zier-
Fundstelle: Lfg. 8 (1951), Bd. XV (1956), Sp. 1223, Z. 41

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zierstaude f.
staudengewächs zum schmuck in gärten und anlagen: Schlechtendal flora v. Deutschland 11, 229 Hallier.
zierstein m.
nennt man schmucksteine, d. h. geschliffene halbedelsteine und edelsteine, sodann als blosze verzierung angebrachte skulpirte steine an bauwerken Mothes baulex. (1881) 4, 391. —
ziersterling m.
aster chinensis Waldbrühl pflanzennam. (1841) 45. —
zierstich m.
zum verzieren verwendeter stich: säume mit zierstichen Dillmont encycl. d. weibl. handarb. (1893) 7; dieser füllstich ist mit dem in abb. 46 gebrachten zierstich sehr nahe verwandt ebda 124. —
zierstil m.
kunst-, schmuckstil: volkhaft schlichte weise zu späthöfischem zierstil Marg. Lang zw. minnesang u. volkslied (1941) 103. —
zierstöckchen n.
eleganter, kleiner stock für die hand: zierstöckchen unserer commis Mommsen reden u. aufsätze (1905) 272; kleiner runder holzstiel im wagenbau Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 870. —
zierstrauch m.
zierstraͤuche sind solche, die in den lustgebuͤschen, wegen des schoͤnen laubes, der schoͤnen bluͤthen und der schoͤnen fruͤchte gern gesehen und angepflanzt werden Hartig forstl. convers. lex. 968; (effern) bey uns ... als zierstrauch Oken allg. naturgesch. 3, 2 (1839) 846; in Norddeutschland, wo der strauch (seidelbast) selten in der wildniss vorkommt, wird derselbe als zierstrauch ... cultiviert Schlechtendal flora v. Deutschland 10, 181 Hallier; pflanzen, welche sich zur gartenkultur als ziersträucher eignen Schwappach hdb. d. forst- u. jagdgesch. (1886) 1, 438; ahorn und platanen wechselten ab, und dazwischen drängten sich allerlei ziersträucher zusammen Fontane ges. w. I 4, 239; in der siegesallee hatten die ziersträucher gegrünt Clara Viebig d. schlafende heer (1904) 2, 405; er (der buchs) ist seit alten zeiten als zierstrauch verwendet worden Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 297. —
zierstreifen m.
streifen im ornament von goldschmiedearbeiten: forsch. u. fortschr. 11 (1935) 77. —
zierstück n.
schmuckgegenstand: von der decke hingen verschollene zierstücke, grosze glaskugeln, die inwendig mit bunten ausschnittbildern, damen in reifröcken, jägern, hirschen u. dgl., beklebt und mit einem weiszen gipsgrund ausgegossen waren, so dasz sie bemaltem porzellan glichen G. Keller ges. w. (1889) 6, 119; der wahrscheinliche thatbestand, dasz eine wollene und leinene rumpfkleidung als zierstück bei den vermögenden männern gegolten habe M. Heyne hausaltertümer 3 (1903) 256; als minnedichtung ... zum ... gesellschaftlichen zierstück wurde Th. Frings in forsch. u. fortschr. 26, 11ᵃ. —
ziersucht f.
putzsucht: unserer nachbaren fischerei in deutschen trubeln brachte uns die fremde ziersucht über den Rhein Fr. L. Jahn w. 1, 310 E.
ziersüchtig adj.
putzsüchtig: der Franzose des jetzigen (jahrhunderts) ... ist ein ermüdendes beispiel ziersüchtiger unbehülflichkeit (1815) Ölsner an Fr. Aug. v. Staegemann (1843) 164; das spielerische und ziersüchtige in uns bleibt in allem elende und unter allen gestalten lebendig, bis wir zerbrochen sind G. Keller ges. w. (1889) 2, 250. —
ziertechnik f.
verfahren im verzieren: ledermosaik, ziertechnik der kunstbuchbinderei, welche ... ziermotive aus verschieden farbigem ... leder auf dem grundleder aufklebt Lueger lex. d. ges. technik (1894) 6, 118. —
ziertischchen n.
prunk-, schmucktischchen: neben der zimmerthüre ... stand ein ziertischchen G. Keller ges. w. (1889) 7, 112. —
ziertor n.
