Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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zifferbass m.,
bezifferter bass, s.ziffer 2 b: Campe wb. 5, 866ᵇ; zifferbass basse fondamentale Mozin-Biber-Hölder (1811) 3, 226ᵃ. —
zifferblatt n.:
zifferblatt heiszt die an einer uhr angebrachte scheibe oder platte, auf welcher in einem ringe ... die 12 ziffern, welche die stunden des tages anzeigen, und die 60 theile einer stunde oder die minuten angegeben sind, so dasz die uhrweiser darauf hinweisen können Krünitz öc. encycl. 241 (1858) 307; das zifferblatt (zeigte) damals 24 stunden Gottsched anmuthige gelehrs. (1751) 4, 780; die stunden müszten denn gläser sekt seyn, und minuten kapaunen, und glocken die zungen der kupplerinnen, und zifferblätter die schilder von liederlichen häusern Shakespeare 6, 13; uhren ..., deren zifferblatt und gehäuse man von krystall gebildet hätte Göthe I 21, 310 W.; seine stundenuhr mit ... dem schmutzigen zifferblatte Jacobi s. w. (1807) 6, 107; dort wieder erblickt man einen altviereckigen kirchturm, woran oben der zeiger und das zifferblatt der uhr zur hälfte zerstört ist Heine w. 3, 259 Elster; das zifferblatt von grauem zinn Mörike ges. schr. (1905) 1, 189; unter astronomischen uhren versteht man die künstlichen werke, welche auf ihren zifferblättern die planetarischen darstellungen der himmelskugel mit den planeten haben Schedel warenlex. (1834) 2, 627; die blauen stahlnadeln des zifferblattes Gaudy s. w. (1844) 4, 64; das erleuchtete zifferblatt der thurmuhr 19, 87; eine taschenuhr, auf deren zifferblatt eine schäferscene gemalt war G. Keller ges. w. (1889) 3, 65; eine grosze uhr, die auf ihrem zifferblatt ein turnier mit kleinen figuren vorstellt Pückler briefw. (1873) 2, 47; kleine zifferblätter werden nur auf einer seite emailliert Muspratt chemie (1888) 2, 1754 Stohm.-Kerl; die wanduhr mit dem langen pendel und dem gelbsüchtigen zifferblatt zeigte dreiviertelfünf G. Hauptmann bahnw. Thiel (1892) 17; auch an geräten und maschinen: eine metallene stange, die, wenn sie durch das feuer verlängert wird, ein räderwerk in bewegung setzt, welches vermittelst eines zeigers auf einem zifferblatte jeden grad der hitze anzeigt Schubert verm. schr. (1823) 1, 158; Karmarsch-Heeren technol. wb.³ 4, 258; 6, 95; bildlich:
was vormals unbekannt und unermessen war,
wird durch ein ziffernblatt umschränkt und offenbar
Haller ged. (1882) 46;
dir zeigt ein zifferblatt die seele jener uhr,
die alle sphären treibt, die räder der natur
Wieland I 1, 225 ak.;
kreise träger um, du goldnes zifferblatt des himmels (sonne)! Jean Paul w. 5, 46 Hempel; kammerherren sind ziffer- und temperamentsblätter ihrer herren 27/29, 376 Hempel; auch hatt er im poetischen und sündigen taumel das moralische zifferblatt (das innere sittengesetz) selber beweglich gemacht, dasz es mit dem zeiger ging s. w. 23 (1827) 179 Reimer; Frankreich ist das zifferblatt Europens; hier sieht man, welche zeit es ist Börne ges. schr. (1829) 6, 141;
sie (Genoveva) war das schöne zifferblatt der welt,
und ihre schuld der schwarze weiser, still
durch das verborgne triebrad fort gerückt,
und rasch vom mittag auf die mitternacht
zusteuernd, die den kreislauf schlieszen soll
Hebbel I 1, 270 Werner;
der lebenslauf selbst (ist) ... das äuszere zifferblatt jenes innern, ursprünglichen getriebes Schopenhauer w. 3, 640 Gr.; für antlitz, gesicht zunächst bildlich als ein spiegel des innern: sein gesicht war das zifferblatt der fürstlichen meinungen Jean Paul w. 40/41, 74 Hempel; der stolz ist zweyerley, innerlich und äuszerlich. leibes- und seelenstolz! so kann man stolz seyn auf seine nase, augen, ohren, aufs zifferblatt; allein auch aufs werk selbst, auf die seele Hippel lebensläufe (1778) 2, 565; geläufig in der derben rede des volkes und der mda.: und das war ganz recht! (dem alten die faust vors gesicht haltend) sag du noch ee wort. da setzts a ding nein — mitten ins zifferblatt G. Hauptmann weber (1892) 112; eⁿ verlöcherets zifferblatt ein blatternarbiges gesicht, mit emeⁿ gschwullneⁿ zifferblatt umeⁿlaufeⁿ schweiz. idiot. 5, 187; Elberfeld. wb. 178ᵃ; Müller-Fr. 2, 705ᵇ; Imme soldatenspr. 102; s zifferblatt abstaubeⁿ sich waschen H. Fischer 6, 2, 3481; schelte: du altᵉs zifferblatt! 6, 1, 1194; der hintere: eim s zifferblatt verkräble, vertäfere jem. verprügeln schweiz. idiot. 5, 187; pudenda muliebria 188; dim.: zifferblättgen Lichtwer Äsop. fab. (1748) 113; dazu zss.: zifferblattdrehstift, m., Prechtl technol. encyclop. 4, 448; Lueger lex. d. technik 3, 431; -blättermacher, m., Jean Paul w. 6, 66 Hemp.; -blattfläche, f., Schönermark-Stüber hochbaulex. 928; -grund, m., ebda; -maler, m., Karmarsch-Heeren techn. wb.³ 9, 791; -rad, n.: die wilden eingriffe ins zifferblattrad der zeit, das tausend kleine räder drehen, verrücken es mehr, als sie es beschleunigen, oft brechen sie ihm zähne ab Jean Paul w. 7/10, 468 Hemp.; er (der mond) soll auch ferner das zifferblattrad der ideen bleiben, auf die euer gesicht als eine monduhr zeigt 3, 45 Hempel.
