Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

wischlappen, m.

wischlappen m.
zum reinigen, scheuerlappen: also dasz sie (die verarmten) sich jetzt mit solchen hadern müssen bedecken, welche sie zuvor in ihren küchen zu wischlappen nicht gebrauchet hetten G. Lauterbeck von einigkeit (1578) 44ᵇ; wischlapp o. spühllapp in der küchen die schüsseln ab zu wischen Nath. Duez germ.-gall.-lat. (1664) 687ᵃ; wirstu allezeit leiden, dasz ich (eine putzsüchtige) als ein wischlappen gegen ihr (der nachbarin) aussehe? Charles Sorel v. d. leben d. Francion (1662) 92; (die leute) treten mit mir (der schuhsohle) in allen dreck und koth, so dasz ich so nasz werde wie ein wischlappen κρυπτάδια 1, 301; wanderte stolz mit einem groszen pelzranzen, ... aus dem an langen bändeln schwämmlein und wischlappen heraushingen, zur schule Emil Strausz freund Hein (1921) 13. — übertragen abschätzig für menschen ohne innere festigkeit, so 'weichling': Romeo ist ein wahrer wischlappen gegen ihn J. J. Eschenburg Shakespeare (1775) 12, 116; das ist ein bloszer wischlappen ein charakterloser mensch Wander sprichw. 5, 288; 'unselbständiger mensch' Mensing holst. 5, 667. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1937), Bd. XIV,II (1960), Sp. 726, Z. 64.

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