prachttor, portal Mothes baulex. (1881) 4, 391; Hoyer-Kreuter techn. wb. (1902) 1, 870. —
ziertrieb m.
schmuck-, putztrieb: der ziertrieb hat in Australien niemals jene grosze handelfördernde entwickelung gefunden, wie bei den perlengierigen Africanern Ratzel völkerkunde (1885) 2, 58. —
ziertruhe f.
schmuck-, prunktruhe: dasz er (der elefant) ... nach seinem tode unsere ziertruhen, und allerhand kunstgemaͤchte, mit seinen zaͤhnen, zu sonderbarem gepraͤnge ... schmuͤcket Francisci d. alleredelste pferd (1670) 125.
zier-
Fundstelle: Lfg. 8 (1951), Bd. XV (1956), Sp. 1221, Z. 5

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zieropel m.
unordentlich, unsauber aussehendes mädchen, einer vogelscheuche ähnlich Müller-Fraureuth 2, 705ᵃ; Albrecht Leipz. mda. 240. —
zierpapier n.
englisches gepresstes zierpapier Jean Paul w. 15/18, 350 Hempel.
zierpark m.
zierpark mit statuen aus sandstein Spielhagen s. w. (1877) 3, 187. —
zierpfeiler m.
schmuckpfeiler, pylon: auch wurde eifrig in den zimmereien des bauamtes an zierpfeilern, die durch laubgehänge zu verbinden waren, geschreinert Jos. Ponten die väter zogen aus (1934) 365. —
zierpflanze f.
zum schmuck in gärten, gewächshäusern und zimmern gehegte pflanze: Krünitz öcon. encycl. 241, 306; Nemnich warenlex. (1820) 1278; schmarozer- und unnütze zierpflanze Pestalozzi s. schr. 15, 349; liliaceen, zierpflanzen, blumen aller art Ritter erdkunde 3, 1036; ihre kultur ... verdrängte die spielerei mit überfüllten blumenblättern, die buntscheckigen, durch miszleitung des umlaufs der säfte krank gemachten blätter und die steifen geschnittenen hecken J. Hübner zeitungslex.³¹ (1824) 4, 1020ᵇ; zwei zierpflanzen, eine sida und ein crinum A. v. Chamisso w. (1836) 2, 216; die erste ihrer art (nämlich kartoffel), welche auf dieses blumenarme gebirg (Westerwald) gebracht wurde, hegte ein apotheker als zierpflanze W. H. Riehl naturgesch. d. volkes (1851) 1, 214; von zierpflanzen fängt die kaiserkrone an, nicht mehr gar sehr en vogue zu sein Görres ges. schr. (1854) 1, 257; aloe ... bei uns nicht selten als zierpflanze Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 1, 111; in gärtnereien wird der baum (lorbeer) überall als zierpflanze für zimmer und kalthäuser gezüchtet Schlechtendal flora v. Deutschland⁵ (1880) 10, 195; in der ... als zierpflanze ... gebauten capucinerkresse ... ist ein öl enthalten Muspratt chemie (1888) 1, 99; in Europa wurde die tabakpflanze zuerst nur als zierpflanze ... verwendet hdwb. d. staatswiss. (1898) 7, 2; er vergasz, dasz ... wer die ... pracht der zierpflanzen lange erschaut hat, wieder an den ... formen des grases sich ergötzen mag B. Auerbach schr. (1892) 11, 63. —
zierplatz m.
schmuckplatz: zier- und freudenplatz Francisci traursaal (1672) 3, 600; siegende kämpfer ... wurden für ... die zierplätze ihrer heimath- und vaterstädte ... gegossen C. A. Böttiger kl. schr. 2, 67 Sillig.
zierpreis m.
ehrenpreis: Statilius Taurus reichte hierauf Arsinoen den hoͤchsten preis ..., Junius Silanus aber dem Massabazanes den zierpreis Lohenstein Arminius (1689) 1, 255ᵃ. —
zierpuppe f.