zifferbrett n.:
undurchsichtig die angabe bair. vocabulare cifraculum eyn zwing- al. eyn zifern bret und ciferbret Diefenbach gl. 118ᵇ; cifractilium eyn ziffer al. pret al. raitprett n. gl. 89ᵇ, also ein brett zum schwingen des flachses.
zifferbrief m.,
chiffrierter brief v. Petrasch s. lustsp. 1, 122. —
zifferbruch m.,
gebrochene zahl, bruch, teil einer zahl: zieferbruͤche rotture di ciffre, numeri rotti Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1449ᵇ; zifferbruch Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1107ᵇ; Mozin-Biber-Hölder (1811) 3, 226ᵃ; Beil technol. wb. (1853) 1, 671. —
zifferbuch n.,
rechenbuch: algorismus ein buoch von der rechnung oder ein zyferbuoch gemma gemm. (1508) a 7 aᵃ; Diefenbach gl. 22ᵃ; merkbuch: er nähte sich ein zifferbuch; in diesem gab er jedem glied seines lyzeums für jede arbeit eine grosze oder kleine zahl Jean Paul w. 1, 103 Hempel.
zifferbuchstabe m.,
chiffrebuchstabe: (zwei briefe) mit zifferbuchstaben Lohenstein Arminius 1, 1026ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1951), Bd. XV (1956), Sp. 1247, Z. 23.

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zifferkunst f.,
kunst der geheimschrift:
doch suche nur im risz von künstlichen figuren
beim licht der zifferkunst der wahrheit dunkle spuren
Haller ged. 74 Hirzel;
W. v. Humboldt ges. schr. 5, 39; Beil technol. wb. 1, 671. —
ziffermäszig adj. und adv.,
zahlenmäszig, in zahlen: ziffermäszige belege Bernhardt gesch. d. waldeigent. (1872) 3, 96; ein ganz ziffernmäsziges material W. H. Riehl musikal. charakterköpfe (1899) 2, 398; ziffernmäszig nachweisen Rosegger schr. II 2, 159; sie (die auswanderung) allein läszt sich in der hauptsache auch ziffermäszig verfolgen handwb. d. staatswiss.² 2, 63; mir liegt zunächst der ziffermäszige ausweis der Wiener erfolge der Schröderschen bearbeitungen vor J. Bayer studien (1908) 333. —
ziffermensch m.,
bildlich trockener rechner, ein mensch gewöhnlichen schlages:
denn entartet zum philister,
mäkler, trocknem ziffernmenschen
schien er mir zum kecken, rohen,
geldstolz-aufgeblasnen dickwanst
Hamerling s. w. 12, 154;
sich mit allen sinnen und mit ganzem herzen versenken in die schöpfung, das war unmöglich, wenn ein ziffern- und zahlenmensch neben ihm schwatzte Rosegger alpensommer (1908) 40. —
ziffermethode f.,
bezeichnung der noten durch ziffern: jedenfalls macht die ziffermethode die kenntnis der intervalle bei weitem anschaulicher Krünitz öc. encyclop. 241, 307.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1951), Bd. XV (1956), Sp. 1248, Z. 75.

