e. arb. 135 Göhre.
5)
sehr zahlreich sind zss., die tiere und bes. pflanzen bezeichnen. wiese gibt hier den aufenthalts- oder standort an; das kompositum bezeichnet meist nur eine unterart der durch das grundwort gekennzeichneten art oder gattung.
a)
tiernamen:
wiesenafterkäfer m.,
meloe proscarabaeus L.: Nemnich dt. wb. d. naturgesch. 646, Campe 5 (1811) 715ᵃ;
wiesenammer m. (f.);
wieseneule f.,
asio flammeus Pontopp.: Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 1, 459;
wiesenhopf m.;
wiesenhummel f.,
apis pratorum L.: Nemnich naturgesch. 647, Adelung 4 (1801) 1541;
wiesenhund m.;
wiesenlerche f.;
wiesenmaus f.:
Kind ged. (1817) 1, 174;
wiesenpieper m.;
schmätzer, m.;
wiesenschrecke f.,
für insekten aus der ordnung saltatoria: Nemnich naturgesch. 648, als veraltet bei Campe 5 (1811) 717ᵇ;
wiesenschwalbe f.,
glareola pratincola (L.): Nemnich a. a. o., Naumann vögel (1822) 9, 437;
wiesenstier m.;
wiesenvogel m.;
wiesenvögelchen n.;
wiesenwanze f.:
wiesen- oder blindwanzen Brehm tierl. (1890) 9, 654; insbes. für die species lygus pratensis L.: Adelung 5 (1786) 221, Nemnich naturgesch. 648;
wiesenweih m.,
s. das folg.: wiseⁿwei Fischer schwäb. 6, 3431;
wiesenweihe f.,
der raubvogel circus pygargus (L.): Naumann vögel (1822) 1, 402, Brehm tierl. 6, 397 P.-L.
zahlreich sind die fast durchweg onomatopoetischen bezeichnungen für den wachtelkönig crex crex L.:
wiesenhähnchen n.:
Behlen forst- u. jagdkde (1840) 6, 183;
wiesenknarre f.:
Adelung 5 (1786) 220, als veraltet bei Campe 5 (1811) 716ᵃ;
wiesenknarrer m.;
wiesenläufer m.;
wiesenralle f.;
wiesenschnarcher m.:
Naumann vögel (1822) 9, 498, Hartig lex. f. jäger (1861) 577;
wiesenschnärper m.:
Naumann a. a. o.;
wiesenschnarre f.;
wiesenschnarrer m.:
der stets unsichtbare wiesenschnarrer (läszt) sein einförmiges, seltsames schnarren hören Allmers marschenb. (³1900) 103, Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 347.
b)
pflanzennamen:
wiesenalant m.,
inula britannica L.: Holl pflanzenn. (1833) 8, Marzell wb. d. dt. pflanzenn., reg.;
wiesenampfer m.,
rumex acetosa L.: wisenampfer (1728) bei Fischer schwäb. 6, 890, Campe 5 (1811) 715ᵃ;
wiesenandorn m.,
lycopus europaeus L.: Nemnich naturgesch. 646, Campe 5 (1811) 715ᵃ;
wiesenanemone f.;
wiesenbaldrian m.;
wiesenbatengel m.,
veronica cham. L. (s. Marzell reg.): wiesenbathengel der kleine wiesenehrenpreis Campe 5 (1811) 715ᵃ, Holl pflanzennamen (1833) 79ᵃ;
wiesenbertram m.,
achillea ptarmica L. (s. Marzell 1, 97): Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1048, Campe 5 (1811) 715ᵃ, wiseⁿ bertram Fischer schwäb. 6, 890;
wiesenbetonie f.