putzsüchtiges mädchen, übermäszig geputztes kind, auch frau und mann, wenn sie sich modisch ausstaffieren: kostbare zierpuppen J. Möser s. w. (1842) 1, 91; Adelung (1793) 4, 1714; kein gröszerer triumph für die weibliche zierpuppe, als wenn sie eine redliche frau ... von einer lächerlichen seite darstellen kann Knigge umgang m. menschen (1796) 3, 55; Campe (1811) 5, 866ᵇ; eine ehemals schöne frau von Arnim mit sohn und zwei schönen töchtern, rechten Berliner zierpuppen (1834) Ed. Devrient an seine frau 13; aber weder als zierpuppe noch als sonderling betrete der prediger die kanzel Fr. L. Jahn w. 1, 221 E.; aus der zierpuppe wird ein zieräffchen, zierbengel und zuletzt ein entmannter zierhammel ebda 2, 693; die stubenhocker und geschnürten zierpuppen Gervinus gesch. d. dt. dichtung (1853) 2, 159; meine kinder werden eher des teufels als stroherne zierpuppen von herzögen und herzoginnen sein G. Hauptmann ges. w. I 5, 351; gelegentlich mit dem sinn einer sich zierenden, spreizenden person: Krünitz öcon. encycl. 241, 305; wer hat unsere Brigitte sich flüchten und verbergen gesehen wie eine kokette zierpuppe? Holtei erz. schr. (1861) 26, 38. früh ist das dim. bezeugt: und giebt alles hin, was er nur aufbringen kann, um ein zierpüppchen zurück zu bekommen F. H. Unger Julchen Grünthal (1784) 72; es giebt nichts lächerlicheres als ein solches zierpüppchen von fünf bis sechs jahren Rehfues br. aus Italien (1809) 2, 168; seine frau war ein zierpüppchen und sah aus wie eine pflanze, welche blosz am schatten gewachsen ist J. Gotthelf ges. schr. (1855) 2, 214. —
zierrand m.
schmuckrand: zierrand eines strumpfes Dillmont encycl. d. weibl. handarb. (1893) 242. —
zierrasen m.
rasen in gärten und anlagen: Metzger pflanzenkunde 224; Lueger lex. d. technik 4, 765. —
zierrede f.
die kunst der zierrede ist die rhetorik: von dem ... die kunst und lere der zierrede ... wider in welsche land gebracht worden ist G. Alt buch d. cronicken (1493) 236ᵇ; Johannes (Husz) war älter, und in kunst der zierredt basz beredter dann Hiero (nymus von Prag) S. Franck chronica zeytbuch (1531) 407ᵃ. —
zierreden n.
das wohlreden, die redekunst: nachfolgend (hat er) die kunst des zierredens gelernet G. Alt buch d. cronicken (1493) 250ᵇ; Marcus Tulius Cicero, ein vatter des zierredens S. Franck chronica zeytbuch (1531) 104ᵃ; die lateinische und griechische sprach, zu sampt der kunst des zierredens hat er ergriffen und gelehrnet M. Quad memorabilia mundi (1601) 32. —
zierreder m.
redner: (Plinius) ein hochberuͤmpter zierreder und geschichtschreiber S. Franck chronica zeytbuch (1531) 137ᵇ. —
zierredner m.
redner: dem zyerredner Messali Corvino ist sein eygener name entpfallen Eppendorff Plinius (1543) 7, 18; von einem zierredner mit einem stattlichen lateinischen vortrag angesprochen Zinkgref apophthegmata (1628) 98. —
zierreich adj.
reich an schmuck: wir beten nicht ... an die an gold und helffenbein zierreiche seulbilder S. v. Birken forts. d. Pegnitzschäferey (1645) vorr. 3ᵇ; mit einem zierreichen sattel und zaum ... geschmuckt Francisci d. alleredelste pferd (1670) 214; die schoͤne sinn- und zierreiche schriften B. S. v. Stosch trauerreden (1674) 49; denn sie (die natur) verbirgt in mancher hoͤlen, bei uns, unter der erden, so manche zier- und wunderreiche arbeit Valvasor ehre d. herzogt. Crain (1689) 1, 489; das äuszere (des Marcuspalastes in Venedig) ist wegen der sonder baren zierreichen bauart auffallend Archenholz England u. Italien (1785) 2, 46. —
zierreim m.
