Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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zigeuner-

zigeuner-

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zigeunerfarbe f.,
gesichtsfarbe eines Zigeuners: ein eingebildeter narr, welcher bei aller seiner ziegeunerfarbe, den stutzer zu machen glaubte Bahrdt gesch. s. lebens (1790) 1, 41; ziginerfarb Pestalozzi w. 10, 216. —
zigeunerfeuer n.:
die meilerkohlen mögen auch die schlechtesten seyn, so werden sie doch allezeit in einem hohofen mehr als auf dem zerrennheerde wirken. blau- oder zigeunerfeuer und stücköfen würden den vorzug noch verdienen, wenn man meilerkohlen zu verschleudern hätte Blumhof eisenhüttenkde (1817) 4, 665; redensart: zigeunerfeuer schlagen die arme heftig schlagend über der brust kreuzen, um sich warm zu machen Jakob Wien. dial. 226. —
zigeunerfleisch n.:
Zigünerfleisch fleisch, das bei ausflügen im freien gebraten wird schweiz. id. 1, 1229. —
zigeunergeist m.,
übertragen geist der gesetzlosigkeit: sowie der mensch vom hausglük entfehrnt wird, so wird seine vatterlandsliebe gewalthetig: ziginergeist in den cohorten der alten Pestalozzi w. 10, 196. —
zigeunergelüste n.,
gelüst nach gesetzloser ungebundenheit: ziginergelüste ebda 177. —
zigeunergesicht n.:
fünf kerle mit schwarzgelben Zigeunergesichten Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 26, 255; gerunzelt ... wie alte Zigeunergesichter Gotthelf ges. schr. (1855) 7, 381. —
zigeunergesinde n.,
Zigeunervolk als schelte:
(dasz er) abzieh von Macedoniam
den weg, darmit er ferr her kam
mit all seinem ziegeiner-gsindt
Hans Sachs 13, 576 Keller.
zigeunergesindel n.,
Zigeunervolk, -horde: es den landstreichern und dem zigeuner-gesindel nachmacht Bothe zuverläss. beschreibg. (1751) 1, 209; das Zigeunergesindel, Zigeunervolk la canaille ou racaille de bohémiens Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1107ᵇ; jenes gemischten vaganten- und Zigeunergesindels, das religion, gesetz, zucht und sitte verachtete Avé-Lallemant gaunerth. 1, 53; über den Semmering ... kamen landstreicher, Zigeunergesindel und allerhand herrenloses volk Rosegger schr. (1895) 13, 94; meine ehemaligen und sogenannten freunde aber ... haben ... sich sämtlich als wahres Zigeunergesindel gegen mich aufgeführt Fr. Schlegel an Karoline Paulus (1806) 90; häufig als schelte; ältere form: Zuͤgeiner-gesindlein, die sich etliche tage hierumb bekant gemacht haben wie die boͤsen pfenning Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 2, 349. —
zigeunerhaar n.:
sie ist schlank, sehr gesund, roth und weisz, hat schwarzes tint, allein nicht Zigeunerhaar Hippel lebensläufe (1778) 2, 437;
deine schwarzen augen, dein Zigeunerhaar,
niemals vergesz ich dein bild
Liliencron s. w. (1896) 7, 194.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1951), Bd. XV (1956), Sp. 1265, Z. 15.

zigeuner-, m.

zigeuner- m.,
Zigeunertrupp, -horde: die reizende wirthschaft eines Zigeunerhaufens Göthe I 22, 36 W.; ich bemerkte nun wohl, dasz ich unter einen Zigeunerhaufen gerathen war Eichendorff s. w. (1864) 2, 320. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1951), Bd. XV (1956), Sp. 1266, Z. 1.

zigeuner-, m.

zigeuner- m.,
Zigeunerknabe: ich musz aber ... anzeigen, dasz ich einen Zuͤgeiners-jungen bekommen frantzös. Simplic. (1683) 1, 397; wo ich einige Zigeunerjungen tanzen liesz Eichendorff tageb. 274 Kosch; auch der Zigeunerjunge auf der heide sieht mit seinem natürlichen auge die welt an Rosegger schr. (1895) 10, 245. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1951), Bd. XV (1956), Sp. 1267, Z. 56.

zigeuner-, n.

zigeuner- n.,
Zigeunergesindel, schelte:
wenn dies Zigeunerpack mit weib und kindern laͤrmet
Gottsched n. ged. (1750) 58;
übertragen: aber die höheren stände, die geistlichkeit, der sogenannte bürger ... von solchem zigeunerpack haben sie keinen begriff Niebuhr leben (1817) 2, 375; häufig ein wahres zigeunerpack: Schelling an A. W. Schlegel (1802) 1, 376 Plith; das ist e wahres ziginerpack Martin-L. 2, 894ᵇ; H. Fischer 6, 1, 1197; Pansner schimpfwb. (1839) 80ᵇ. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1951), Bd. XV (1956), Sp. 1270, Z. 16.

zigeuner-, m.

zigeuner- m.,
ein vogel, der seinen brutort wechselt: aber auch er (der tannenhäher) zählt zu den zigeunervögeln, nimmt seinen aufenthalt ... je nach dem gedeihen oder nichtgedeihen der zirbelnüsse Brehm tierl. 4, 467 P.-L.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1951), Bd. XV (1956), Sp. 1271, Z. 34.

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Zitationshilfe
„zigeuner-“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/zigeuner->, abgerufen am 28.11.2020.

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