Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

windfahne, f.

windfahne, f.,
ahd. wintvano Graff 1, 626; 3, 521.
1)
wetterfahne Rädlein 1, 1064ᵃ: der wetterhan oder man mit seiner luft- oder windfahne Prätorius Anthropodem. 1, 313; wind- und wetterfahnen Langbein schr. 2ᴵᴵ, 34; auf schiffen kleine stücke leichter leinwand, die oben auf den mast gesetzt werden Jacobsson technol. wb. 1, 766ᵇ; gleichbedeutend mit flügel und von wimpel unterschieden Adelung; als sinnbild der unbeständigkeit: in solchen dingen war er überhaupt wie eine windfahne Holtei vierzig jahre 3, 103; daher 'unbeständiger, doppelzüngiger mensch': von elenden namenlosen pamphletisten und literarischen windfahnen Arndt schr. f. u. an s. l. Dt. 4, 288; Göthe 14, 218 Weim.; Rückert werke 9, 464.
2)
als süddeutsch. ersatz für wimpel m. n. a) 'schleier': zu winterszeiten (trägt die vornehme frau) einen schlupfer von zobel, den sommer durch einen windfahnen oder mückenscheicher Moscherosch gesichte (Leyden 1646) 5, 288; b) 'langes, schmales fähnchen': zwei schützenbuben mit den kleineren langzüngigen windfahnen Stifter werke 2, 351. 328; c) die 'fahnenwicke' Pritzel-Jessen 14.
3)
els. 'federwölkchen' Martin-Lienhart 1, 117.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1916), Bd. XIV,II (1960), Sp. 299, Z. 11.

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windeis wintergetreide
Zitationshilfe
„windfahne“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/windfahne>, abgerufen am 21.10.2021.

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