schmuckreim: und lisz auch in oͤffentlichen drukk hundert christliche sinnenbilder, mit lateinischen und frantzoͤsischen zirreimen geschmuͤkket Q. Kuhlmann lehrhoff (1672) 278. —
zierreiten n.
kunstreiten: noch andre stuͤcke mehr gehoͤren zwar zum zierreiten Francisci d. alleredelste pferd (1670) 241. —
zierrippe f.
zierrippen sind rippen, welche einem tonnengewölbe blosz in decorativer absicht eingebunden sind, um demselben das aussehen eines gurtgewölbes zu geben Otte archäol. wb.² (1883) 272; Müller-Mothes archäol. wb. 998ᵇ; Lueger lex. d. ges. technik (1894) 7, 49.
zier-
Fundstelle: Lfg. 8 (1951), Bd. XV (1956), Sp. 1227, Z. 8

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zierverarbeitet adj.
schön gearbeitet: schnur, woran insgemein zwey zier-verarbeitete quaͤstlein herab hangen Amaranthes frauenz.-lex. 1507. —
zierverfertigt adj.
wie eb.: crohnleuchter, ist ein von messing zierverfertigter und viel tillen von sich werffender leuchter ebda 396. —
ziervergoldet adj.
mit goldschmuck versehen: sein kleid war ein blancker und ziervergoldeter harnisch Lohenstein Arminius (1689) 1, 1195ᵃ; schön vergoldet: das laubwerck ... war alles ziervergoldet ebda 1, 357ᵇ; gueridons, oder geridons, seynd hohe von holtz geschnitzte, gedrehete, auf allerhand art mit laubwerck gezierete, laccirte, gefuͤrnste, gebeitzte oder ziervergoldete saͤulen und gestelle Amaranthes frauenz.-lex. 701; ältere wortform: 2 dutzend ziervergulte löffel (1698) bei Karl Bräuer studien z. gesch. d. lebenshalt. i. Frf. Main 2, 202. —
zierverputz m.
verputz von mauerwerk: Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 2, 309; zier- oder quaderverputz, die imitation des quaderverbandes in putz ausgeführt ebda 10, 116; österreichisch für im putz nachgeahmte bossage Mothes ill. baulex. (1881) 4, 510. —
ziervogel m.
ein zierender, zur zierde dienender vogel Campe 5, 866ᵇ; ebda folgender beleg: und so die ganze putzscene (putzbühne) mit dem ziervogel der königlichen Juno einzufassen Böttiger; Brehm tierleb. 4, 545 P.-L.; Oken allg. naturgesch. 7 (1837) 193; als ziervogel stolzierte er vereinzelt auf den karolingischen hühnerhöfen herum Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 346. —
ziervoll adj.
schön: uber das setzt er hier allerlei andre zier- und geruchvolle blumen, womit gemeinlich woleingerichtete gaͤrten geschmuͤcket werden Valvasor ehre d. herzogt. Crain (1689) 1, 372. lieblingswort G. Kellers im sinne von gefällig, anmutig, zierlich: als es sechzehn jahre zählte, war es schon ein schlankgewachsenes, ziervolles mädchen ges. w. (1889) 4, 91; unter einem dache mit dem ziervollsten frauenwesen der welt 7, 127; die ziervolle dame 7, 33; (die) alle die ziervollen scenen zu bewundern schien, die sich nun ereigneten 6, 202; in den ecken standen ziervolle kleine geschütze, grün vor alter 5, 72; sonst noch ein anderer Alemanne: endlich sah er sein Sonthofer haus auf der höhe am wege stehen, ... makellos, ziervoll Peter Dörfler alpkönig (1936) 7. —
zierweise f.
ornamentik: das ist freilich etwas anderes, als unsere kauzenden, auf kragsteinlein über einander geschichteten heiligen der gothischen zierweisen Göthe I 30, 135 W.
zierwerk n.
