Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

zier-

zier-

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zieropel m.,
unordentlich, unsauber aussehendes mädchen, einer vogelscheuche ähnlich Müller-Fraureuth 2, 705ᵃ; Albrecht Leipz. mda. 240. —
zierpapier n.:
englisches gepresstes zierpapier Jean Paul w. 15/18, 350 Hempel.
zierpark m.:
zierpark mit statuen aus sandstein Spielhagen s. w. (1877) 3, 187. —
zierpfeiler m.,
schmuckpfeiler, pylon: auch wurde eifrig in den zimmereien des bauamtes an zierpfeilern, die durch laubgehänge zu verbinden waren, geschreinert Jos. Ponten die väter zogen aus (1934) 365. —
zierpflanze f.,
zum schmuck in gärten, gewächshäusern und zimmern gehegte pflanze: Krünitz öcon. encycl. 241, 306; Nemnich warenlex. (1820) 1278; schmarozer- und unnütze zierpflanze Pestalozzi s. schr. 15, 349; liliaceen, zierpflanzen, blumen aller art Ritter erdkunde 3, 1036; ihre kultur ... verdrängte die spielerei mit überfüllten blumenblättern, die buntscheckigen, durch miszleitung des umlaufs der säfte krank gemachten blätter und die steifen geschnittenen hecken J. Hübner zeitungslex.³¹ (1824) 4, 1020ᵇ; zwei zierpflanzen, eine sida und ein crinum A. v. Chamisso w. (1836) 2, 216; die erste ihrer art (nämlich kartoffel), welche auf dieses blumenarme gebirg (Westerwald) gebracht wurde, hegte ein apotheker als zierpflanze W. H. Riehl naturgesch. d. volkes (1851) 1, 214; von zierpflanzen fängt die kaiserkrone an, nicht mehr gar sehr en vogue zu sein Görres ges. schr. (1854) 1, 257; aloe ... bei uns nicht selten als zierpflanze Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 1, 111; in gärtnereien wird der baum (lorbeer) überall als zierpflanze für zimmer und kalthäuser gezüchtet Schlechtendal flora v. Deutschland⁵ (1880) 10, 195; in der ... als zierpflanze ... gebauten capucinerkresse ... ist ein öl enthalten Muspratt chemie (1888) 1, 99; in Europa wurde die tabakpflanze zuerst nur als zierpflanze ... verwendet hdwb. d. staatswiss. (1898) 7, 2; er vergasz, dasz ... wer die ... pracht der zierpflanzen lange erschaut hat, wieder an den ... formen des grases sich ergötzen mag B. Auerbach schr. (1892) 11, 63. —
zierplatz m.,
schmuckplatz: zier- und freudenplatz Francisci traursaal (1672) 3, 600; siegende kämpfer ... wurden für ... die zierplätze ihrer heimath- und vaterstädte ... gegossen C. A. Böttiger kl. schr. 2, 67 Sillig.
zierpreis m.,
ehrenpreis: Statilius Taurus reichte hierauf Arsinoen den hoͤchsten preis ..., Junius Silanus aber dem Massabazanes den zierpreis Lohenstein Arminius (1689) 1, 255ᵃ. —
zierpuppe f.,
putzsüchtiges mädchen, übermäszig geputztes kind, auch frau und mann, wenn sie sich modisch ausstaffieren: kostbare zierpuppen J. Möser s. w. (1842) 1, 91; Adelung (1793) 4, 1714; kein gröszerer triumph für die weibliche zierpuppe, als wenn sie eine redliche frau ... von einer lächerlichen seite darstellen kann Knigge umgang m. menschen (1796) 3, 55; Campe (1811) 5, 866ᵇ; eine ehemals schöne frau von Arnim mit sohn und zwei schönen töchtern, rechten Berliner zierpuppen (1834) Ed. Devrient an seine frau 13; aber weder als zierpuppe noch als sonderling betrete der prediger die kanzel Fr. L. Jahn w. 1, 221 E.; aus der zierpuppe wird ein zieräffchen, zierbengel und zuletzt ein entmannter zierhammel ebda 2, 693; die stubenhocker und geschnürten zierpuppen Gervinus gesch. d. dt. dichtung (1853) 2, 159; meine kinder werden eher des teufels als stroherne zierpuppen von herzögen und herzoginnen sein G. Hauptmann ges. w. I 5, 351; gelegentlich mit dem sinn einer sich zierenden, spreizenden person: Krünitz öcon. encycl. 