ziellos adj
Fundstelle: Lfg. 7 (1938), Bd. XV (1956), Sp. 1093, Z. 40
1)
in älterer sprache endlos: keines zeitlichen, sondern zeit- und ziellosen todes würdig Er. Francisci weh d. ewigk. (1686) 786; auf diese weise müszte ... aus sothaner schnellheit gar ein nu werden, das ist eine ungemessene und ziellose schleunigkeit ders., eröffn. lusthaus (1676) 959.
2)
im 19. jahrh. mit der bedeutung richtungslos, ohne ziel erneuert: nicht ziellos war seine reise (1813) C. A. H. Clodius in J. G. Seume m. leben (1813) 283; ging ... ziellos umher H. Seidel vorstadtgesch. 57; ein zielloses wandern P. Rosegger schr. 4, 156; Mommsen röm. gesch.⁴ 3, 82; ungezielt: einige ziellose flintenschüsse krachten Herm. Schmid alte u. neue gesch. (1861) 335; häufiger übertrag., vgl.: ein leeres, princip- und zielloses geschehen J. G. Fichte s. w. 7, vorr. 7; Melch. Meyr erz. aus d. Ries 3, 39; zielloses ringen: Mommsen röm. gesch. 5 (1894) 231; ziellose fehden: 2 (1889) 19; zielloses träumen Treitschke hist. aufs. 1, 79; (genüsse,) in denen er sich ziellos treiben ... läszt W. v. Scholz erz. (1924) 326; ziel- und zwecklos Spielhagen s. w. 1, 337; unruhig, zerfahren, zerrissen, gedankenlos und ziellos Paul Ernst gesch. v. deutsch. art (1928) 127.
Zitationshilfe
„ziellos“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ziellos>, abgerufen am 19.10.2019.

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