Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

zündloch, n.

zündloch, n.
1) an feuerwaffen, das loch im bodenstück eines geschützes, oder in der pfanne und im lauf eines gewehrs, wodurch die pulverladung entzündet wird Duez nomencl. (1652) 212; Kramer 2, 267ᵃ; 1484ᵇ; Jacobsson 4, 724ᵇ; v. Alten hdb. f. heer u. flotte 1, 815; 2, 86: item 4 scot vor dy mitelbochse von Grudencz ken Marienburg zu furen, als das zondeloch wyt gebrant was Marienburger tresslerb. 574 Joachim; die heiligen 3 blutstropfen .. die sollen dir deine büxsen und zintloch verstopfen Germ. 26, 242; denn er ging ihm auf die mündung einer kanone los, und wenn er auch die glüende lunte schon am zündloche sähe Bode Tristram Schandi 5, 66. bildlich: wie wunderbar zuweilen die natur bey einem menschen das zu einem entschlusz gehörige zündloch angebracht hat Lichtenberg verm. schr. 3, 313. allgemein derb für den hintern Fischart geschichtklitt. 213 ndr.; Imme soldatenspr. 85:
wenn der vater mit dem sohne
auf dem zündloch der kanone
ohne secundanten paukt
Münch. bilderbogen.
2) am kohlenmeiler die öffnung, durch welche er angezündet wird Jacobsson; Zedler 15, 144; 63, 1332; Fleming vollk. t. jäger (1719) 74. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1927), Bd. XVI (1954), Sp. 563, Z. 27.

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zündkern
Zitationshilfe
„zündloch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/z%C3%BCndloch>, abgerufen am 14.06.2021.

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