ornament, verzierung: welchs fuͤrwar nicht weniger wunderlich zu schauen, wie emblematisch und verbluͤmet sie die roͤrbronnen, baͤchlein und waͤsserlein mit lebhafften fischlein, schnecken, muscheln, wasserthierlein und sonst zierwerck ausz- und inwendig pflegen herfuͤr zu spigeln Fischart vorrede zu Holtzwart emblematum tyrocinia (1581) a 3ᵇ; einen hoͤltzernen mit allerhand zierwercke geschmuͤckten stuhl Olfert Dapper Africa (1670) 382ᵃ; die gewölbe und pfeiler waren braun in braun ... theils allegorisch, theils mit zierwerk bemalt Stifter s. w. 14 (1901) 257; die triumphbogen (sind) mit zierwerk überladen Mothes ill. baulex. (1881) 1, 105; aus der heidnischen mythologie dichterisches zierwerk zu borgen Gervinus gesch. d. dt. dichtung (1853) 3, 328; bauten zur festlichen ausschmückung, kunstgegenstände zum putz: gemächlich wandelte ich nun durch die geschmückten straszen und besah mir alle zierwerke und veranstaltungen genauer G. Keller ges. w. (1889) 3, 82; allerlei zierwerk schmückte die fenstergesimse E. Zahn Albin Indergand 7. —
zierwesen n.
schmuck, schönheit: wer kan mir einen ohrt benennen, wo die herrliche griechische sprache, in vorigem zierwesen anzutreffen? G. Neumark neuspross. palmbaum (1668) 2; manier, geziertheit: es entartete ... die sinnvolle eigenthümlichkeit in mühseliges zierwesen, der reichthum in überladenheit Zschokke s. schr. (1824) 35, 41. —
zierwort n.
schmuckwort: von altem harkommen hat ein kunig von Franckrich biszhar alweg behalten das zierwort im zuͦ geschriben, dem allercristenlichsten H. Geszler new pract. rethoric u. briefform. (1493) a 2ᵃ; den verachtern des rechten schreibt man keine weder gruͦsz, dienst, noch erbietung, sonder man hebt die missive an mit irem schuldigen zierwort Alex. Hug rhetorica u. formul. teutsch (1540) 9ᵇ; dieweil aber ewer wirde juͤngst in dem freundtlichen gesprech ... von mir begeret, e. w. der teutschen rhetorica durch etliche schrifften synonyma, und andere zierwoͤrter (die jetzt in hoͤhern wirden weder je gewest) etwas bericht zu geben, ... so habe ich ... Meichszner handbüchlin (1567) A 2ᵇ; expolitio einig dings erklaͤrung mit mancherley zierworten Apherdianus methodus discendi (1601) 31; zierwort elegans vocabulum Stieler 2580; zierwort, schmuckwort voce d'ornamento ò di eleganza Kramer teutsch-it. 2 (1702) 1397ᵃ. —
zierwunder n.
wunder an schönheit und herrlichkeit:
di wellen bergen sich mit lichtesinseln meng
bis an di sonnpallaͤst
der blauen wolkenvest
in ewigst ewiger zirwunder lichtgepraͤng
Q. Kuhlmann kühlpsalter (1684) 1, 150;
solche zierwunder und wunderstrahlen der schoͤnheit des paradeises Francisci wol d. ewigkeit (1717) 991. —
zierzinne f.
zinne, die nur dem schmuck dient: Otte archäol. wb. 272. —
zierzwirn m.
zwirn aus verschiedenfarbigen garnfäden: Lueger lex. d. ges. technik (1894) 7, 1030.
zier-
Fundstelle: Lfg. 8 (1951), Bd. XV (1956), Sp. 1219, Z. 61

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zierlied n.
ein zierlied, das in wortgleichen, sinnverschiedenen reimen schillert Marg. Lang zwisch. minnesang u. volkslied (1941) 89. —
zierlinie f.
kunstmäszige, schmückende linie: sie (die feder) soll fuͤr und fuͤr, inn staͤter unverruckter haltung bleiben, es sei dann, dasz du einen punct, oder ein zierlini machest Ant. Newdörffer schreibkunst (1601) J 4ᵇ; zierlinie Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 870; die unlust zu irgendeiner rhythmischen zierlinie, die den sprachfall tänzerisch durchdränge A. Heusler dt. versgeschichte 3, 316. —
zierlos adj.
schmucklos, einfach: wie ein reimband ohne dichterische ahrten zu reden, ... nakket und zier-los ist Zesen verm. Helikon (1656) 1, 201;
warum bebt er? schreckt ihn vielleicht die zierlose wyste
einer nicht wohlgewarteten seel ...?
