Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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wischiwaschi, wischiwaschi, wischwasch, interj.und n., (m.)

wischiwaschi, interj.und n. (m.),
gewäsch, geschwätz, unsinn. gleich nl. wisjewasje, nfries. wissewasse, engl. wish-wash 'schwaches, fades getränk, geschwätz oder geschreibsel' Murray 10, 2, 3, 198 (dort zu wash 'wäsche, spülicht' gestellt) lautmalende bildung, vielleicht auf der grundlage von waschen 'plaudern' (s. teil 13, 2242 und Paul dtsches wb. ⁴ 659), vgl. die ähnlichen dän. visvas zu ädän. hvase 'faseln' (Falk-Torp 1389 nehmen wischwasch als muster an) und mnd., mnl. visevase Schiller-Lübben 5, 261; Verwijs-Verdam 9, 1, 550. — in verschiedenen formen: wischwasch Holberg dän. schaubühne (1743) 5, 67; H. v. Kleist 1, 232 E. Schm.; D. v. Liliencron 4, 34; Frischbier preusz. 2, 475; Rovenhagen Aachen. 164; Mensing schlesw.-holst. 5, 667. häufiger wischiwaschi s. u., mundartlich Unger-Khull steir. 637ᵃ; Schütze holstein. wb. 4, 341; abgeschwächt wische wasche Eschenburg Shakespeare 4, 142; wischewasch v. Schleswig an Baggesen 193 Schulz; Spiesz henneberg. id. 284. seltener wische wäsche J. G. Müller d. herren v. Waldheim (1787) 1, 87; Müller v. Itzehoe Siegf. v. Lindenberg 1, 124. auch wischkewaschke Hennig preusz. 303; Frischbier 2, 475. — geschlecht: wischwasch gewöhnlich m.: Chr. Bode Mich. Montaignes ged. (1793) 2, 372; D. v. Liliencron 4, 34, s. auch Adelung, Campe, Rovenhagen Aachen. wb. 164. wischiwaschi dagegen n., vereinzelt m., so Chr. Bode gesch. d. Thomas Jones (1786) 6, 371, auch Spiesz henneberg. id. 284. als interjektion 'unsinn!': 'das ist mehr als sonnenklar.' (Diogenes:) 'wisch, wasch!' L. Holberg dän. schaubühne (1734) 5, 67; thränen! wischwasch! Töpfer ges. dram. w. 3, 86; wischi waschi! weiszt du was, dein weib ist eine närrin Klinger neues theater (1790) 2, 194; wischi waschi! sagte der polizeidirektor, mitgefangen, mit gehangen Pückler-Muskau tutti frutti (1834) 3, 270. als substantiv 'unverständiges geschwätz', s. die mundartenwörterbücher: je verständiger ein mann ist, desto weniger kann er sich aus eurem gickelgackel und wischiwaschi nehmen Lessing 2, 18 M.; was ist das für ein vertracktes wischiwaschi? Immermann 14, 145 Boxb.; dies irrgeschwätz? der wischwasch? H. v. Kleist 1, 232 E. Schm.; in verbaler fügung: er macht wischiwaschi und mischt verwegene worte drein Thierbach diar. herrenhuth. 1, 821; dann hab ich wischi waschi geschwatzt Kotzebue s. w. (1827) 4, 319; wie wir so plätscherten und wischi waschi plauderten Cl. Brentano 4, 84. von unsinnig geschriebenem zeug: ich ha nicht d geduld gehabt, den wischiwaschi halb zu lesen Bode Thomas Jones 6, 371; wer nun die dichtung nicht im kopfe oder bei der hand hat, der dürfte eher den diskurs der spatzen ... verstehen, als aus dem angeführten unsinnigen wischiwaschi klug werden Hugo Wolf mus. krit. 117; unerhörter wischwasch, das albernste zeug, das ich je gelesen habe D. v. Liliencron 4, 34.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1937), Bd. XIV,II (1960), Sp. 725, Z. 69.

wischwasch

wischwasch,
s. wischiwaschi.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1937), Bd. XIV,II (1960), Sp. 729, Z. 39.

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Zitationshilfe
„wischwasch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wischwasch>, abgerufen am 07.07.2020.

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