zahlungsstatt f.
Fundstelle: Lfg. 1 (1913), Bd. XV (1956), Sp. 88, Z. 7
in der verbindung an zahlungsstatt annehmen, die gebildet ist wie an kindesstatt annehmen. hier liegt eigentlich die präposition an — statt mit dazwischen tretendem abhängigen gen. vor. ob die form an zahlung statt annehmen, die Campe bietet, jemals in der lebendigen sprache vorhanden gewesen ist, erscheint zweifelhaft, weil der gen. da nicht erkannt werden kann. es begegnet auch die schreibung an zahlungs statt:
ein groszer wüterich,
ein ungeheurer bär läszt sich im walde sehen;
euch soll, an zahlungs statt, die haut zu dienste stehen
Hagedorn 2, 86.
die heute übliche form, wie sie Adelung verzeichnet, ist aber schon früher bezeugt:
er lieb an zahlungsstat zu nemen dieses gelt
Harsdörffer frauenzimmergesprechspiele 5 Po VI a;
auch geb' ich zu,
dasz hier und da gelddürftige spielerinnen
an zahlungsstatt das herz sich lassen abgewinnen
Wieland 10, 221;
ich habe einen wechsel auf 500 thaler an zahlungsstatt annehmen müssen Rabener 3, 98; ein krämer in H***, der uns noch einiges schuldig, aber sonst ein guter mann ist, hat mir eins (ein pferd) an zahlungsstatt angeboten Göthe 21, 59 Weim.; ich habe ihn (den wechsel) von dem specereyhändler Schnapper an zahlungsstatt angenommen Bäuerle kom. theat. 2, 50; wollt ihr sie (stücke eines rocks) an zahlungsstatt annehmen Immermann 5, 23; gebt dem vetter das papier, welches euch der wirth gegeben hat, an zahlungsstatt Gotthelf 3, 390; Mullrich behielt das buch der bücher gleich an zahlungsstatt für miethe Gutzkow ritter v. geiste 4, 117; vielleicht kommt noch ein matador daher, der alle seine habseligkeiten im bündel auf'm rücken trägt und einem morgen an zahlungsstatt eine zerrissene weste oder ein paar stiefel ohne sohlen anbietet Hebbel 5, 283; manche künstler lieszen sich von ihm bekleiden, und er mochte dadurch, indem er an zahlungsstatt zuweilen eine malerei zu übernehmen oder zu pfänden genöthigt war, zu einem kleinen galleriebesitzer geworden sein Keller 3, 54; soweit er (der pfandgläubiger) zur einziehung berechtigt ist, kann er auch verlangen, dasz ihm die geldforderung an zahlungsstatt abgetreten wird bürgerl. gesetzb. § 1282.
Zitationshilfe
„zahlungsstatt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/zahlungsstatt>, abgerufen am 20.10.2019.

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