Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wortklauber, m.

wortklauber, m.,
wie das folgende im 18. jh. auftretend, doch s.wortklauben. 1) 'wer mit dem eigenen wort oder dem eines anderen kleinlich umgeht, sprachpedant, nörgeler, sophist': einige leichtfertige wortklauber wollen ohnedem in dem obigen ausspruche eine pralerey ... finden J. J. Schwabe belustig. (1741) 3, 263; 'der mensch ist ... das korruptibelste aller geschöpfe gottes' — setze hinzu um der wortklauber willen, — 'die unsern sinnen bekannt sind' Lavater physiogn. fragm. (1775) 3, 14; die wortklauber haschten jeden laut aus ihrem munde auf, die seladons deuteten jede miene Musäus volksmärchen 4, 79 Hempel; vgl. in moderner mundart wörtlichlüber schweiz. id. 3, 616; zs. f. hd. maa. 3, 374 (schwäb.). 2) als abschätzige bezeichnung eines sprachgelehrten: zum schlusse fertiget hr. prof. R. zweyerley arten von leuten ab, die sich über solche philologischen bemühungen aufhalten möchten. ... etliche ... spotten nur von wortklaubern, sylbenkönigen, u. d. gl. und meynen, man werde sie in der sachgelehrsamkeit für desto stärker halten, je weniger sie in sprachen getan haben Gottsched anmuth. gelehrsamkeit 4 (1754) 791; höchstens einige gelehrte wortklauber weniger existirten vielleicht? (wenn es keinen Homer gäbe) Holtei erz. schr. (1861) 20, 49.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1951), Bd. XIV,II (1960), Sp. 1589, Z. 19.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
wollkrautblatt wucherin
Zitationshilfe
„wortklauber“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wortklauber>, abgerufen am 24.11.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)