1) centaurea jacea L.: Marzell 1, 885. 2) betonica officinalis L. (= stachys officinalis Trev.): Mattuschka flora Silesiaca 2 (1777) 23, Schkuhr botan. hdb. (1791) 2, 151, Holl pflanzennamen (1833) 38ᵇ;
wiesenblume f.;
wiesenblümlein n.;
wiesendingel m.;
wiesendistel f.;
wiesendragun m.;
wiesenehrenpreis m.,
veronica cham. L.: wisenerenpreis (1594) bei Fischer schwäb. 6, 890, Holl pflanzenn. (1833) 79ᵃ;
wiesenengelwurz f.,
angelica silvestris L. (s. waldengelwurz teil 13, sp. 1111, Marzell 1, 310): Campe 5 (1811) 715ᵇ, Holl pflanzenn. (1833) 16ᵃ;
wiesenflachs m.;
wiesenfleischblume f.,
melampyrum pratense L.: wiesenfleischblume oder kuhweizen Schkuhr botan. hdb. (1791) 2, 182, Holl pflanzenn. (1833) 216ᵇ;
wiesenflitter m,
briza media L. 'zittergras' (Marzell 1, 668): wiesenflittern Metzger pflanzenkde (1841) 134;
wiesenflittergras n.,
das vorige: Schkuhr botan. hdb. 1 (1808) 44;
wiesenflockenblume f.,
centaurea jacea L. (Marzell 1, 881): Meigen pflanzenn. (1898) 72ᵇ;
wiesenfuchsschwanz m.;
wiesenfünffingerkraut n.,
comarum palustre L. (vgl. Marzell 1, 1114): wiseⁿfünffingerkraut (1867) bei Fischer schwäb. 6, 890;
wiesengaffel f.,
geum rivale L. (s. Marzell 2, 681): wiesengaffel, wiesengaraffel Nemnich naturgesch. 647, als veraltet bei Campe 5 (1811) 715ᵇ;
wiesengamanderlein n.,
veronica chamaedrys L.: Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 12, Holl pflanzenn. (1833) 79ᵃ;
wiesengeiszbart m.;
²
wiesengeld n.;
wiesengerste f.,
hordeum secalinum L.: Nemnich naturgesch. 647, Campe 5 (1811) 715ᵇ;
wiesenglocke f.;
wiesenglockenblume f.,
campanula patula L.: Schlechtendal flora (1880) 22, 116;
wiesenglöcklein n.;
wiesengoldblume f.,
caltha palustris L. 'sumpfdotterblume' (vgl. Marzell 1, 738): wiesengoldblume, butterblume Schkuhr botan. hdb. (1791) 2, 123;
wiesengras
(3), n.;
wiesengünsel m.,
ajuga reptans L., s. Marzell 1, 168;
wiesenhabichtskraut n.;
wiesenhafer m.;
wiesenhahn m.,
colchicum autumnale L. 'herbstzeitlose' Marzell 1, 1089;
wiesenhahnenfusz m.;
wiesenhohlwurzel f.;
wiesenhopfen m.,
humulus lupulus L. (s. das ältere waldhopfen teil 13, sp. 1148): Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1049ᵃ, Campe 5 (1811) 716ᵃ;
wiesenkerbel m.,
anthriscus silvestris Hoffm. (s. Marzell 1, 331): moorige grasflecke ... die ... mit wiesenkerbel, mit sumpfstorchschnabel und sauerampfer bewachsen waren El. Langgässer märk. Argonautenf. (1950) 320;
wiesenkicher f.,
lathyrus pratensis L.: Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1049, wiesenkichern, gelbe wicken Schkuhr botan. hdb. 2 (1808) 354, Metzger pflanzenkde (1841) 822;
wiesenklapper f.;
wiesenklee
(1), m.;
wiesenkohl m.;
wiesenknopf m.;
wiesenkönigin f.;
wiesenkraut
(2), n.;
wiesenkräutlein n.,
ajuga reptans L. kriechender günsel (vgl. Marzell 1, 167): als wundmittel Schkuhr botan. hdb. (1791) 2, 126, Campe 5 (1811) 716;
wiesenkresse f.;
wiesenkuckuck m.,