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zifferpost f.,
chiffrierte briefsendung: urk. z. gesch. Maxim. I. 292 (zit. ziffer 4 b). —
zifferräterisch adj.,
geheimsinnig: da praucht ich mich ... scharffsichtig genug mit vier phintzlenden augen ... und regt die ... kunst, die ... zifferreterische ... woͤrter auszzulegen Fischart Garg. 42 ndr.
zifferrechnen n.,
rechnen mit ziffern: lehre des zifferrechnens Pestalozzi s. schr. (1819) 14, 115; P. Rosegger schr. III 6, 303. —
zifferrechnung f.,
wie vorher: E. Weigel rechenkunst (1687) 4; die rechenkunst begreift die gemeine rechnung oder zifferrechnung (arithmetica) und die zeichenrechnung (algebra) Bürja gröszenlehre (1799) 12; Beil technol. wb. (1853) 1, 671. —
zifferreihe f.,
notenschrift in arabischen zahlen: es giebt verschiedenartige ziffersysteme (für noten), doch alle haben das gemein, dasz die zifferreihe von 1—8 sich in jeder tonart gleichbleibt Krünitz öc. encyclop. 241, 307; zahlenreihe: neben einen, 2, 3, 4 ... striche, die der lehrer auf eine grosze tafel zeichnet, setzt er die gewöhnlichen zifferreihen Pestalozzi s. schr. (1819) 14, 137; was lehren uns diese ziffernreihen? handwb. d. staatswiss.² 4, 1146. —
zifferschlüssel m.,
dechiffrierschlüssel, anweisung zum enträtseln der geheimschrift: hier haben sie einen zifferschlüssel dazu ..., damit niemand unsere briefe lesen koͤnne v. Petrasch s. lustsp. (1765) 1, 92. —
zifferschreiben n.,
scytala, σκυτὰλα, bei den Lakedaimoniern ein geheimes schreiben, welches der absender auf einen riemen oder streifen, den er um einen stab wickelte, so in fortlaufenden zeilen überquer schrieb, dasz nur der die buchstaben richtig zusammenrücken und lesen konnte, der einen stab von gleicher dicke und länge besasz; diente zur nachrichtenübermittlung zwischen den ephoren und den heerführern; frei nach dem latein des Apinus gloss. nov. (1728) 558. —
zifferschrift f.,
geheimschrift: zieferschrift, f., scrittura in ciffra Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1449ᵇ; der nutzen der zifferschrift ist ... zur zeit des krieges gröszer, als zur friedenszeit allg. dt. bibl. 53, 590; mit einer ganz willkuͤhrlichen und jedem andern unaufloͤsbaren zieferschrift (aufzeichnen) Lavater geheim. tageb. (1771) 1, 13; so beantworte ich deinen gestern abend erhaltenen brief gleich heute morgen in eile mitten unter verhaszter zifferschrift, die ich zusammen würfeln musz (1814) Jacob an Wilhelm Grimm 332; wie ein mensch vor seiner eigenen alten zifferschrift, deren schlüssel er vergessen hat Schopenhauer w. 2, 523 Gr.; Campe 5, 866ᵇ. —
ziffersprache f.,
geheimsprache: in einer buchstaben- und ziffersprache ..., deren schlüssel ihm fehlte H. Kasack stadt hint. d. strom (1947) 407; sie (eine schauspielerin) überzeugte sich bald, dasz eine willkührliche ziffernsprache den ... sinn dieser rolle (einer taubstummen) nicht verdeutlichen würde C. G. v. Brinckmann filosof. ansichten (1806) 41. —
ziffersystem n.,
die bezeichnung der töne statt der noten durch ziffern Krünitz öc. encyclop. 241, 307. —
ziffertabulatur f.,
tabulatur in zahlen: er hat so wohl nach der teutschen als ziffertabulatur gespielet E. G. Baron instrument d. lauten (1727) 64. —
zifferwert m.,
formel-, symbolwert: die ... reinen begriffe ... haben ... ziffernwerth Herder 8, 234 S.
zifferwort n.,
zahlwort: zahl-, ziferwort voce, nome numerale Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1396ᶜ. —
zifferzahl f.,
in ziffern geschriebene zahl: und werden die zifferzalen hierinn also verzeichnet M. Pegius geburtsstundenbuch (1570) vorw. 5ᵇ; also auff diese weiss durch die zifferzal alle gemaͤch und gebaͤw der menschen koͤnnen unnd moͤgen signiert werden, also dasz die alter derselbigen von stunden an seiner jarzal erkennt werden Paracelsus opera (1616) 1, 909ᵇ Huser; ein viereckheter stab (Jakobsstab) mit vil zifferzahl und puncten bezeichnet, dienet in der geometria zu vil und mancherley absehungen und abmessungen (16. jahrh.) zs. f. dt. alt. 43, 96; zyphra zyfferzahl 1. 2 etc. Orsäus nomencl. method. (1623) 20; zieferzahl, f., numero in ciffra Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1449ᵇ; die zifferzahl le nombre en chiffres Schwan n. dict. 2, 1107ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1951), Bd. XV (1956), Sp. 1250, Z. 1.

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„ziffer-“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ziffer->, abgerufen am 25.10.2020.

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