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Fundstelle: Lfg. 12 (1959), Bd. XIV,II (1960), Sp. 1891, Z. 45
1) zauberkräftiges horn: ich werde nicht ruhen, bisz ich disz wunderhorn (aus der hand einer waldgöttin, voll wunder wirkender flüssigkeit) zu gesichte bekomme Lohenstein Arminius (1689) 1, 94ᵇ; Hüons wunderhorn Hebbel w. 12, 194 Werner. 2) bildlich in romantischem und romantisierendem gebrauch; zuerst: des knaben wunderhorn. alte deutsche lieder gesammelt von L. A. v. Arnim u. Cl. Brentano 1 (1806) titel, nach der überschrift des im anschlusz an das altfranzös. lai du corn von den herausgebern stilisierten titelgedichts der sammlung; ein neues lied ... von scheiden, meiden und sehnsucht, welches dem erzähler verloren gegangen, jedenfalls aber in des knaben wunderhorn zu finden ist W. Raabe s. w. I 3, 96 Klemm. oft auch, in prägnanter kürzung, nur das wunderhorn: am wunderhorn wird fleiszig gearbeitet. sie werden sich gewisz an der schönen und reichen sammlung freuen (1807) W. Grimm an Savigny 33 Schoof; vgl. 66; Th. Mann Lotte in Weimar (1946) 308. im anschlusz daran:
du (die romantik) leerst in göttlicher verschwendung
tagtäglich noch dein wunderhorn
Strachwitz ged. (1850) 190;
Rückert ges. poet. w. (1867) 1, 317; wir denken daran, dasz aus diesen wäldern von den lippen von Eichendorff, Uhland und Schubert noch das alte träumerische wunderhorn der deutschen lyrik tönte (1924) K. A. v. Müller aufs. u. vorträge (1926) 60. —
Zitationshilfe
„wunderhorn“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wunderhorn>, abgerufen am 17.10.2019.

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