orchis latifolia L.: rother wiesenguckguck Schkuhr botan. hdb. (1791) 3, 198, als veraltet wiesenguckuck Campe 5 (1811) 716ᵇ;
wiesenkümmel m.;
wiesenlauch m.,
allium angulosum L. (s. Marzell 1, 195): Nemnich naturgesch. 647, Campe 5 (1811) 716ᵇ;
wiesenlein m.,
linum catharticum L.: Nemnich naturgesch. 647, als veraltet bei Campe 5 (1811) 716ᵇ;
wiesenlieschgras n.,
phleum pratense L.: wiesenlischgras Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 33;
wiesenmangold m.;
wiesenmohn m.,
papaver rhoeas (vgl. Marzell s. v.): name der kornrose oder des feldmohnes Adelung 5 (1786) 221, Campe 5 (1811) 716ᵇ, Liliencron s. w. (1896) 7, 29;
wiesennelke f.,
dianthus deltoides L. (s. Marzell 2, 108): Nemnich naturgesch. 647;
wiesenölsnich m.,
selinum carvifolia L.: roszfenchel, wiesenölsenich Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 95, Campe 5 (1811) 716ᵇ;
wiesenpimpinelle, wiesenpimpernelle f.,
sanguisorba officinalis L.: wiesenpimpinelle Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1049ᵃ, Nemnich naturgesch. 647, wiesenpimpernelle Campe 5 (1811) 717ᵃ;
wiesenplatterbse f.,
lathyrus pratensis L.: Nemnich naturgesch. 647, Campe 5 (1811) 717ᵃ;
wiesenraute f.;
wiesenrispe f.,
poa pratensis L.: Nemnich naturgesch. 648;
wiesenrispengras n.,
das vorige: Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1049ᵃ, Schkuhr botan. hdb. 1 (1808) 42;
wiesensafran m.;
wiesensalbei f.,
salvia pratensis L.: Ehrhart pflanzenhist. (1753) 6, 124, Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 17;
wiesensauerampfer m.,
rumex acetosa L.: Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 315;
wiesenscharte f.;
wiesenschaumkraut n.;
wiesenschelle f.,
campanula glomerata L. (Marzell 1, 764): Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 128;
wiesenschilf n.,
calamagrostis lanceolata Roth 'lanzenreitgras' Marzell 1, 709: Campe 5 (1811) 717ᵃ;
wiesenschwamm m.;
wiesenschwertel m.,
iris Sibirica L.: Oken naturgesch. (1839) 3, 535, Fechner volkstüml. pflanzenn. (1871) 7;
wiesenschwingel m.;
wiesensegge f.
1) carex elongata L.: Nemnich naturgesch. 648. 2) carex goodenowii Gay.: Marzell 1, 836;
wiesenseicher m.,
name des löwenzahns (Marzell s. v. taraxacum officinale): wiseⁿseicher Fischer schwäb. 6, 3431;
wiesensteinbrech m.,
silaus pratensis L.: Nemnich naturgesch. 648;
wiesenviehgras n.,
poa pratensis L.: Thaer rat. landw. (1809) 4, 294, Oken allg. naturgesch. (1839) 3, 412;
wiesenwatte f.,
conferva Link. Marzell 1, 1117, eriophorum L. ebda 2, 282;
wiesenwedel m.;
wiesenwolf m.,
pedicularis palustris L.: Walpert alphab.-synonym. wb. d. dt. pflanzenn. (1852) 47, d. gr. Brockhaus 20 (1935) 318ᵇ;
wiesenwolle f.;
wiesenzeitlose f.;
wiesenzittergras n.,
briza media L.: Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 43;
wiesenzwiebel f.,
colchicum autumnale L. (s. Marzell 1, 1101): wesᵃzwwebbᵉ ln Heinzerling-Reuter Siegerland 324ᵃ.
