Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gezeidelt

gezeidelt,
participialform zu der jüngeren verbalableitung (zeideln) vom alten nomen agentis zeidler, vgl. zidalari, apiarius Graff 5, 639; vgl.: gezeidelt se dit des abeilles. gezeidelter honig, du miel taillé Schwan 1 (1783) 751ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1914), Bd. IV,I,IV (1949), Sp. 6928, Z. 64.

zeidel1, n.

¹zeidel, n.,
eupatorium cannabinum, kunigundenkraut (th. 5, 2653): künegundis das zeydel blüt H. Sachs 4, 269 K.; von Oken geschaffene benennung einer zunft der nuszpflanzen, die daphnoiden und eläagnaceen umfassend, allg. ntg. 3, 1491; Krünitz 241, 118; in Schwaben vereinzelt für zeidelbast Fischer 6, 1093; s. auch Pritzel-Jessen 129; vgl. unter zeidelbast.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1931), Bd. XV (1956), Sp. 497, Z. 24.

zeidel2

²zeidel,
aus der zeidel-gruppe (s. zeidelbär) gelegentlich herausgelöstes, im sprachgebrauch nicht bestehendes stammwort, wofür Frisch 2, 469ᵃ die bedeutung biene, Fulda idiot. 599ᵃ aber wabe ansetzt, im folgenden beleg jedoch weisel vorzuliegen scheint: infolge dieses prellens, wie der technische ausdruck für das ausschwärmen ohne z. lautet Gaudy s. w. 18, 42.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1931), Bd. XV (1956), Sp. 497, Z. 31.

zeideln1, verb.

¹zeideln, verb.,
aus den stöcken der waldbienen die waben herausschneiden, zu frühlingsanfang, um die stöcke zu räumen, und bei der honigernte, um die vollen honigwaben zu gewinnen: wenn man zeidelt oder im früling honig aus den stöcken schneidet Höfler bienenkunst (1614) 116; Coler hausb. 412; mit dem feuer und eisen zeidelt man das hoͤnig Harsdörfer gesprechsp. 7, 101; v. Hohberg georg. 3, 100ᵃ; Heppe wohlred. jäg. 340ᵇ; die bienen z. Adelung ² 4, 1672; Jean Paul 39, 112 H.; Immermann 14, 33 B.; Unger-Kh. 646ᵇ; zideln Ch. Schmidt els. wb. 440ᵇ; ebenso südbrand.; -ei- schles. Klein 2, 243; wegen der gefahr des windbruchs und des ausbruchs von waldbränden beim z. wurde schlieszlich die herrichtung von zeidelbäumen untersagt: Wimmer dtsch. bod. 440; übertr.: Zischka ... zeitelt oder beschneid die kloͤster in Prag Z. Theobald hussitenkrieg (1609) 233.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1931), Bd. XV (1956), Sp. 499, Z. 8.

zeideln2, verb.

²zeideln, verb.,
melken, eig. streichen, abstreifen; ein ausdruck des Böhmer- und Bayer. waldes, auch im westlichen Innviertel noch verstanden; in Wien gilt die nebenform zeilen melken und zeil, n., zitze Loritza n. id. vienn. 146ᵇ; recht frühe belege: die frau sol ir gespunn auf ein wasser z. Schmeller-Fr. 2, 1086; ebda holunder-, heidelbeeren abherz.; z. melken Roth dict. (1572) k 7ᵇ; Klein 2, 244; Bayerns mdaa. 2, 449. die beiden formen mhd. *zîdeln und *zîlen führen zu zeile, f., (s. d.) zurück; die bedeutungsbrücke schlägt zeile b streifen, gerades langes stück, und von zeil zitze wäre die verbale bedeutung in derselben weise abgeleitet vorzustellen, wie ¹zeideln die bedeutung honigwaben ausschneiden von dem subst. *tîþla- bienenstock gewonnen hat. die bei Schmeller-Fr. 2, 1086 vermutete slaw. abkunft von tschech. cediti seihen wie auch von cíditi reinigen ist lautlich unhaltbar.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1931), Bd. XV (1956), Sp. 499, Z. 24.

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Zitationshilfe
„zeideln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/zeideln>, abgerufen am 08.03.2021.

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