Wieland I 2, 15 ak.;
meine kleidung ist zwar noch wirklich, und ziemlich reinlich, aber so schlicht und zierlos ders. bei Campe 5, 866ᵇ; den zierlosen gothischen thurm Archenholz England u. Italien (1785) 2, 40. —
zierlosigkeit f.
schmucklosigkeit: Zesen Ibrahim (1645) 2, 390; Campe 5, 866ᵇ. —
zierlust f.
freude am schmuck: zierlust ohne begriff von verhältnissen Göthe IV 25, 2 W.; an den werken ... prägen sich die heiterste zierlust und freude am unerschöpflichen reichthum des ornamentes aus Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 8, 684. —
ziermal n.
schmuckfigur am körper, durch tätowieren erzeugt: die mittel solche ziermäler hervorzubringen, sind zum teil verrichtungen, wie beim impfen; es erfolgt auch ein wundfieber Fr. L. Jahn w. 2, 612 E.
ziermännchen n.
geputztes, stutzerhaftes männchen: er, ein so gebognes, wangenfettes, gehorsamstes, unterthänigstes ziermännchen, das noch niemand ein hartes wort gesagt als etwa frau und kindern Jean Paul w. 24/26, 103 Hempel.
ziermeiszel m.
meiszel oder stempel zum einschlagen von verzierungen in metall: Adelung wb.² 4, 1714; Voigtel wb. (1793) 3, 700ᵃ; Campe 5, 866ᵇ; Nemnich warenlex. (1820) 1278; Bucher lex. d. kunstgewerbe 448. —
ziermöbel n.
zimmerschmuck: die statuen und bildwerke dienten wenigstens als herrliche ziermeubles C. A. Böttiger kl. schr. 2, 9 Sillig; schmuck-, prachtmöbel: ihr schreibtischchen ... ein zerbrechliches kleines ziermöbel G. Keller ges. w. (1889) 5, 128. —
ziermünze f.
schmuckmünze: nach diser ... wolvornemen art laͤsset ... ein gestrenger Breszlauer rath di gewoͤhnlichen zir- und andenkungsmuͤntzen verfertigen Q. Kuhlmann lehrhoff (1672) 495; der sieger im wettgesang empfing eine goldene kette mit anhängenden wappenschildern und einer ziermünze daran Zschokke s. schr. (1824) 33, 105. —
ziermuster n.
schmuckmuster: Lueger lex. d. ges. technik (1894) 2, 65; dasz lederschuhe aus den ersten jahrhunderten ... fächermuster in kerbschnitt aufweisen, wie wir sie heute als ziermuster im norddeutschen hausbau kennen H. Reinerth haus u. hof d. Germanen (1937) 110. —
ziernagel m.
nagel als schmuckbeschlag: zierbeschläge ... dahin gehören ... allerlei zierknäufe, ziernägel O. Mothes ill. baulex. (1881) 4, 510; beschläge, ebenso köpfe von ziernägeln werden mit dem ausschlageisen zugleich in das blech gepresst und aus ihm ausgeschnitten (vom goldschmied des 10. jh.) forsch. u. fortschr. 11 (1935) 77. —
ziernaht f.
schmucknaht: Dillmont encycl. d. weibl. handarb. (1893) 69; die untere seite dieser naht zeigt eine art wulst, die sie ... zu ziernähten verwendbar macht Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 6, 234. —
ziernarbe f.
narbe auf tätowierter haut: eigentliche ziernarben fehlen durchaus v. d. Steinen naturvölker Zentralbrasiliens (1894) 188; einzelne ziernarben, die der eingeborene nicht wie ein deutscher student im gesicht, sondern über den ganzen körper verteilt trägt, heben die linien der muskeln nur noch hervor und dienen wirklich zum zierat W. Behrmann im stromgebiet d. Sepik (1922) 16. —
ziernarr m.
modenarr, stutzer: die fierd schar der narren heiszen nüwe finder, seltzame narren, mutznarren, ziernarren, malnarren, spiegelnarren J. Pauli Keisersbergs narrenschiff 27ᵃ.
Zitationshilfe
„zier-“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/zier->, abgerufen am 24.08.2019.

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