Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

wortbruch, m.

wortbruch m.
'bruch eines versprechens, treubruch', zu wort I F. erst bei Stieler belegbar, aber auf grund der bei Schottel (1648 und 1663) bezeugten ableitung wortbrüchig (s. d.) mindestens für diese zeit schon vorauszusetzen. sprachläufig aber scheinen sowohl wortbruch wie wortbrüchig erst in den letzten jahrzehnten des 18. jh. zu werden, lexikographisch verzeichnen die wörter Kramer, Steinbach, Frisch und noch Adelung nicht, sondern erst Campe 5 (1811) 776ᵇ, bei wortbruch nur mit berufung auf Stieler. auch die verbale verbindung sein wort brechen (s.wort I F 1 b δ) ist erst in der zweiten hälfte des 18. jh. zu belegen. bei Stieler: wortbruch infirmatio promissorum stammb. (1691) 232. meist auf einen konkreten einzelfall, auf ein bestimmtes versprechen bezogen: nein, vergessen will ich ihn nicht, nicht vergessen diesen schändlichen wortbruch (1773) Göthe I 13, 243 W.; Voltaire sah darin einen wortbruch und hielt sich an sein ehrenwort auch nicht mehr gebunden D. Fr. Strauss ges. w. (1876) 11, 119. summarisch für ein menschliches verhalten, neben verwandten begriffen: die abneigung gegen die wahrheit, die schmeichelei, der verrat, die treulosigkeit, der wortbruch H. Heine s. w. 3, 417 Elster; jede art von untreue, wortbruch, tückischem überfall G. Freytag ges. w. 18 (1888) 36.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1951), Bd. XIV,II (1960), Sp. 1551, Z. 28.

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