Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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zeideln1, verb.

zeideln verb.
aus den stöcken der waldbienen die waben herausschneiden, zu frühlingsanfang, um die stöcke zu räumen, und bei der honigernte, um die vollen honigwaben zu gewinnen: wenn man zeidelt oder im früling honig aus den stöcken schneidet Höfler bienenkunst (1614) 116; Coler hausb. 412; mit dem feuer und eisen zeidelt man das hoͤnig Harsdörfer gesprechsp. 7, 101; v. Hohberg georg. 3, 100ᵃ; Heppe wohlred. jäg. 340ᵇ; die bienen z. Adelung ² 4, 1672; Jean Paul 39, 112 H.; Immermann 14, 33 B.; Unger-Kh. 646ᵇ; zideln Ch. Schmidt els. wb. 440ᵇ; ebenso südbrand.; -ei- schles. Klein 2, 243; wegen der gefahr des windbruchs und des ausbruchs von waldbränden beim z. wurde schlieszlich die herrichtung von zeidelbäumen untersagt: Wimmer dtsch. bod. 440; übertr.: Zischka ... zeitelt oder beschneid die kloͤster in Prag Z. Theobald hussitenkrieg (1609) 233.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1931), Bd. XV (1956), Sp. 499, Z. 8.

zeideln2, verb.

zeideln verb.
melken, eig. streichen, abstreifen; ein ausdruck des Böhmer- und Bayer. waldes, auch im westlichen Innviertel noch verstanden; in Wien gilt die nebenform zeilen melken und zeil, n., zitze Loritza n. id. vienn. 146ᵇ; recht frühe belege: die frau sol ir gespunn auf ein wasser z. Schmeller-Fr. 2, 1086; ebda holunder-, heidelbeeren abherz.; z. melken Roth dict. (1572) k 7ᵇ; Klein 2, 244; Bayerns mdaa. 2, 449. die beiden formen mhd. *zîdeln und *zîlen führen zu zeile, f., (s. d.) zurück; die bedeutungsbrücke schlägt zeile b streifen, gerades langes stück, und von zeil zitze wäre die verbale bedeutung in derselben weise abgeleitet vorzustellen, wie ¹zeideln die bedeutung honigwaben ausschneiden von dem subst. *tîþla- bienenstock gewonnen hat. die bei Schmeller-Fr. 2, 1086 vermutete slaw. abkunft von tschech. cediti seihen wie auch von cíditi reinigen ist lautlich unhaltbar.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1931), Bd. XV (1956), Sp. 499, Z. 24.
Zitationshilfe
„zeideln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/zeideln>, abgerufen am 21.02.2020.

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