wohlauf adv
Fundstelle: Lfg. 7 (1943), Bd. XIV,II (1960), Sp. 1079, Z. 8
und aufmunterungsinterjektion. zusammenrückung, mit dem wortakzent auf zweiter silbe.
1)
als aufruf, mit und ohne folgenden vokativ, imperativ oder adhortativ, meist in spitzenstellung, vgl. huy, ↗frisch auf, wolauf agite, adv. hortantis Frisius dict. (1556) 61ᵇ; wolauf! interj. incit. orsù! corragio! animo! Kramer t.-ital. (1702) 2, 1383ᵃ; wolan, wolauff age, agite Dentzler clavis ling. lat. (1716) 355ᵃ. schon mhd.: wol uf dar, herz und sin und muͦt, dar in daz grundlos abgrúnd aller lieplichen dingen! Seuse schr. 14 B.;
wol uf, Sampson! huͤte din!
Rudolf v. Ems weltchron. 21002;
woluff ir gesellen, wir wöllen gan
Mone schausp. d. mittelalters 2, 188;
nhd.: (es wird) die gancz gemeine schreyen: wolauf all an die lampartischen wuchrer und hunde! Arigo decam. 21 K.; woluff, ich will dich ... heym füren Terenz deutsch (1499) 47ᵇ; und sprachen unternander, wolauff, laszt uns ziegel streichen 1. Mos. 11, 3; das volck ... sprach zuͦ im: wolauf und mach uns götter Zürcher bibel (1531) 2. Mos. 32, 1; da sprach der dot: woluff, gesel, du muͦst wider heim Pauli schimpf u. ernst 220 Ö.; so woluff, dem turn zu! (a. 1525) d. dt. bauernkrieg aktenbd. 182 Franz; wohlauf, redlicher Deutscher! mit fröhlichem muth in den krieg! E. M. Arndt schr. f. u. an s. l. Deutschen 1, 281;
wolauff, helfft retten leib und gut!
Hans Sachs 6, 36 K.;
wolauff, das bad ist schon geheitzt!
21, 9 K.-G.;
woluf, wir wend uns nit lang sumen!
H. R. Manuel weinspiel v. 183 ndr.;
nun schürtz dich, meidlein, schürtz dich!
wolauff mit mir darvon!
Forster fr. teutsche liedlein 155 ndr.;
der feind ist da! die schlacht beginnt!
wohlauf zum sieg herbey!
Klopstock oden 1, 78 P.-M.;
wohlauf, kameraden, aufs pferd, aufs pferd!
Schiller 12, 57 G.;
fort! wohlauf!
halt uns nicht auf!
Mörike ges. schr. (1905) 1, 63 Göschen.
in nachdrücklicher wiederholung: wolauff, wolauff, lieben bruͤder ..., lassent uns ritterlich weren hertzog Aymont (1535) f 3ᵃ; woluff, woluff, woluff, jung und alt! Sebiz feldbau (1579) 565; wolauff, wolauff, Debora, wolauff, wolauff, und singe ein liedlin richter 5, 12; Herder s. w. 12, 174 S.;
wolauff, wolauff, ir völcker all
Spee güld. tugendb. (1649) 389;
wohlauf, wohlauf, ihr schläfer! das horn verkündet sturm
Uhland ged. (1898) 1, 282.
2)
als adverb, mit den verben sein, sich befinden, seltener mit werden in der bedeutung 'gesund, frisch, in guter verfassung', nur von personen gesagt. wolauff sano Hulsius-Ravellus (1616) 418ᵃ; gesundt oder wolauff seyn esser sano e gagliardo Hulsius (1618) 2, 348ᵇ, im gegensatz zu übelauff infermo, ammalato ebda 2, 203ᵇ; wolauf ben disposto Kramer t.-ital. (1702) 2, 1383ᵃ; wolauf seyn, sich wol befinden bene habere, bene valere Dentzler clavis ling. lat. (1716) 355ᵃ: sonsten hat es mir zu allen freuden gegangen, bin gesund und wolauf gewesen Schweinichen denkw. 53 Ö.; und sie von ihrem fieber auch genesen und wol auff worden Guarinonius grewel d. verw. (1610) 125; ist das haupt gesund, so seynd alle glieder wolauff Lehman floril. polit. (1662) 2, 584; dahero er ... sich an unterschiedenen fleischwunden nicht allerdings wolauff befand H. A. v. Ziegler asiat. Banise (1689) 205; wir waren gesund und wohlauf W. Raabe schüdderump (1870) 2, 234; den andern morgen waren wir alle wohlauf, obschon ich ... abends etwas unwohl gewesen war Moltke ges. schr. u. denkw. 1, 133;
und schreibe mier einmahl, wan ich zu Leipzig bin,
ob du noch seist wohlauf
Zesen vermehrter Helikon (1656) 3, n 3ʳ.
als substantiv: als sie im besten wolauf gewesen, ... quellen z. gesch. d. stadt Kronstadt 5, 626. landschaftlich wohlauf haben wohl zu leben haben Schmeller-Fr. 2, 892.
Zitationshilfe
„wohlauf“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wohlauf>, abgerufen am 20.07.2019.

Weitere Informationen …