241, 305; wer hat unsere Brigitte sich flüchten und verbergen gesehen wie eine kokette zierpuppe? Holtei erz. schr. (1861) 26, 38. früh ist das dim. bezeugt: und giebt alles hin, was er nur aufbringen kann, um ein zierpüppchen zurück zu bekommen F. H. Unger Julchen Grünthal (1784) 72; es giebt nichts lächerlicheres als ein solches zierpüppchen von fünf bis sechs jahren Rehfues br. aus Italien (1809) 2, 168; seine frau war ein zierpüppchen und sah aus wie eine pflanze, welche blosz am schatten gewachsen ist J. Gotthelf ges. schr. (1855) 2, 214. —
zierrand m.,
schmuckrand: zierrand eines strumpfes Dillmont encycl. d. weibl. handarb. (1893) 242. —
zierrasen m.,
rasen in gärten und anlagen: Metzger pflanzenkunde 224; Lueger lex. d. technik 4, 765. —
zierrede f.,
die kunst der zierrede ist die rhetorik: von dem ... die kunst und lere der zierrede ... wider in welsche land gebracht worden ist G. Alt buch d. cronicken (1493) 236ᵇ; Johannes (Husz) war älter, und in kunst der zierredt basz beredter dann Hiero (nymus von Prag) S. Franck chronica zeytbuch (1531) 407ᵃ. —
zierreden n.,
das wohlreden, die redekunst: nachfolgend (hat er) die kunst des zierredens gelernet G. Alt buch d. cronicken (1493) 250ᵇ; Marcus Tulius Cicero, ein vatter des zierredens S. Franck chronica zeytbuch (1531) 104ᵃ; die lateinische und griechische sprach, zu sampt der kunst des zierredens hat er ergriffen und gelehrnet M. Quad memorabilia mundi (1601) 32. —
zierreder m.,
redner: (Plinius) ein hochberuͤmpter zierreder und geschichtschreiber S. Franck chronica zeytbuch (1531) 137ᵇ. —
zierredner m.,
redner: dem zyerredner Messali Corvino ist sein eygener name entpfallen Eppendorff Plinius (1543) 7, 18; von einem zierredner mit einem stattlichen lateinischen vortrag angesprochen Zinkgref apophthegmata (1628) 98. —
zierreich adj.,
reich an schmuck: wir beten nicht ... an die an gold und helffenbein zierreiche seulbilder S. v. Birken forts. d. Pegnitzschäferey (1645) vorr. 3ᵇ; mit einem zierreichen sattel und zaum ... geschmuckt Francisci d. alleredelste pferd (1670) 214; die schoͤne sinn- und zierreiche schriften B. S. v. Stosch trauerreden (1674) 49; denn sie (die natur) verbirgt in mancher hoͤlen, bei uns, unter der erden, so manche zier- und wunderreiche arbeit Valvasor ehre d. herzogt. Crain (1689) 1, 489; das äuszere (des Marcuspalastes in Venedig) ist wegen der sonder baren zierreichen bauart auffallend Archenholz England u. Italien (1785) 2, 46. —
zierreim m.,
schmuckreim: und lisz auch in oͤffentlichen drukk hundert christliche sinnenbilder, mit lateinischen und frantzoͤsischen zirreimen geschmuͤkket Q. Kuhlmann lehrhoff (1672) 278. —
zierreiten n.,
kunstreiten: noch andre stuͤcke mehr gehoͤren zwar zum zierreiten Francisci d. alleredelste pferd (1670) 241. —
zierrippe f.:
zierrippen sind rippen, welche einem tonnengewölbe blosz in decorativer absicht eingebunden sind, um demselben das aussehen eines gurtgewölbes zu geben Otte archäol. wb.² (1883) 272; Müller-Mothes archäol. wb. 998ᵇ; Lueger lex. d. ges. technik (1894) 7, 49.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1951), Bd. XV (1956), Sp. 1221, Z. 5.

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Zitationshilfe
„zierpflanze“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/zierpflanze>, abgerufen am 21.09.2021.

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