6)
als fruchtbar erweist sich in neuerer zeit ein typ von zss., die von gefühlsbetonter wertung frischer, bunter, duftender, weiter u. ä. wiesen zeugen (vgl. wiese 3 a):
wiesenanmut f.:
Elisa v. d. Recke tageb. e. reise (1815) 2, 140;
wiesenaussicht f.:
Hippel kreuz.- u. querz. (1793) 2, 157, Immermann w. 15, 285 Hempel;
wiesenduft m.:
Unger Julchen Grünthal (1784) 6, Rosegger schr. (1895) II 15, 78;
wieseneinsamkeit f.:
vor uns in einer weiten busch- und wieseneinsamkeit lag ein stattlicher bauernhof Storm s. w. (1899) 1, 141, H. Hesse Hermann Lauscher (⁶1933) 23;
wiesenfrisch adj.:
durch das wiesenfrische thal Rosegger schr. (1895) II 7, 254;
wiesengeruch m.:
nach dem bischen frischen wiesengeruch geschnuppert Bettine d. buch gehört d. könig (1843) 1, 223, Holtei erz. schr. (1861) 13, 110;
wiesengrün n.;
wiesenhauch m.:
und dieser wiesenhauch! Alexis ruhe (1852) 1, 216;
wiesenkühl adj.:
so abendsonnig ist mir ..., so wiesenkühl W. v. Scholz d. spiegel (1908) 37;
wiesenluft f.:
wiesen- und waldluft in erfreulicher fülle H. Hoffmann Harzwand. (1902) 91, die wiesenluft blies ihm sein grämliches angesicht frisch W. Schäfer d. 13 bücher d. dt. seele (1925) 459;
wiesenmeer n.:
L. v. Plönnies ged. (1844) 75, Lienhard Wasgaufahrten (1902) 2;
wiesenpracht f.:
Denis lieder Sineds (1772) 194;
wiesenschmelz m.;
wiesensommer m.:
von musikalischen eindrücken vermag ich in diesen wiesensommern nichts zu finden Lauscher hinterl. schr. (1901) 7, sehnsüchtig ... nach der weichen, tragenden luft des wiesensommers Watzlik d. pfarrer v. Dornloh (1930) 243;
wiesenteppich m.;
wiesenverloren adj.:
an wiesenverlorenen weilern vorüber Watzlik der alp (1923) 269;
wiesenwelt f.:
wir schäfer sicher weiden in der gruͤnen wiesen welt S. v. Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 268, er war ... der bauer und herr von seiner felder-, vieh- und wiesenwelt W. Schäfer d. verlor. sarg (1911) 166.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1584, Z. 24.

wiesenmahd, n., f.

wiesenmahd, n., f.,
zu mähende wiese; das mähen der wiese. mhd. wis(e)mât seit dem 13. jh.; nicht zu mhd. mate 'wiese', sondern zu mâd 'das mähen', wodurch das wort die in älterer zeit allein deutlich zu greifende bedeutung 'zu mähendes grasland' gewinnt; das fem. matte teil 6, sp. 1761 wirkt jedoch ständig ein, so dasz neben das mhd. und bis weit ins nhd. belegte wiesmat, wismad, n. (plur. endungslos bzw. wismader, -meder u. ä.: die acker und wiszmoͤder Knebel chron. v. Kaisheim 46 lit. ver.; in die wismaͤder [1620] österr. weist. 2, 242) in zunehmendem masze wies(en)matte, f. (plur. wiesenmatten) tritt (s. bes. 2 a). kontaminationen sind die folgenden formen: die wisz-mater Zendorius teutsche wintern. (1682) 642; die felder oder wiesmaden (1737) Schwappach hdb. d. forst- u. jagdgesch. (1886) 1, 460 anm. 14. mundartl. nur obd. (vgl. vereinzelt bezeugtes wiesmet dt. sprachatlas, karte 41; als veraltet bei Fischer schwäb. 6, 893): wismath Zaupser oberpf. id. 82; wiesmahd Unger-Khull steir. 633ᵃ. histor. wbb. buchen es vereinzelt seit dem 15. jh., öfter erst seit dem 17. jh.: wise, wismat, anger, matte pratum, voc. theut. (Nürnberg 1482) oo 7ᵇ; wismatten und felder Schottel haubtspr. (1663) 92; wies-matte Kramer t.-it. 2 (1702) 30ᵃ; wiesemaden von maͤhen, weil man auch die felder oder äcker abmäht Frisch t.-lat. (1741) 2, 447ᵃ.
1)
das wort bezeichnet in älterer zeit und landschaftlich bis ins 18. jh. die (der mahd vorbehaltene) landwirtschaftliche grünlandfläche schlechthin und steht so wiese bzw. matte nahe.
a)
in landwirtschaftlicher nutzung befindliches, vorzüglich zur mahd und heugewinnung bestimmtes grünland:
ein schuoch was im gemâl
dâ mit er mir trat
nider al mîn wisemât
Neidhart 62, 28 H.-Wieszner;
swer der man ist, der selbe drie huͦbe hat vnd daz wise mat, daz dar zvͦ hœret, der mag haben einen schaf hirten Schwabensp. landr. 213 Laszberg; item wo einer wismath hat hinder dem andern, der mag sein hö wol füren den pesten weg (1435) Lori urk. z. gesch. d. Lechrains nr. 144 § 55; es luff ausz und thet mechtigen schaden an wismatn, am traid etc. (1531) städtechron. 15, 105; das hew und grummet ... warde zu nicht auff den wiesmaten H. Megiser annales Carinthiae (1612) 498; allda sollen die rosz bis zu völligen ausschlag am härbst im wis- und angermad darunter nit aufgeschlagen werden (1656) österr. weist. 3, 266. in der aufzählung von liegenschaften steht wiesmahd für wiese im gegensatz zu weide, feld, acker: mit welden wismaden perg vnd tall wun vnd waid (1401) beitr. z. gesch. d. bischöfl. kirche Brixen 6, 16 Sinnacher; das müllehen daselbs mit aller zugehörung, es sey wismad, äcker, haws, hofstat, holtz, wunn vnd waid (1469) mon. Boica 21, 553; wo acker, weingebürge, wiszmathe traͤchtig ..., werden die guͤter ... hoͤher angeschlagen Hohberg georg. cur. (1682) 1, 56; es seie von weinhöfen, von weingärten, wegen kornhöve, wismad, äcker und zinsgült (1744) österr. weist. 2, 207. nur gelegentlich als weide verwendet: ain mul gieng umb syne waid uf ainem wismad (um 1460) Steinhöwel Äsop 193 lit. ver.; darauf begert der schuchmacher erstlichs für ain gemaind bei der statt ain wismad zu ainer vichwaid Zimmer. chron. ²1, 59 Barack.
b)
auszerhalb des fachsprachlichen bereichs allgemein bald gröszere und bald kleinere wiesenfläche:
daz her er legen bat
bî Zedlitz ûf daz wismat
Ottokar österr. reimchron. 17 426 Seemüller;
im wismat schluͦg er sein zelt auf und die wagenpurg (1462) städtechron. 22, 29; sie solten das rosz mit einem hültzin hamer erschlagen, unnd den zaumb in das wismat werffen Hans Haug d. Hungern chron. (1534) 14ᵇ;
in mehr beruͤhrtem schildt darbey
der goͤtter schmid auch machet frey
ein schoͤnes wismad gar mit wunder
in einem grünen thal besunder
Spreng Ilias (1610) 266ᵃ.
2)
in der hochsprache neuerer zeit wird orthographisch und in der bedeutung unterschieden.
a)
einmal lehnt sich das wort an das über sein ursprünglich nur alemannisches verbreitungsgebiet sich ausdehnende und als gewählt empfundene matte an, wobei wiese den nicht mehr verstandenen wortsinn von matte neu bestimmt; das wort ist im 19. jh. sehr häufig bezeugt und bezeichnet sowohl die berg- oder alpenwiese als auch jede art von wiesen des flachlandes:
als auf gemähten wiesenmatten
manch gelbes blatt im winde flog
E. M. Arndt w. (1892) 4, 179 R.-M.;
sie finden dort (Muskau) ... flusz und seen, wiesenmatten und bebuschte hügel (1845) Pückler briefw. u. tageb. 1, 287 Assing; unser weg führte uns durch ... üppige sommersaaten und wiesenmatten B. Goltz ein jugendleben (1852) 3, 4;
ich hörte die schalmei
auf berg und wiesenmatt
M. Reich ausg. w. 92 Fürst;
hier zog sich an den bergen eine lange, nur der alpenheerde entbehrende wiesenmatte hin Gutzkow ges. w. (1872) 7, 452; das abendlicht vergoldete die wiesenmatten auf dem sanftgerundeten scheitel des Schneebergs Barth Kalkalpen (1874) 58.
b)
andererseits knüpft das wort neu an mähen an, so dasz es sich bei den belegen aus jüngster zeit um zss. mit mahd, f. handeln dürfte. im sinne 'mähen der wiese' (die wiesenmaht Adelung 5 [1786] 221; Campe 5 [1811] 716ᵇ):
mein weib zu prügeln war nur schlechte freude,
sie schmiegte sich gleich einem feigen hunde,
da lief sie von der wiesenmahd mir heute
Brentano ges. schr. (1852) 6, 226;
einmal drauszen im Schwabenlande wurde durch den heuduft der wiesenmahden plötzlich ... heimweh entfacht nach den almmatten im waldlande Rosegger schr. (1895) III 5, 225.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1615, Z. 35.

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Zitationshilfe
„wiesenmad“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wiesenmad>.

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